Akte 
Sitzung 09. Mai 1957
Entstehung
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; Für den Fremden ist der Anblick auch keine Einladung. Der Bauaus­schuß soll eine Ortsbesichtigung alsbald vornehmen. Auch hat sich bereits das hiesige Wasserwirtschaftsamt durch eine Ortsbesichtigung von der Dringlichkeit der Abhilfe überzeugt. Die Kosten bei einer Verrohrung des Mühlgrabens betragen etwa DM 60.000, , die im Etats­jahr 1957 infolge der angespannten Finanzlage nicht verkraftet werden können. Bürgermeister Kraulich schlägt vor, dieses Kostenobjekt im Rechnungsjahr 1958 durchzuführen und es mit dem Gesamtkanalisations­plan der Stadt, der bis 1. 7. 1957 von dem Baubüro Gaul in Frankfurt/ Main fertig gestellt sein muß, in Verbindung zu bringen. In 1958 muß der Übelstand beseitigt werden. Die Firma Gebr. Hermes braucht einen solchen Zustand nicht hijqzunehmen und kann Schadensansprüche stellen.

Der Fraktionsführer der CDU, Stadtrat und 1. Beigeordneter Behl meinte, die Firma Hermes habe in ihrem Antrag noch "untertrieben", denn die Wirklichkeit sei weit schlimmer. Man solle überlegen, ob dieser Mißstand nicht noch in diesem Jahre behoben werden könne.

Fehl wies auch noch auf den Bach am Steinweg hin, der im Sommer ebenfalls Gestank verbreite und gefährlich für Kinder sei. Wenn man auch diesen Bach in Rohre fasse, könne für die Kinder ein Spielplatz gewonnen werden. Auch die Stadträte Witte (SPD) und Ratz (FDP) er­kannten den Notstand am Hause Hermes an und forderten beschleunigte Beseitigung.

Bürgermeister Kraulich, der auch noch auf den Übelstand des trocken gelegten alten Mühlgrabens in der Eichwiese zu sprechen kam und die Beschwerde der Wieseneigentümer bekannt gab, schlägt vor, die Ange­legenheit in der nächsten Finanz- und Hauptausschußsitzung zur Spra­che zu bringen. Sobald der Gesamtkanalisationsplan vorliegt, ist die Angelegenheit mit Herrn Oberbaurat Dhonau, Wasserwirtschaftsamt, zu besprechen und dem Stadtrat erneute Vorlage zu machen.

Der Stadtrat stimmt diesem Vorschlag einstimmig zu. Die Beseitigung des Übelstandes am Hause Hermes mnß im Rechnungsjahr 1958 erfolgen und verträgt keinen weiteren Aufschub. Mit dem Gesamtkanalisations­plan sind die Probleme Hermes und Steinweg als vordringlich zu lösen.

Punkt 5

Baükostenbeteiligung an den Straßenbaukosten Großer- und Kleiner Markt!

In Verbindung mit der zusätzlichen Kostenbeteiligung am Großen und Kleinen Markt erklärte Bürgermeister Kraulich, daß die Durchbruch­arbeiten am Hause Thewalt erst nach Fertigstellung der Kirchstraße erfolgen können. Die Zeichnung sei noch nicht fertig. Mit der An- ( fertigung ist Architekt Türk von hier beauftragt worden. Wie hoch sich die Kosten für das Haus Thewalt belaufen, ist noch nicht be­kannt. In die Umbaukosten werden sich Bund und Stadt wahrscheinlich mit 50 : 50 v.H. teilen müssen. Im Nachtragshaushaltsplan 1957 sol­len die Kosten für die Stadt ausgewiesen werden.

Im Zuge der Straßenbauarbeiten der B 49 werden auch die der Stadt gehörenden Straßenteile am Großen und Kleinen Markt in Ordnung ge­bracht. Hierdurch werden Parkplätze geschaffen. Die Kostenbeteili­gung der Stadt wird sich auf $0 - 12.000 DM belaufen. Auch die Kob- ; lenzerstraße, die bisher nur stark 6,oo m breit war, soll auf Bun­desstraßenbreite von 7,50 m verbreitert werden. Hier besteht als­dann die Möglichkeit für Pkw in einer Richtung zu parken. Die Bür­gersteige werden dafür um je 0,25 m schmäler. Ohne Verbreiterung der Straße hätte man nach der Fertigstellung generelles Park- und Halte­verbot erlassen müssen.

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