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Montabaur

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Nr. 47/97

In diesem Zusammenhang dankte Bürgermeister Dr. Possel-Döl- ken, im Namen der Verwaltungsleitung und des Verbandsgemein­derates, allen, die am Gelingen des Werkes beteiligt waren, für ihre tatkräftige Mitarbeit.

Das Buch wird nach dem Willen des Verbandsgemeinderates Schulen und Büchereien kostenfrei und dem Buchhandel zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt. Damit wird die Absicht verfolgt, das Werk für Jedermann erschwinglich und einer mög­lichst großen Zahl von Bürgerinnen und Bürgern zugänglich zu machen.

Aus der Arbeit des Werksausschusses

Unter Vorsitz des ersten Beigeordneten Heinz Reusch befaßte sich der Werksausschuß mit zahlreichen Maßnahmen.

Wasserversorgung

Beschaffung zusätzlicher Trinkwassermengen

Der zur Zeit fortgeschriebene Flächennutzungsplan sieht vor, daß die Wohnbevölkerung um ca. 10.000 Einwohner steigt und gleich­zeitig Gewerbegebiete ausgewiesen werden für weitere 3.000 Arbeitsplätze. Gleichzeitig ist festgelegt worden, daß nicht nur die Zentren Montabaur, die Augst und Nentershausen sondern alle Gemeinden ein Entwicklungschance erhalten.

Um die Wasserversorgung für derart viele Einwohner zu sichern, sind drei Schritte notwendig

- Wassersparmaßnahmen

- Erschließung neuer Bohrbrunnen

- Beschaffung von Wassermengen von anderen Wasserversor­gungsunternehmen.

Der Werksausschuß beschloß nach einer sehr intensiven Bera­tung, daß alle drei Wege parallel zu beschreiten sind.

Wassersparmaßnahmen

Hierzu wurden die nachgenannten Vorhaben verabredet.

Gesprächskreis Installateurfirmen

Bei den Verbandsgemeindewerken wird ein Gesprächskreis ein­gerichtet, zu dem alle Installateurfirmen hinzugebeten werden. Sie erhalten gezielt Informationen über die neuesten, technischen Möglichkeiten zum Wassersparen.

Vorschläge an Bauherren

Bei allen eingereichten Bauanträgen wird das Werk bei der Über­sendung des Wasserlieferungsvertrages auch ein Schreiben an den Bauherrn mit Vorschlägen für das Wassersparen beilegen.

Briefe an alle Haushaltungen -15.000 DM

Um alle Haushalte zu erreichen, wird bei der Wassergeldrech­nung für 1997 ein eigener Brief mit portofreier Rückantwort bei­gelegt, in dem alle Haushaltungen noch einmal direkt auf die Sparmaßnahmen und die Möglichkeit einer Beratung durch die Verbandsgemeindewerke hingewiesen werden. Hierfür werden eigens 15.000,- DM im Wirtschaftsplan für das Jahr 1998 bereit­gestellt.

Erschließung neuer Bohrbrunnen

Nach Rücksprache mit dem Geologischen Landesamt ist die Ausweisung weiterer Bohrpunkte möglich, aber nur sehr einge­schränkt. Dies liege daran, daß der einzig mögliche Bereich für weitere Tiefbohrungen die Montabaurer Höhe ist und aus diesem Gebiet neben der Verbandsgemeinde Montabaur im Osten im Norden die Verbandsgemeinden Wirges, Ransbach-Baumbach und Höhr-Grenzhausen das Wasser beziehen und im Westen die Augst von uns selbst erbohrt wird. Hinzu komme, daß nie voraus­gesagt werden könne, in welcher Menge Wasser vorhanden sei, deshalb komme eine Sicherung der Mehrmengen aus dem Tief­brunnenbereich nur eine sehr eingeschränkte Bedeutung zu.

Wasserbezug von anderen Wasserversorgungsunterneh­men

Da die unmittelbar angrenzenden Verbandsgemeinden über kei­ne Mehrmengen verfügten und allenfalls zu einer Notversorgung in der Lage sind, haben wir uns an die Vereinigten Wasserwerke Mittelrhein (VWM Koblenz) gewandt.

Die Verhandlungen erbrachten folgendes Ergebnis bzw. Fragen.

- Es ist ein Anschluß im Hochbehälter Vallendar möglich, der direkt an der Simmerner Gemarkung liegt

- Es ist eine Lieferung zwischen 50 m 3 und 1.500 m 3 täglich möglich.

- Kann das Koblenzer Wasser mit unserem Wasser unverfänglich gemischt werden und hat es, die erforderliche Güte, die wir an unser Trinkwasser stellen.

Hinzu kam das Argument, daß die Gemeinden in der Augst über genügend Wasservorräte verfügen, so daß hierüber eine Diskus­sion im Ausschuß aber auch innerhalb der Gemeinden entstand.

