Montabaur
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Nr. 26/97
Im Anschluß an die Tagesordnung stand die Vertreterversammlung ganz im Zeichen der Zukunft. Prof. Dr. H. W. Opaschowski, der Trendforscher Nr. 1 in Deutschland, referierte zu dem Thema: »Deutschland 2010. Wie wir morgen leben!«. Was kommt auf uns zu und wie werden wir damit fertig?—Was müssen wir heute tun, um das Morgen meistern zu können?
Dabei ging der Redner ein auf den gesellschaftlichen Wandel, die Relationen von Beschäftigten zu Nichtbeschäftigten, den nicht mehr garantierten Wohlstand und auf neue Arbeitszeitformen. »Künftig werde nur noch ein Bruchteil der heute Beschäftigten gebraucht«, so seine Aussage. Daher auch die These: Weg von der Industriegesellschaft, hin zur Dienstleistungsgesellschaft, in der Opaschowski die meisten Zukunftschancen sieht. Nicht Warenexport, sondern Wissensexportwird stattfinden. Hauptkomponenten werden sein: Forschung und Entwicklung, Planung und Konzeption, Marketing und Vertrieb, Gestaltung und Design, War- tungs- und Kundenservice.
Neue Arbeitsfelder und Erlebnismärkte werden entstehen. Neben dem notwendigen Ausbau von Sicherheits-, Vorsorge- und Gesundheitsdiensten ergeben sich Chancen für expansive, erlebnisorientierte Freizeitwirtschaft in Form von Tourismus-, Medien-, Kultur-, Sport- und Unterhaltungsdienstleistungen. Der Kampf um die Kunden wird über den Service entschieden.
Die angebliche Multimedia-Revolution hat noch nicht und wird auch noch nicht so schnell stattfinden. Lediglich 14 % der Bevölkerung beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Computern und nur 2 % surfen gelegentlich im Internet. Das Medium für News und Entertainment wird auch in Zukunft der Fernseher sein. Es wird eine weitere Steigerung der automobilen Freizeit geben. Null Kilometer Langeweile ist angesagt, viele leben mit der Angst »etwas zu verpassen«.
Die neue Erlebnisgeneration agiert nicht alternativ, sie will alles und von allem noch viel mehr. Wer aber in Zukunft den Anforderungen des Lebens genügen will, sollte die 10 goldenen Regeln für ein Leben im Gleichgewicht beherzigen:
1. Bleib nicht dauernd dran; schalt auch mal ab.
2. Jag nicht ständig schnellebigen Trends hinterher.
3. Kauf nur das, was Du willst und mach Dein Wohlergehen zum wichtigsten Kaufkriterium.
4. Versuche nicht, permanent Deinen Lebensstandard zu verbessern, oder ihn gar mit Lebensqualität zu verwechseln.
5. Lerne, zu lassen, also Überflüssiges wegzulassen. Lieber einmal etwas verpassen, als immer dabei sein.
6. Entdecke die Hängematte wieder, lerne wieder, eine Sache zu einer Zeit tun.
7. Genieße nach Maß, damit Du länger genießen kannst.
8. Mach nicht alle Deine Träume wahr; heb’ Dir noch unerfüllte Wünsche auf.
9. Tue nichts auf Kosten anderer oder zu Lasten nachwachsen- der Generationen: Sorge nachhaltig dafür, daß das Leben kommender Generationen lebenswert bleibt.
10. Verdien Dir Deine Lebensqualität durch Arbeit oder gute Werke: Es gibt nichts Gutes; es sei denn, man tut es. Opaschowski verstand es, seine hier im Text aufgezeigten Stichpunkte an lebendigen Beispielen den Zuhörern darzulegen. Tiefergehende Informationen zu diesem Thema erhalten Sie aus dem Buch von Prof. Dr. Opaschowski, das unter dem gleichnamigen Titel »Deutschland 2010. Wie wir morgen leben« im Kurt Maier-Verlag erschienen ist.
Stand auch nach seinem Vortrag für weitere Informationen zur Verfügung: Prof. Dr. H. W. Opaschowski im Gespräch mit Frau Dr. Kühr von der Westenvälder-Zeitung (rechts) und Vorstandssprecher Hans-Jürgen Höher (Bildmitte)
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24 Objekte in Rheinland-Pfalz
Erster bundesweiter Führer »Wohnen mit Service« erschienen
Die Wohnwünsche der »jungen Alten« haben sich in den letzten Jahren aufgrund steigender Kosten im Pflegebereich und verbesserter Fitne ß geändert. Bisherige Wohn- und Pflegekonzepte sind nicht mehr gefragt. Eine Wohnform, die sowohl Eigeninitiative und Selbstbestimmung als auch Sicherheit und Unterstützung im Falle einer Hilfsbedürftigkeit sichert,, bietet das »Wohnen mit Service«. Was bisher fehlte, ist eine Übersicht aller bundesdeutschen Projekte. Diese Lücke schließt ab sofort der Führer »Wohnen mit Service« mit rund 600 Wohnangeboten aus ganz Deutschland, hierunter 24 aus Rheinland-Pfalz.
