Ausgabe 
5.1.1970
 
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Für den amtlichen Teil verantwortlich: Der Bürgermeister

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JAHRGANG ( .5 6 )

FREITAG, DEN 9. JANUAR 1970

NUMMER 1/ 2

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Seine Tollität

Gerechtigkeit, gepaart mit Milde und Liebe, gegenüber allen unseren Untertanen ist uns hohe Verpflichtung.

Echter Humor, frei von Zoten, durch den unser schöner und traditioneller Karneval seit jeher geprägt war, sollen auch in unserer Regierungszeit die Herzen von Jung und Alt höher schlagen lassen.

Lustiges Narrenspiei, schelmische Possen, treffender Witz und heiteres Lachen seien die Garanten für ein gutes Gelingen unseres hohen Amtes.

Der närrische Bazillus soll jedem eingeimpft werden, damit durch fieberhafte Begeisterung und überschäumende Heiter­keit unsere Montabaurer Fastnacht auch in diesem Jahre in alter Pracht und Herrlichkeit erstrahle.

Schmerz und Trübsal sollen bis Aschermittwoch verbannt werden durch prinzlich anerkannte und ärztlich überwachte Betäubungsmittel.

Zänkischen und streitsüchtigen Personen, sowie Unruhestif­tern jeglicher Art, soll der Gift verspritzende Zahn gezogen werden.

Der Nerv soll getötet werden bei allen Heuchlern und Spießern, die versuchen, durch ihr Unwesen die goldenen Brücken der Narretei einzureißen.

Bei Falschheit und Hinterlist soll mit aller Gründlichkeit nach des Übels Wurzel gebohrt werden.

Für alle Bürger mit Haaren auf Zunge oder Zähnen wird für die tollen Tage absolutes Redeverbot erlassen.

Die Zange soll angesetzt werden bei allen, die durch ihr Verhalten dem Ansehen unserer Montabaurer Fastnacht Scha­den zufügen.

Prinz Re in hold I. , Medicus vom goldenen Zahn

Proklamation seiner Tollität an seine Untertanen!

Wir, Prinz Reinhold I., Medicus vom goldenen Zahn, geben hiermit unserem geliebten Narrenvolk von Mons Tabor zu wissen kund:

Die Fastnacht 1970 soll für unsere närrischen Untertanen eine Zeit der Freude und des Frohsinns sein, gemäß unserem Wahl­spruch:

"Jedem mal ein bißchen Freud. ! "

Über unserer Regentschaft soll leuchten der goldene Glanz v<on Zufriedenheit, Glück und Eintracht für das gesamte Nar­renvolk.

Eine goldene Krone als Lohn sollen alle die erhalten, die trotz Schwierigkeiten und Anfeindungen treu zur Sache und zur ihrem Prinzen stehen.

So möge unsere Regentschaft für alle unsere närrischen Unter­tanen viele goldene Tage bringen, die uns die Lasten und Sorgen des Alltags einmal vergessen lassen. '

Leuchtend und für die Zukunft Kraft gebend möge weiterwir­ken unsere sowie eure Begeisterung und Liebe für das einzig­artige Erlebnis Fastnacht.

Gegeben zu Mons-Tabor im Januar 1970

Prinz Reinhold I.

Medicus vom goldenen Zahn

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