Verschiedene Arbeitsschritte

Für die abschließende Diskussion im Werksausschuß wurden folgende Arbeitsschritte der Verwaltung aufgegeben:

1. Wie sieht eine Übergangslösung aus?

2. Wie kann die endgültige Lösung aussehen?

3. Wie ist das Wasser von Koblenz in Bezug auf unser Wasser zu sehen und wie kann ein Mischungsverhältnis aussehen?

4. Wie sind die Wasservorräte in der Augst zu bewerten?

Übergangslösung

Sie sah vor, daß eine Verbindungsleitung DN 200 mm vom Hochbehälter in Vallendar zur Versorgungsleitung der beiden Priestergemeinschaften in Simmern gelegt wird. Gleichzeitig soll­te ein Stromkabel mit verlegt werden. Die Länge der Leitung hätte 1,150 km betragen.

Bei dieser Übergangslösung, die nur dann greifen sollte, wenn in einem Sommer bei extremer Trockenheit Wasser bezogen wer­den muß, wäre das Wasser zur Nachtzeit in den Hochbehälter SimmernJn eine Kammer gepumpt worden, die zuvor umzubauen war. Von dort wäre das Wasser weitergeleitet worden bis zum Hochbehälter Steinrausch und dann weiter nach Montabaur. Er­gänzend wäre noch, um für Simmern gleiche Verhältnisse zu schaffen, eine Wasserleitung vom Ortseingang bis zum Hochbe­hälter zu verlegen, gewesen.

Endgültige Lösung

Diese Lösung sieht so aus, daß vom Hochbehälter Vallendar eine eigene Leitung DN 200 mm unter Umgehung der Anwesen der Priestergemeinschaften, unter weiterer Umgehung der Ortslage Simmern, unter Umgehung der Ortslage von Neuhäusel direkt in den Zentralbehälter auf dem Steinrausch geführt wird. Im Hoch­behälter Steinrausch erfolgt ein Umbau dergestalt, daß in einer Kammer das Wasser von Vallendar eingeJeitet und von dort aus über die direkt gebaute Verbindungsleitung weiter nach Monta­baur geleitet wird.

Die Wasseranalyse und -güte

Die Wässer von uns .und die von Koblenz wurden von zwei Instituten getrennt vorleinander untersucht, um Aussagen zur Beschaffenheit und Güte des Wassers zu erhalten. Die Untersu­chung ergab, daß beide Wässer sowohl von Koblenz als auch unseres allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung ent­sprechen, alle Inhaltsstoffe liegen unterhalb der Grenzwerte. Eine Vergleichsrechnung ergab, daß die Wässer bis zu einem Verhältnis von 70 % Wasser der Augst und 30 % Wasser von Vallendar ohne weitere Aufbereitung mischbar sind. In beiden Wässern ist kein Chlor enthalten. Bei einer Mischung von 70/30 würden sich folgende Werte einstellen:

Härte.8,4° dH

Nitrat.11,5 mg/l

pH-Wert....7,9

Härtegrade dieser Art haben wir gegenwärtig in Görgeshausen, Niedererbach, Nentershausen, Nomborn und Heilberscheid. So­weit bei der endgültigen Lösung das Mischungsverhältnis unter 70/30 sinkt, nämlich 80/20 oder mehr, was angestrebt wird, sinken die ohnehin niedrigen Härtegrade noch stärker.

Die Wasserreserven in der Augst

Zu der ins Gespräch gebrachten Wasserreserve der Augst ist folgendes zu sagen. Sie ist vorhanden, muß aber unter dem Vorbehalt des Rückganges der Wasserreserven von Tiefbrunnen im allgemeinen und in der Augst im besonderen gesehen werden. So hat der Kadenbacher Brunnen beim Pumpversuch 2.000 cbm gebracht, während die Durchschnittsförderung gegenwärtig noch bei 250 cbm liegt.

Der Brunnen Steinrausch brachte beim Pumpversuch 1600 m 3 während die Durchschnittsleistung gegenwärtig bei 600 m 3 liegt. Da man nicht in jeder Gemeinde entsprechende Wassermengen findet, wurde die Gemeinde Simmern in den 60iger Jahren in den Wasserzweckverband Augst aufgenommen.

Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, daß die Bezirksregierung mit Schreiben vom 25.03.1997 mitgeteilt hat, daß die Rechtsver­ordnung für das Wasserschutzgebiet des Tiefbrunnens Kaden­bach nur bis zum Jahre 2003 befristet ist und aufgrund der bestehenden Problematik (nahe Wohnbebauung, Überschnei­dung mit weiteren Wasserschutzgebieten) empfohlen wird, früh­zeitig Unterläget) vorzulegen, damit geprüft wird, ob der Brunnen Kadenbach über das Jahr 2003 hinaus durch Rechtsverordnung geschützt werden kann. Sollte sich heraussteilen, daß der Brun-