Montabaur
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Nr. 39/97
persönlichen Kontakte auszubauen. Schließlich konnten die Kommunen für die Partnerschaftsidee gewonnen werden: 1995 beschlossen der Stadtrat von Fredericksburg und der Verbandsgemeinderat Montabaur, die bestehenden freundschaftlichen Verbindungen fortzuentwickeln. Eine gemeinsame Partnerschaftserklärung wurde anläßlich der 150-Jahr-Feier der Stadt Fredericksburg im Mai 1996 vereinbart. Die offizielle Besiegelung in Deutschland erfolgte jetzt im Rahmen des »Stadtfestes« zum Schustermarkt, am Sonntag, dem 21.
September. Der feierlichen Beurkundung auf dem Großen Markt vor dem alten Rathaus wohnten zahlreiche Ehrengäste, die texanischen Besucherinnen und Besucher sowie viele interessierte Zuschauer unserer Region bei. Die Anwesenden fesselte vor allem die besondere Atmosphäre der Freundschaft bei den Ansprachen; und sie zeigten sich sichtlich ergriffen beim Singen der Nationalhymnen.
Viele hatten zuvor im persönlichen Kontakt mit der texanischen Besuchergruppe erfahren, daß diese gar nicht so fremd war, wie man zunächst vermutete. Die Texaner sprachen zwar englisch, hatten jedoch z. B. ganz vertraut klingende Namen wie etwa »Klein« oder »Richter« oder »Knopp«. Und überhaupt erfuhr man im Gespräch, daß Fredericksburg eine nahezu »deutsche« Stadt sei, wo etwa auf den Straßenschildern auch die deutschen Bezeichnungen wie z. B. »Hauptstraße« zu lesen seien. Die Pflege der deutschen Sprache und Kultur sei den Amerikanern ein wichtiges Anliegen - man messe der Partnerschaft mit Montabaur daher einen besonderen Stellenwert bei.
Den besonderen Stellenwert unterstrichen auch die Verbandsgemeinde Montabaur und die Deutsch-Texanische Gesellschaft. Bei dem Besuch der amerikanischen Gäste sorgten sie vom 12. bis 21. September für ein abwechslungsreiches und informatives Programm; eine Unterbringung in deutschen Familien förderte und festigte darüber hinaus persönliche Kontakte.
Den »besonderen Stellenwert« der Partnerschaft hob außerdem die offizielle Unterstützung der Aktivitäten hervor. So waren z. B. bei den Feierlichkeiten die Botschaft der USA vertreten sowie seine königliche Hoheit Prinz Georg Friedrich von Preußen, als Nachfahre des vormals regierenden preußischen Königshauses, aus dessen Haus der Namensgeber der Stadt Fredericksburg, Prinz Friedrich von Preußen, stammt.
Eine neue Partnerschaft - geblieben ist im Rückblick das Bewußtsein, daß etwas in Bewegung geraten ist. Und alle Beteiligten freuen sich auf ein nächstes Wiedersehen, wenn es wieder heißt »Hello! Nice to see you again!« (»Hallo! Schön, Euch wiederzusehen!«)
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Deutsch-Texanischer Abend in der Kurfürstenhalle in Welschneudorf: Bürgermeister Dr. Possel-Dölken überreicht Mayor Langerhans-Krauskopf eine historische Landkarte unserer Region. Die Karte soll im neuen Heimatmuseum in Fredericksburg ausgestellt werden.
Partnerschaftserklärung
zwischen der Stadt Fredericksburg, Gillespie-County, Texas USA, und der Verbandsgemeinde Montabaur, Kreis Westerwald, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Die Stadt Fredericksburg, Gillespie-County Texas wurde am 8. Mai 1846 von deutschen Auswanderern unter anderem auch aus der Verbandsgemeinde Montabaur und dem Westerwald gegründet.
Auf der Grundlage dieser historischen Verbundenheit haben Bürger aus beiden Gemeinden freundschaftliche soziale und kulturelle Verbindungen geschaffen und entwickelt, die im Rahmen einer Gemeindepartnerschaft vertieft werden sollen. Gestützt auf den Beschluß des Stadtrates der Stadt Fredericksburg vom 11. September 1995 sowie den Beschluß des Verbandsgemeinderates der Verbandsgemeinde Montabaur vom 29. Juni 1995, sind beide Gemeinden übereingekommen, die beiderseitigen freundschaftlichen Bindungen fortzuentwickeln, indem sie
1. die Bürger der beiden Gemeinden zu gegenseitigen Besuchen ermutigen und Briefwechsel, Austausch von kulturellen Kontakten zwischen Kindern und Jugendlichen sowie gegenseitige Austauschbesuche fördern,
2. die Einrichtung von freundschaftlichen Beziehungen zwischen Schulen und Bildungseinrichtungen aller Art auf beiden Seiten unterstützen,
3. für kulturellen Austausch in allen Bereichen sorgen; Verbindungen zwischen Vereinen, Gruppen und Kirchengemeinden herstellen und gemeinsame sportliche Begegnungen fördern,
4. industrielle und wirtschaftliche Kontakte beider Regionen, auch den gegenseitigen Besuch von Handelsdelegationen, Teilnahme an Ausstellungen und Messen, befürworten,
5. den Austausch auf dem Gebiet der Technologie, von technologischen Informationen, Auszubildenden und Ingenieuren durch die jeweils am Ort befindlichen Bildungsstätten, Forschungslaboratorien und die ortsansässige Industrie unterstützen,
6. gegenseitiges Verstehen und wechselseitige persönliche Verbindungen unter den Bürgern beider Gemeinden durch Austausch von Informationen und Materialien aller Art entwickeln und fördern.
Für die Verwirklichung der oben aufgeführten Ziele der Partnerschaft werden sich die jeweiligen Partnergesellschaften einsetzen, während sich die Gemeinden verpflichten, ihnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung zu gewähren. Auf diesem Wege sollen gegenseitig Tradition, Kultur, Brauchtum und Gemeindeleben vermittelt und weiterentwickelt bzw. bewahrt werden. Die Partnerschaft soll ein gestaltender Beitrag zur gemeinsamen Entwicklung in Frieden und Freiheit sein.
Die Bürgermeisterin der Stadt Fredericksburg Linda Langerhans-Krauskopf
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur Dr. Paul Possel-Dölken

