Auch die Bedeutung des Geländeverlustes für die Landwirtschaft wurde schon erwähnt, wenn man auch heute großzügig darüberhinwegsehe.
Es sei nur bedauerlich, daß der einzige Vertreter der Landwirtschaft, Stadtrat Eberz, durch Abwesenheit glänze. Montabaur habe seit Jahrzehnten ohne Bundeswehr existiert und werde auch weiter existieren kö können.
Abschließend führt Stadtrat Witte aus, daß sich seine Fraktion eingehend mit den Dingen befaßt habe und nach reiflicher Überlegung zu der Überzeugung gekommen sei, daß die Nachteile die Vorteile^ die eine kleine Gruppe von der Stationierung habe, nicht aufwiegen würden und seine Fraktion nicht zustimmen könne. Die CDU-Fraktion befinde sich in einer Zwickmühle und könne nicht anders als zustimmen.
Beigeordneter Pehl erwidert namens der CDU-Fraktion, daß er sich nicht in einer Zwickmühle sehe. Es ist nicht so, daß weil die CDU in der Regierung ist, auch die CDU-Fraktion des ^tadtrates hier zustimmen müßte. *^ie Stadtratsfraktion hat durchaus ihre eigene Meinung und das hat sie auch in den vergangenen Jahren bewiesen. Wieso nicht der richtige Zeitpunkt da sei, diesen Beschluß zu fassen, sei nicht ganz klar, da sich die Bundeswehr ja im Aufbau befinde.
Eine sittliche und moralische Gefahr für die Jugend sieht Beigeordneter Pehl in der Stationierung von Bundeswehreinheiten in Montabaur nicht. Er habe von Mai bis Nov. 1945 selbst auf dem Jugendamt in Montabaur gearbeitet und könne sich schon ein Bild machen. Die Bundeswehr ist letztlich keine Horde, der man alles Zutrauen kann.
Die noch offene Frage bezüglich Entschädigung der Landwirtschaft wurde in der Aussprache auch genügend beantwortet.
Bürgermeister Kraulich betont noch einmal, daß die Landwirte, die Gelände für die Bundeswehr abgeben, dafür auch entlohnt werden. Ob in Grund und Boden oder Geld, das liegt bei jedem selbst.
21; 5, 1959
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tu, 6.i
1M9 /
12J'H
1959
Weiter entgegnet der Bürgermeister auf die Einwendungen dds Stadtratsmitgliedes Witte, daß die Verwaltung in den letzten 10 Jahren doch bewiesen habe, daß sie sieh nicht leichtfertig in etwas hineingehe. Er selbst sei zweimal Soldat gewesen wenn das Vaterland in Not war und man könne doch nicht behaupten, daß Soldaten grundsätzlich eine unmoralische Angelegenheit wären, oder etwas demora- lisches mit sich bringen müßten.
Wenn die Möglichkeit gegeben ist, die Garnisonen in kleinere Städte zu verlegen, so kann das für die Jugend nur von Vorteil sein. In der Kleinstadt sind die Gefahren für junge Menschen bei weitem nicht
o groß als in der Großstadt.
iezüglich größerer Anforderungen von Gelände ist zu sagen, daß üeses durch Straßen begrenzt und eine Ausweitung nicht mehr möglich st. Was die Mehrbelastung der Straßen anbelangt, so muß man sagen, taß diese jetzt durch die in Koblenz liegende Garnison auch starker beansprucht werden, ohne daß die Stadt einen Nutzen davon "3t* !etreffs des wertvollen landwirtschaftlichen Geländes ist noch zu agen. daß 40% der erforderlichen Fläche im Eigentum der tadt sind aid diese Fläche ist Brachland bzw. Wiese, die von einem Schäfer ^geweidet wird. Landwirtschaftlich wertvoll sind nur einige Grund- itücke an der Niederelberter Straße. Für diese kann Ersatz erstat et werden. Was für eine Einheit tatsächlich nach Montabaur kommt,
st noch nicht bekannt. , ^
!s ist nicht möglich, den Beschluß noch zuruckzustellen, darauf rird sich die Bundeswehr nicht einlassen, da die Aufstellung der 'ruppe jetzt läuft.
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