Montabaur
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Nr. 29/95
gen Kredites zur Teilfinanzierung von Maßnahmen des Vermögenshaushaltes 1994 in Höhe von 616.000 DM zuzustimmen.
Die Verbandsgemeindeverwaltung wurde mit der Kreditaufnahme zu den zu diesem Zeitpunkt günstigsten Konditionen beauftragt. Bei gleichen Bedingungen soll ortsansässigen Instituten der Vorzug gegeben werden.
Auftragsvergaben
a) Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ICE-Bahn- hof Montabaur; Auftragsvergabe für die Durchführung einer Makler- und Investorenbefragung zur Ab- schätzung der Nutzungs- und Vermarktungspotentiale des Standortes ICE-Bahnhof Montabaur
Vor Erstellung der verbindlichen Bauleitplanung, der Aktualisierung der Rahmenplanung und der möglichen Ausschreibung eines städtebaulichen oder Investorenwettbewerhes noch innerhalb 1995 sind zusätzliche Eckdaten für den städtebaulichen Entwicklungsbereich »ICE-Bahnhof Montabaur« zu erheben. Die Befragung von Maklern und potentiellen Investoren soll Aufschluß darüber geben, wie der Standort Montabaur aus Makler- und Investorensicht aktuell bewertet wird und welche speziellen Standortanforderungen an einen hochwertigen Dienstleistungs-, Gewerbe-, Hotel- und Wohnstandort aus Investorensicht zu stellen sind.
Der Haupt- und Finanzausschuß beschloß mit 6 Ja-Stimmen und 4 Nein-Stimmen, vorbehaltlich der forderrechtlichen Anerkennung der Kosten durch die Bezirksregierung Koblenz, die Beauftragung einer in Bonn ansässigen Firma mit der Durchführung einer Untersuchung der Nutzungs- und Vermarktungspotentiale des städtebaulichen Entwicklungsbereiches »ICE-Bahnhof Montabaur«. Die Auftragssumme beläuft sich auf 39.980,- DM.
b) Vergabe der Bauarbeiten für den Bürgersteigausbau Weststraße, Montabaur-Elgendorf
Der Haupt- und Finanzausschuß beschloß einstimmig, einer in Heiligenroth ansässigen Firma den Auftrag für den Ausbau des Bürgersteiges entlang der Weststraße zum Betrag von 27.458,55 DM zu erteilen.
c) Umbau der Mittelinsel in der Koblenzer Straße zwischen der Kaserneneinfahrt und der Hunsrückstraße
Im Rahmen der Umgestaltung der Koblenzer Straße ist u. a. vorgesehen, die »Stadteinfahrt« attraktiver zu gestalten. Der Plan sieht vor, die vorhandene Mittelinsel in östlicher Richtung derart aufzuweiten, daß nur noch eine Fahrbahnbreite von 4,50 m verbleibt. Mit dem Straßen- und Verkehrsamt Diez und Vertretern der Bundeswehr ist die Maßnahme abgestimmt worden.
Der Haupt- und Finanzausschuß beschloß, einer in Westerburg ansässigen Firma den Auftrag für die Verbreiterung der Mittelinsel zum Betrag von 48.425,58 DM zu erteilen.
d) Befestigung des Schellweges in Montabaur-Reckenthal
Der Schellweg in Montabaur-Reckenthal hat im Anschlußbereich an die bebaute Ortslage ein sehr starkes Gefalle zur Ortsmitte hin. Bei starken Regenfallen werden dadurch erhebliche Mengen an Schotter und Laub in die Ortslage gespült. Durch den Einbau einer Bitumendecke sollen diese Anschwemmungen in Zukunft weitestgehend verhindert werden. Der Haupt- und Finanzausschuß beschloß einstimmig, einer in Westerburg ansässigen Firma den Auftrag für den Einbau einer Bitumendecke zum Betrag von 19.154,40 DM zu erteilen. Außerdem wurde von der überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 302,— DM Kenntnis genommen.
e) Platzbefestigung der Passage zwischen dem Konrad- Adenauer-Platz und dem Haus Hager
Durch Abbruch des Kinogebäudes Schmidt-Hager und den Neubau des Hauses Konrad-Adenauer-Platz 9 ist zwischen dem neu errichteten Gebäude Konrad-Adenauer-Platz 9 (Haus Hager) und der vorhandenen Bauzeile Großer Markt 4-8 ein Durchgang bzw. eine Verkehrsfläche entstanden, die gestaltet und befestigt werden muß.
Der Haupt- und Finanzausschuß beschloß einstimmig, einer Firma aus Wallmerod den Auftrag für die Ausführung der Pflasterarbeiten am Haus Hager zu erteilen. Die Auftragssumme beträgt ca. 20.000,— DM. Die Fläche soll wie die übrige Platzfläche gestaltet werden.
f) Aufstellung des Bebauungsplanes »Christches Weiher«; Vergabe eines Auftrages zur Erstellung eines geologischen Gutachtens betreffend die Altablagerungen im Plangebiet
Das staatliche Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft teilte im Rahmen des Beteiligungsverfahrens der Träger öffentlicher Belange mit, daß sich im Bereich des Planentwurfes
»Christches Weiher« ein klassifizierter Altlastenstandort befinde. Es handelt sich hierbei um Altablagerungen im Bereich des als Grünfläche ausgewiesenen Wäldchens im Gemarkungsbereich »An dem Lindchen«.
