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Montabaur 7 / 10/84

BebauungsplanesAltstadt I - Erweiterung .

Beide Planbereiche sind in der Planskizze äbgedruckt ( .=Altstadt I - Erweiterung";.=Altstadt III")

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Dr. Schirmacher schilderte zunächst den Werdegang dieses Bebauungsplanes. Bezogen auf den BereichAltstadt III" habe man auf die vorbereitende Untersuchung aufgebaut und eine Reihe von Ortsbesichtigungen durchgeführt. Als Planziel für den Bereich des BebauungsplanesAltstadt III' bezeichnete Dr. Schirmacher die Erhaltung und Gestaltung dieses Altstadt­kerns, vorsichtige Auskernung, Wiederherstellung und Ergänzung zung der vorhandenen Bausubstanz. Bezogen auf die Erweite­rungen des BebauungsplanesAltstadt I" seien in den Aus­schüssen verschiedene Alternativen diskutiert worden. Aufgrund der Mehrheitsmeinung in den Ausschüssen sehe die Planung dort eine Reservefläche für die Ansiedlung von Geschäftshäu­sern vor. Außerdem habe dort die Prämisse gegolten, daß die jetzige Verkehrsführung der innerstädtischen Erschließungs­straße beibehalten werden soll, jedoch auch Alternativen für eine gleichzeitige, evtl, aber auch spätere Realisierung unter­sucht werden sollten.

Dipl.lng. Süß erläuterte im Detail anhand von Plänen und Dias die Untersuchungen und Planungen des Büros. Eine Besonder­heit des PlangebietesAltstadt III" sei, daß es dort viele denk­malgeschützte und erhaltenswerte Gebäude gebe. Zum Teil befänden sich diese schon in einem guten Zustand, teilweise könne man aber Verbesserungen etwa durch Fachwerkfreilegun­gen erreichen. Erschwert werde die Aufplanüng des dortigen Bereiches dadurch, daß zahlreiche Splitterparzellen nach und nach von benachbarten Grundstückseigentümern zur gewerbli­chen Nutzung aufgekauft wurden. Diese Entwicklung müsse man stoppen . Eine weitere Zentralisierung des Grundbesitzes

laufe der gewachsenen Struktur der Altstadt zuwider.

Angeregt wurde der Abriß einer Scheune und einer Garage im Bereich der Plötzgasse. Dadurch könnte - so meinten die Planer - die enge Bebauung im dortigen Bereich etwas aufge­lockert und Raum für kleine Plätze geschaffen werden.

Zur Verkehrsführung im Bereich des Bebauungsplanes Altstadt I - Erweiterung" führte Dipl.lng. Süß aus, daß die Planung von der Existenz der innerstädtischen Erschließungs­straße in der jetzigen Trasse ausgehe. Gleichwohl wolle man die Alternativ-Lösung (Verlängerung der Kolpingstraße über den Bereich Parkplatz Kalbswiese und das Anwesen Decker hin zur Wallstraße) nicht verbauen. Wenn sich diese Lösung langfristig realisieren lasse, solle man überlegen, ob die Höspitalstraße, deren Funktion als innerstädtische Haupterschließungsstraße dann entfiele,im Bereich hinter der Nassauischen Sparkasse nicht zu einem Platz umgewandelt werden soll. Die Fortführung zur Kolpingstr. hin könne dann als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen werden. Dies seien aber Zukunftspläne, die davon abhängig seien, ob die Alternativlösung zur jetzigen Trasse der innerstädtischen Haupterschließungsstraße verwirklicht werden könne.

Mit Blick auf den Bereich Erweiterung Altstadt I führte Dipl.lng. Süß aus, man habe die Mehrheitsentschei­dung des Haupt- und Finanzausschusses und des Bauausschus­ses befolgt und im dortigen Bereich eine Ansiedlung eines Geschäftshauses vorgesehen. Es solle eine entsprechende Reser­vefläche ausgewiesen werden. Dabei seien verschiedene Alter­nativen denkbar. Möglich sei, ein eingeschossiges Kaufhaus mit Wohnbebauung im zweiten Stock zu realisieren. Dies ergäbe eine Verkaufsfläche von 1.500 m2. Wenn man aber einen Betrieb dafür gewinnen könne, ein 2- oder 3-geschossiges Geschäftshaus zu errichten, sei dies städtebaulich möglich.

Ein Problem ergebe sich in diesem Falle aus der Bereitstellung der erforderlichen Stellplätze, und hier müßten dann entspre­chende Parkmöglichkeiten geschaffen werden u.a. durch eine zusätzliche Tiefgarage. Entlang der Hospitalstraße solle eine zwei- bis dreigeschossige geschlossene Bauzeile entstehen.

Nach zusätzlichen Parkmöglichkeiten für den BereichAltstadt III" fragte Albert Kram (CDU ). Er erinnerte an Feststel­lungen im Rahmen der vorbereitenden Untersuchung, daß es für den BereichAltstadt III" zu wenig Parkflächen gibt. Seine Frage lautete, ob im BereichAltstadt I" zusätzliche Parkflächen für den BereichAltstadt III" vorgesehen sind. Diese Frage verneinte Dr. Schirmacher. Wenn man das wollte, so erläuterte er, müsse man im BereichAltstadt I - Erweiterung ein Parkdeck ausweisen. Dies bedeutete aber, daß die Reserve­fläche für ein Kaufhaus nicht zu realisieren sei. Das Problem der Schaffung von Parkplätzen für Altstadtgebiete bestehe in Montabaur wie auch in anderen Orten. Es müßten Ausweich­flächen in der Umgebung des Altstadtbereiches in Anspruch genommen werden.

Paul Widner(SPD) bemerkte dazu, seine Fraktion sei dafür, daß die Planung nicht ausschließlich auf die Bedürfnisse der Autofahrer fixiert wird. Die Parkmöglichkeiten im Bereich Altstadt III" hätten in der Vergangenheit gereicht und müß­ten auch in Zukunft ausreichen. Für die SPD-Fraktion machte Paul Widner deutlich, daß diese gegen die Ausweisung einer Vorbehaltfläche für ein Kaufhaus sei.

Man befürchte, daß dadurch für die Einzelhandelsgeschäfte in Montabaur zu große Konkurrenz verursacht werde. Nach Auf­fassung der SPD-Fraktion solle das Wohnen in der Innenstadt dominieren. Im übrigen stimme man der Planung zu.

Paul-Hans Schweizer ( FWG ) konstatierte, mit der Planung könne man sehr zufrieden sein. Vorstellungen der FWG-Frak- tion seien weitgehend berücksichtigt. Im Gegensatz zur SPD- Fraktion plädiere man dafür, eine Fläche für die Ansiedlung eines Kaufhauses in Montabaur offenzuhalten.