Der Führer »Wohnen mit Service« richtet sich vor allem an diejenigen, die sich frühzeitig mit dem Gedanken auseinandersetzen, wie und wo sie nach dem Erwerbsleben wohnen werden. Dabei stößt das bisher bevorzugte »Weiterleben-wie-bisher-Mo- dell« immer häufiger an Grenzen: Die familiären und nachbarschaftlichen Unterstützungsleistungen gehen spürbar zurück, und durch die im Durchschnitt höhere Lebenserwartung entsteht ein länger andauernder Betreuungs- und Pflegebedarf. Gerade dieser Pflegebedarf ist in seiner bisherigen Form nur noch schwer bezahlbar. Das Konzept »Wohnen mit Service« beinhaltet das Angebot, evtl, notwendig werdende Unterstützungsmaßnahmen nur im Bedarfsfall abzufordern — und zu bezahlen.
Gleichzeitig ermöglicht das Konzept ein eigenverantwortliches und eigenständiges Leben. Der neue Führer stellt rund 600 Wohnanlagen aus ganz Deutschland größtenteils mit farbigen Bildern vor, gibt Informationen zu: vertraglichen Grundlagen, Ausstattung, Kosten, Lage, Service, Freizeitangeboten usw. und nennt neben privaten auch öffentliche Ansprechpartner.
Mit 24 Angeboten ist Rheinland-Pfalz in diesem Führer vertreten. So werden beispielsweise Wohnheime aus Mainz, Simmern, Bad Kreuznach, Bad Marienberg, Worms und Ludwigshafen aufgeführt.
Der LBS-Führer »Wohnen mit Service« kann ab sofort über einen Prospekt, der bei allen Sparkassen- und LBS-Beratungsstellen ausliegt, bestellt bzw. im Buchhandel erworben werden. Er wurde von der LBS in Zusammenarbeit mit dem Bonner Forschungsinstitut empirica entwickelt, lehnt sich in Form und Aufmachung an den bekannten VARTA- oder Michelin-Führer an und erscheint in Mairs Geographischem Verlag.
Jugendliche mit einem Bundestags-Stipendium für ein Jahr in die USA
Auch im Sommer 1998 können wieder Schüler/innen und junge Berufstätige mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages für ein Jahr in die USA reisen. Diese Möglichkeit eröffnet das zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Kongreß der USA beschlossene Parlamentarische Patenschafts-Programm.
In den USA wohnen die Jugendlichen in Gastfamilien. Schüler/innen besuchen die High School, die jungen Berufstätigen ein College mit anschließendem Praktikum in einem amerikanischen Betrieb.
Bundestagsabgeordnete übernehmen die Patenschaft für die Jugendlichen. Im Wahlkreis Montabaur nimmt in diesem Jahr wieder der Abgeordnete und Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Joachim Hörster, an dem Programm teil und kann einen/eine Schüler/in oder junge/n Berufstätige/n nominieren.
Bewerben können sich Schüler/innen, die bis zur Ausreise (31.07.1998) die 10. Klasse abgeschlossen haben und zu diesem Zeitpunkt höchstens 17 Jahre alt sind; wenn sie die Schule bereits mit der 9. Klasse abschließen, müssen sie mindestens 16 Jahre alt sein.
Junge Berufstätige müssen bis zur Ausreise (31.07.1998) die Berufsausbildung abschlossen haben und dürfen zu diesem Zeitpunkt höchsten 21 Jahre alt sein. Einzelheiten und genaue Teilnahmevoraussetzungen ergeben sich aus einem Faltblatt mit Teilnahmekarte, das beim Deutschen Bundestag, Referat PB 4, Bundeshaus, 53113 Bonn oder beim Wahlkreisbüro des Abgeordneten, Koblenzer Straße 48, 56410 Montabaur, Tel.: 02602/922312 angefordert werden kann. Die Bewerbung mußmit der vorgesehenen Teilnahmekarte erfolgen. Diese muß bis spätestens 12 . 09.1997 bei der zuständigen Austauschorganisation eingegangen sein (Datum des Poststempels ist unerheblich). Auf der anderen Seite kommen im Rahmen dieses Austauschprogramms in jedem Sommer amerikanische Schüler/innen und