Es ist zu untersuchen, ob von dieser Abfalldeponie Umweltgefahrdungen auf die immittelbar anschließend geplante Wohnbebauung zu erwarten sind. Aufgrund dessen muß von seiten des Planungsträgers nachgewiesen werden, daß keine Gefahren für das Wohl der Allgemeinheit bestehen, ein Sanierungs- bedarf nicht erkennbar ist und die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie die Belange des Umweltschutzes gewährleistet sind.
Der Haupt- und Finanzausschuß beschloß einstimmig, einer in Limburg ansässigen Firma den Auftrag für die Erstellung des geologischen Gutachtens zum Betrag von 10.754,57 DM brutto zu erteilen.
Wasserbilanz der Verbandsgemeinde ergibt:
Wassermenge und Wasserqualität hervorragend
Montabaur. Die Grundwasservorräte und die Grundwasserneubildungsrate im Gebiet der Verbandsgemeinde Montabaur sind laut des Geologischen Landesamtes Mainz und der Technischen Hochschule Trier gut. Zwei von der Verbandsgemeinde in Auftrag gegebene Langzeitstudien kamen zu diesem positiven Ergebnis. Damit wird die Befürchtung entkräftet, daß der gleichzeitige Zugriff der Verbandsgemeinden Montabaur, Wirges, Ransbach und Höhr-Grenzhausen auf das Grundwasser der Montabaurer Höhe, möglicherweise die Grundwasserneubildungsrate übersteigt und die Substanz der Grundwässervorräte angriffen wird. In diesem Fall müßte die Trinkwasserversorgung durch eine Verlängerung des bestehenden Rohrnetzes mit Uferfiltrat vom Rhein erfolgen. Der Einsatz von Pumpen wäre mit höherem Energieverbrauch verbunden, zudem müßte der Verbraucher auf die gewohnte hohe Wasserqualität verzichten.
Daher entschloß sich die Verbandsgemeinde mit dem Auftrag an Experten eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Die jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnisse zeigen, daß kein Anlaß zur Besorgnis gegeben ist. Nicht nur greift die Wasserentnahme die Grundwasservorräte nicht an. Auch von der jährlichen Grundwassemeubildung wird nur ein Teil (zirka 50 Prozent) in Anspruch genommen. Das bedeutet, daß ein Erschöpfen der natürlichen Ressourcen ausgeschlossen ist.
Auch das Phänomen, daß der Biebrichsbach in den Sommermonaten scheinbar kein Wasser führt, erklärt das Gutachten des Geologischen Landesamtes. Schürfungen zeigen, daß der Biebrichsbach an manchen Stellen bis zu einer Höhe von 60 Zentimetern Schottermaterial enthält, das wie eine Drainage wirkt. Bei geringerem Zufluß in Trockenperioden (Sommer und Herbst) verschwindet das Wasser unter dieser Schotterschicht und fließt unterirdisch weiter. Die Wassermenge bleibt erhalten, das zeigten die Messungen. In diesem Quellgebiet werden sogar nur 36,9 Prozent der Grundwassemeubildungs- rate entnommen.
Über eine DFÜ-Anlage sind die Wasserwerke täglich genaue- stens über die jeweiligen Pegelstände aller Brunnen informiert. Auch die Reinheit des Wassers, das regelmäßig auf zirka 200 Stoffe geprüft wird, läßt keine Wünsche offen. Das ergaben die bisherigen Untersuchungen der Fachleute der Universität Heidelberg, die ergänzend mit einer zusätzlichen Studie über die Reinheit des Wassers und die Bestimmung des Alters der Grundwasservorräte der Montabaurer Höhe beauftragt wurde. Die Gesamtkosten für die drei Gutachten werden zirka 28.000 DM betragen.
Nähere Auskünfte: Jürgen Herz, Verbandsgemeinde Montabaur, Wasserversorgung, Telefon: 02602/126.156.
Sespenroth-Ausstellung:
Warum wanderte 1853 ein ganzes Dorf aus?
Darauf antwortet eine Ausstellung in der Bürgerhalle des alten Rathauses noch bis zum 21. Juli. Sie erhellt aus verschiedenen Blickwinkeln wie es dazu kam, daß vor 140 Jahren die gesamte Einwohnerschaft von Sespenroth, drei Familien ausgenommen, ihr Bündel schnürte und nach Milwaukee am Michigansee/Wisconsin aufbrach. Die Exponate sind die Indizien der spannenden Nachforschungen auf den Spruen der ausgewanderten Sespenrother.
Das besonders aus verarmten Gegenden Menschen ins »Land der unbegrenzten Möglichkeiten« Amerika auswanderten, war im vorigen Jahrhundert durchaus keine Seltenheit. Seitens

