Ausgabe 
16.1.1970
 
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StaDt flßontabaur

Amtsblatt

Für den amtlichen Teil verantwortlich: Der Bürgermeister

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7. J A HRGA NG ( 56)

FREITAG, DEN 16. JANUAR 1970

NUMMER 3

MONTABAUR STEHT KOPF

An alle Freunde der Fassenacht!

Einer der größten und schönsten Fassenachtszüge, die es in Montabaur je gab, soll in diesem Jahr durch unsere Stadt rol­len. Die Vorbereitungen laufen bereits auf vollen Touren! !! Warum stehen Sie abseits? Warum machen Sie nicht mir ?

Wollen Sie Mitglied der K. G. Heiterkeit wer­den oder wollen Sie sich am Zug beteiligen? Oder wollen Sie beides?

Ganz einfach, gehen Sie ans Telefon und rufen 3682 an.

Geben Sie dann bitte Ihre Wünsche bekannt.

Sie hören bestimmt von uns!

Die Sensation der Fassenachtscampagne 1929!

Wer erinnert sich noch an die Montabaurer Fassenacht des Jahres 1929? Damals gings rund: Prinz war in diesem Jahr Herr Karl Arnst, Seniorchef der Firma Auto-Arnst. Ein herr­licher Zug rollte durchs Städtchen. Eine der schönsten Zug­nummern dürfte der Wagen von Martin Paffhausen gewesen sein; er stellte einen lebensgroßen Elefanten dar, auf dessen Rücken eine verschleierte indische Prinzessin saß (Käthe Paffhausen). Leider war es in diesem Jahre so kalt, daß den Musikern die Blasinstrumente eingefroren sind und nur durch gelegentliche Schnapspausen aufzutauen waren. Auch die indische Prinzessin mußte anschließend, da sie stark erkäl­tet war, das Bett hüten.

Aber die größte Sensation war wohl Bibbi Hau, der bekannte Negerprinz aus Afrika, der sich mit seinem gesamten Hof­staat angemeldet hatte. Ja, ja, die Montabaurer Fassenacht ist schon bis Afrika bekannt, stellte man einmütig fest. Der Sonderzug des Negerfürsten lief auch pünktlich im Haupt­bahnhof Montabaur ein. Eine große Menschenmenge hatte sich zur Begrüßung eingefunden. Bibbi Hau kam auch wirk­lich. Es gab einen ganz großen Bahnhof, bis man schließ­lich feststellte, daß Bibbi Hau niemand anders war, als "Piwos Brun".

Unser Hochverehrter Heimatdichter Jacob Hannappel setzte am nächsten Tag folgende Zeilen in die Zeitung:

Bibbi Hau, Bibbi Hau, Bibbi Hau, bei Nacht sind alle Katzen grau, nur du mein lieber Schatz, bist kohlrabenschwarz.

k. **«

Die zwölf böse Buben des Jahres 1929 verwandeln sich bei näherem hinsehen in zweimal sex nette Puppen!

Unser Bild zeigt Bibbi Hau mit seinem schwarzen Kabinett, v. links nach rechts hintere Reihe: Willi Paulus, Toni Pehl, Franz Schupp, Ernst Winter, vordere Reihe: Josef Schwickert, Bruno Piwowarsky, H. Kerber.

Närrischer Hoofstaat