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Montabaur

Die Ehrung und Übergäbe der Preisgelder erfolgt am Freitag, 11. August 1995, 15.00 Uhr, in der Bürgerhalle des Rat- haus-Altbaus in Montabaur.

Unser Glückwunsch geht an alle Teilneh­mer des Wettbewerbes, insbesondere aber an die Gewinner der Preisgelder.

Für das kommende Jahr und den näch­sten Wettbewerb würden wir uns eine noch regere Teilnahme und eine deutliche Z unahm e blumengeschmückter Häuser­fassaden im Stadtbereich Montabaur wünschen.

Die Bewertungskommission beim Rundgang. Von links nach rechts: Fr. Philippi, Hr. Herberte, Hr. Mer- fels (Teilnehmer), Frau Weber, 1. Beigeordneter Dr. Hütte, Hr. Görg, Frau Merfels (Teilnehmerin), Hr.

Schweizer, Hr. Drenkelfart, Fr. Schwarz.

Nr. 32/95

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Natur & Umwelt Info

Bezugnehmend auf unsere Aktion vom letzten Jahr

möchten wir nochmals darauf hinweisen:

Insektenschutz im Garten

Bienen sorgen nicht nur für den Honig auf unserem Früh­stücksbrot, sondern auch für die Fortpflanzung vieler Blüten­pflanzen. Somit leisten Imker einen aktiven Beitrag zum Na­turschutz. Allerdings steht dabei die Honigproduktion im Vor­dergrund. Neben der »kommerziellen« gibt es eine alternative Imkerei. Ihr Zweck ist der Schutz verschiedener wildlebender Insekten, vor allem der Wildbienen.

Ökologie 4er Wildbiene

Die meisten Wildbienen Leben im Gegensatz zur Honigbiene nicht ip Staaten oder Völkern. Man nennt sie daher auch Einsiedler- oder Solitärbienen. Ihre Eier legen sie in selbstge- 'grabene oder bereits fertige Niströhren ab. Obwohl manche Arten gerne Kolonien bilden, sind die von ihnen eingebrachten Honigmengen sehr klein. Im Naturhaushalt kommt der Wild­biene jedoch eine große Bedeutung zu. Denn sie bestäuben auch Blütenpflanzen, die nur vereinzelt Vorkommen und von den Honigbienen vernachlässigt werden. Außerdem besitzen Wildbienen einen längeren Rüssel und können daher auch tiefe Blüten bestäuben. Ihre »ökologische Tätigkeit« ist allerdings nur dann möglich, wenn sie geeignete Nistplätze haben, wie etwa Lehmwände, Löcher im Verputz, Mauerfugen, Strohdä­cher oder Holzpfahle. Moderne Bauweisen und Materialien sowie Neusiedlungen und Straßenbau schränken den Lebens­raum leider immer mehr ein.

Hilfe durch den Imker

Durch Nisthilfen fördert der alternative Bienenzüchter die Bestandserhaitnng der Wildbienen. Alternative Bienenhäuser bieten den Insekten einen Unterschlupf. Eine einfache Insek­tennisthilfe ißt z. B. ein etwa ziegelsteingroßer Nistblock aus rundem oder kantigem Holz naturbelassenem Buchen- oder Eichenholz. In das Holz werden Gänge mit einem Durchmesser zwischen 2 und 10 .mm gebohrt, die etwa 10 cm lang sein sollten.' Eine weitere Möglichkeit ist ein Stengelnest, das aus hohlen Stengeln wie etwa. Schilf oder Stroh besteht, die zu Bündeln gebunden oder in Konservendosen untergebracht werden. Diese Hilfe bringt man am besten an sonnigen Stellen eines Gartenhauses, einer Mauer oder am Balkon an. Die Nisthilfen sollen auch im Winter draußen bleiben, da die darin enthaltene Brut in warmen Räumen vorzeitig schlüpft. Ein alternatives Bienenhaus kann aus einer Kombination folgen­der Bestandteile bestehen:

- Nistdosen (Stengelstückchen in Blechdosen)

- Nistklötze (Holzstücke mit Bohrungen)

- Nistkästen (Kisten mit Lehm-Sandgemisch (1:1) oder Ze- ment-Sägemehl-Sandgemisch (1:1:1))

- Nistblöcke (gebrannte Tonblöcke mit Gängen)

- Nistziegel (Stengelstückchen in Lochziegeln)

- Niststeine (Basalt- oder Granitblöcke mit Bohrungen) Wichtigste Nahrungsquellen

Die Nisthilfen werden um so schneller besiedelt, je höher der Bestand an Wildbienen in der Umgebung ist. Wichtig ist, daß das Nahrungsangebot ausreichend ist. Wildbienen bevorzu­gen wildwachsende Pflanzen am Haus, von einheimischen Gartengehölzen und von Wildkräutern auf Wiesen. Die folgen­de Liste gibt die wichtigsten Nahrungsquellen der Insekten wieder:

- einheimische Blütengehölze (Berberitze, Feldahorn, Schle­he, Weiden, Weißdorn)

- Beerensträucher (Brom-, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren)

- Wiesenkräuter (Glockenblumen, Hornklee, Löwenzahn, Wiesenhabichtskraut, Zaunwicke u. a.)

- krautige Pflanzen (Nattemkopf, Reseden)

- Gewürz- und Zwiebelgewächse

Bewohner der Nisthilfen

Im wesentlichen sind die Haustiere des alternativen Bienen­züchters Rote und Gehörnte Mauerbienen, Blattschneider­und Scherenbienen, Löcher- und Maskenbienen, aber auch Blattlausgrab- und Lehmwespen.

Rote Mauerbienen

Ihre Hauptaktivitätszeit liegt zwischen April und Mai. Die Roten Mauerbienen sind Bauchsammler, d. h., daß sie im Gegensatz zur Honigbiene den Pollen in einer Bauchbürste statt in einer Beinsammelvorrichtung zum Nest tragen. Ihr Baumaterial sind speichelgetränkte Lehmklümpchen.

Blattschneiderbiene

Die erste Generation dieser Bauchsammler fliegt ini Juni, die zweite im September. Diese Wildbienen bauen nicht mit Mör- ' tel, sondern mit runden oder ovalen Blattstücken, die sie aus Blättern (z. B. Wildrose, Felsenbirne, Hartriegel, Weiden) herausschneiden.

Holzbohrwespen

Diese Grabwespen fliegen von April bis August. Ihr Körper ist schlank und gestreckt. Ähnlich wie bei der Mauerbiene mör- teln die Holzbohrwespen die Kammerwände des Nestes mit Erdklümpchen aus.

Harz- und Blattlausgrabwespen

Die Zeit der kleinen, schwarzen Grabwespen liegt zwischen Juni und September. Als Baumaterial benutzen sie Harz, wobei einige Arten zusätzlich Steinchen oder Stengelmark­stückchen in den Verschlußpfropfen stopfen.

Informationen: Deutscher Imkerbund, Werbung und Presse­stelle, Villiper-Hauptstraße 3, 53343 Wartberg/Villip., Fon 0228/321006, Fax /321009

Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126215.

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