BUNTES WELTMOSAIK
Stadt Montabaur war den Dörfern Horressen, Eigendorf und Eschelbach noch in dem ersten Viertel unseres Jahrhunderts so verwurzelt und so selbstverständlich, daß sie ihre eigene Kirmes alljährlich von der Montabaurer Kirchstraße aus durch einen meist sehr lebhaften Festzug der Dorfjugend zu ihrem Dorf hin eröffneten. Noch bis in unsere Zeit auch bestatteten Horressen, Eigendorf und Eschelbach ihre Toten auf der der Zivilgemeinde Montabaur gehörenden Friedhof an der Holler- erstraßfe in Montabaur, Eigendorf legt erst 1921, Horressen 1929 und Eschelbach gar erst 1950 einen eigenen Friedhof an.
Im Rahmen der anstehenden Verwaltungsreform müßte, wie die WZ berichtete, nach dem abschließenden Plan der drei im Unterwesterwaldkreis vertretenen Parteien Eschelbach zu Montabaur eingemeindet werden. Diese Frage werde auch für die Gemeinden Horressen und Eigendorf n ach der Meinung der Mitglieder der Verhandlungsdelegationen höchstwahrscheinlich auf freiwilliger Basis zu lösen sein.
Schließlich müßten sich auch Wirzenborn, Reckenthal und Bladernheim nach dem Plan Vorstellungen zur Neugliederung der Verbandsgemeinden als Dörfer mit unter 300 Einwohnern mit einer Nachbärgemeinde zusammenschließen.
Walter Kalb
WINTERLIED DES STROMES
Wie doch der Frost die Äste brach und überm Treibeis Wolken jagen!
Lastschiffe schaukeln tiefverschneit.
Hungernde Krähen hört man klagen.
Frostwind umjagt den Rebenhag.
Singt ganz zur Neige -der Winter sein Lied.- Immer der Strom lebt; rastlos er wandert, schäumt und zieht.
Keiner Umarmung wird er müd: greifend, umzirkelnd Zauberkreise, eilt er im Sturmlauf, dunkler Saum stark zwischen Weiß und Eisgegleiße, rauscht tief der Fluß ewig und flieht.
Singt auch zur Neige
dem Winter sein Lied. -
Immer der Strom lebt;
rastlos er wandert, schäumt und zieht.
Bleicht bald der Schnee. Das Eis vergeht.
Atem des Lichts läßt sie zerrinnen.
Wollust der Sonne , Wiederkehr pulsenden Sprießens heimlich drinnen.
Weckender Ton des Frühlings weht.
Singt rasch zur Neige
der Winter sein Lied. -
Immer der Strom lebt;
rastlos er wandert, schäumt und zieht.
Walter Kaub
Textsatz ; Anni Schmitt
AKTUELLE GB- NOTIZEN
EDEKA—Verbandstag in Saarbrücken
Wie der EDEKA—Verband in Hamburg bekannt gegeben hat, findet der diesjährige Verbandstag vom 7. bis 9. Juni in der saarländischen Hauptstadt Saarbrücken statt. Gastgeber ist die „EDEKA SAAR", die heuer auf ihr 60jähriges Bestehen zurückblicken kann.
Der ideale Typ
In Manchester diskutierten die Mitglieder eines Frauenvereins eingehend über die Treue ihrer Männer. Eine Lady setzte sich besonders für den pfeifenrauchenden Ehemann ein: „Dieser Typ ist fast durchweg solide und zuverlässig. An seinen Pfeifen hat er soviel zu säubern, zu stopfen und zu hantieren, daß ihm keine Zeit bleibt, auf Abwege zu geraten.“
Gebühr doch noch bezahlt
Eine'Frau in Kimberley (Südafrika) hatte sich 1928 geweigert, die Zustellgebühr für eine Kiste zu zahlen, die ihr von ihrem geschiedenen Mann zuges'andt worden war. So blieb die Kiste beim Postvorsteher und wurde als Fußbank verwendet. Nach vier Jahrzehnten öffnete man jetzt die Kiste und entdeckte den Inhalt: 14 000 Pfund Sterling. Eiligst erklärte sich die Frau daraufhin bereit, die Gebühr zu bezahlen.
Schlagfertiger Besucher
Als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ bei der Generalprobe im neuen Theater— und Konzerthaus zu Ludwigshafen ausrief: „Wo bin ich, wo bin ich? “, kam aus dem Parkett in unverfälschtem Pfälzisch die Antwort: „Im neie Pfalzbau.“
GB-SCHMUNZELECKE
Vergebliche Mühe
Seit zwanzig Nächten hat der Strafgefangene in den Boden der Zelle ein Loch gebohrt. Nun ist es endlich soweit. „Antonio, kommst du mit? flüstert er in die Finsternis hinein. „Wohin denn? “, kommt es ebenso leise zurück. „Na in die Freiheit!“ Einen Augenblick ist Stille. Dann flüstert es erneut: „Paß auf, ich nehme die Uniform vom Wärter!“ „Geht nicht!“ kommt zur Antwort. „Aber wieso denn nicht? “ „Weil ich selbst der Wärter bin!“
Verräterisches Zeichen
Herr Meier hat einen außerordentlich gut dressierten Hund. Er führt ihn seinen Stammtischfreunden vor. „Wollen wir einmal Siebzehn und vier mit ihm spielen? “ Die Freunde sind skeptisch. Und wirklich der Hund nimmt artig seine Karten und spielt mit. Plötzlich sagt der eine Stammtischgast: „So ganz gut dressiert ist der Hund doch nicht.“ „Aber wieso denn? “, will der Hundebesitzer wissen. „Jedesmal, wenn er gute Karten hat, wedelt er mit dem Schwanz.“
Neuer Berufswunsch
Klaus läßt sich nicht gerne waschen. „Alle guten Kinder lassen sich waschen. Du willst doch auch kein Schmutzfink sein“, ermahnt ihn die Mutter. „Das nicht, aber ich muß mich doch auf meinen neuen Beruf vorbereiten.“ „Auf welchen Beruf? “ fragt die Mutter neugierig. „Kaminfeger“, kommt zur Antwort.
Die dümmsten Tiere
„Ist es richtig“, will die junge Ehefrau von ihrem Gatten wissen, „daß Schafe die dümmsten Tiere sind.“ „Aber natürlich, mein Lämmchen!“, erhält sie zur Antwort.
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