Akte 
Sitzung 30. April 1959
Entstehung
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Der Stadtrat ist von der Verwaltung über die schwebenden Verhandlun­gen von Anbeginn in Kenntnis gesetzt worden. Von Fall zu Fall berich­tete der Bürgermeister über den Stand der Angelegenheit. Die Damen und Herren des Stpdtrates hatten unter dessen Gelegenheit, die Mei­nung der Bevölkerung zu erkunden.

Nach Ansicht der Verwaltung ist die Garnisonierung einer Truppen­einheit wirtschaftlich gesehen für die Stadt von einer nicht zu un­terschätzenden Bedeutung.

Zweifellos werden auch von der Stadt gewisse Opfer verlangt. Sie werden aber sicher erträglich sein und es ist anzunehmen, daß die Vorteile die Nachteile beachtlich überwiegen.

Der Bürgermeister führt noch weiter aus, daß die bisherige vorläufi­ge Planung vorsehe, rechts der Niederelberterstraße die technischen Gebäude und links die Kasernen zu errichten. Die Bauten sollen bis zum 1. 4. 1962 erstellt sein. Ob das gesamte benötigte Gelände von der Bundeswehr angekauft oder zum Teil nur gepachtet wird, liegt noch nicht fest. Gekauft wird §tuf jeden Fall das Gelände, auf dem Bauten errichtet werden.

Auch wirtschaftlich gesehen wird die Stationierung von Bundeswehr­einheiten in Montabaur nutzbringend sein. Große Aufgaben stehen der Stadt für die nächsten Jahre bevor. Es handelt sich hier vor allem um den Bau der Kanalisation und der Kläranlage.

Die Verwaltung ist nach reiflicher Überlegung dazu gekommen, die Stationierung von Bundeswehreinheiten in Montabaur zu befürworten.

Der Bürgermeister bittet den Stadtrat um seine Stellungnahme.

Stadtrat und Beigeordneter Pehl führt namens der CDU-Fraktion aus, daß vor 2 Jahren die Angelegenheit schon einmal dem Stadtrat vorge­tragen worden war und sich seine Fraktion damals mit Erfolg einer sofortigen Beschlußfassung widersetzt habe. In der Zwischenzeit habe nun jeder Gelegenheit gehabt, sich zu informieren und orientieren, sowie die Meinung der Bevölkerung zu erkunden. Nicht nur die Licht­seiten, sondern auch die Schattenseiten habe sich seine Fraktion vor Augen gestellt, wobei doch die Vo rtei l ^ bei weitem über wiegen. Allein an Wassergeld wird die Stadt eine nicht unerheblicheTMehr- einnahme zu verzeichnen haben. Weiter wird auch die Geschäftswelt ihren Anteil daran haben und darüberhinaus wird sich das wieder im Gewerbesteueraufkommen bemerkbar machen.

Das einzige Bedenken, das die Fraktion hatte, war, daß der Landwirt­schaft Gelände verlorenginge und vielleicht der eine oder andere Landwirt in seiner Existenz bedroht sei. Diese Bedenken sind aber nichtig geworden, da die Landwirte entweder in Gelände oder Geld entschädigt werden.

Wenn sich z.B. unsere Nachbarstadt Diez wieder um Militär^ bemüht hat, so doch sicher nicht, weil sie dabei etwas verliert, sondern weil für die Stadt etwas dabei herauskommt. ^

Wir sind davon überzeugt, daß wir zur Sicherung ^s Friedens die Bundeswehr brauchen, dann müssen wir auch darum bemüht sein, daß sie eine Bleibe bekommt.

Namens der CDU-Fraktion plädiert Beigeordneter Pehl für die Statio­nierung von Bundeswehreinheiten in Montabaur.

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