Montabaur
Nr. 24/95
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Archiv der Stadt Montabaur
Informationen zu Akten und Urkunden
Die Hospitalstraße
Ein Hospital ist im Mittelalter weder ein Krankenhaus noch eine Herberge für Arme. Zwar übernimmt es auch beide Aufgaben, ist aber zunächst »Altenheim«. — So ist denn die Straße, die von der Klosterstraße her hinter der Deutschen Bank vorbei zur Wilhelm-Mangels-Straße führt, Ort des mittelalterlichen Altenheims.
Der letzte Verwalter des kurtrierischen Amtes Montabaur berichtet 1787, daß es »der allgemeinen Sage nach für 12 alte gebrechliche Stadtbürger von männlichem und für ebensoviele von weiblichem Geschlecht« (1) Wohnstatt war. Und K. A. A. Meister berichtet, »daß im Jahre 1353... Richwin Wigand... für das Seelenheil des Peter Richolfus in der Hospitalkirche ein ewiges Licht stiftet.« (2) Der Stifter vermachte dem Hospital Ländereien mit Häusern. Solche Stifter fanden sich in den kommenden Jahrhunderten bis in die Neuzeit. »Die Stiftung ‘Hospitalfonds’ ... stellt zum 1. Januar 1991 zwei staatlich geprüfte Altenpfleger/innen ein«, heißt es in einer Stellenanzeige. (3)
Wer waren im Mittelalter die Bewohner des Hospitals? In dieser Zeit war es »nichts Ungewöhnliches, wenn Eheleute sich von allem Tun und Treiben dieser Welt in die Stille eines Hospitals zurückzogen, den Armen alles überließen.« (4)
Die Gebäude des Hospitals haben seit dem Mittelalter gewechselt. »Das erste Hospital hat hinter dem Rathaus gestanden und fiel 1534 dem großen Stadtbrand zum Opfer. An dieser Stelle entstand auch das ‘neue’ Spital, das dann 1660 Franziskanerkloster wurde. Die Franziskaner ließen« dafür das gegenüber liegende Stadtbrauhaus (heute Deutsche Bank) zum Hospital ausbauen. Bis zum Abriß nach dem 2. Weltkrieg fanden hier auch die Armen der Stadt Aufnahme und Pflege. Seit dem 19. Jahrhundert sprach man deshalb auch vom ‘Armenhaus’ der Stadt.
Heute steht ein neues Haus, das Altersheim, auf der Alberthö- he. Es ist »ein bauliches Zeichen dafür, daß ‘die Stadt Montabaur als heilige Verpflichtung betrachtet, den Bestand des Hospitalfonds zu wahren, zu vermehren und zu sichern’ (5), um hilfsbedürftigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Heim und Betreuung zu geben.« (6) Auch wenn das Vermögen des alten Hospitalfonds nicht mehr die Kosten deckt, die für das Altenheim aufgebracht werden müssen, ist diese jahrhundertealte Einrichtung Ausdruck sozialer Gesinnung der Bürger unserer Stadt. - Die Hospitalstraße (-gasse) erinnert an den Ursprung.
Günter Henkel
(1) Damian Linz, Amtsbeschreibung 1787, S. 88
(2) K. A. A. Meister, Geschichte der Stadt und Burg Montabaur, S. 49
(3) G. Henkel, Annäherungen an die 700jährige Stadt Montabaur, S. 38/41
(4) M. Fries, Das Hl. Geist Hospital zu Montabaur, S. 3
(5) Stadtarchiv Montabaur Abt. 9,4; Nr. 68
(6) Wie (3)
Mit der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen Berufserfahrung nutzen
Arbeitsamt gewährt Arbeitgebern finanzi elle Hilfen
Betriebe sollten verstärkt Langzeitarbeitslose einstellen. Dazu hat Erwin Spiekermann, Direktor des Arbeitsamtes Montabaur, aufgerufen. »Wer Langzeitarbeitslose einstellt, kann aus einer großen Zahl berufserfahrener, qualifizierter und motivierter Bewerber wählen. Zudem kommen Arbeitgeber damit ihrer sozialen Verantwortung nach.« Von derzeit 1600 Personen, die mindestens schon ein Jahr lang auf eine Wiederbeschäftigung warten, sind circa ein Drittel jünger als 45 Jahre. Ein erheblicher Teil der Älteren unter ihnen sind überhaupt erstmals arbeitslos geworden. Arbeitgeber können im Einzelfall beträchtliche finanzielle Hilfen erhalten, um die Einstellung eines Langzeitarbeitslosen zu fordern.
Entgegen verbreiteter Vorurteile haben die betroffenen Mitbürger, so das Arbeitsamt, oftmals ihren Arbeitsplatz nicht aus eigener Schuld, sondern infolge wirtschaftlicher Verände- rungen-oder betrieblicher Umstrukturierungen verloren. Aufgrund der zurückliegenden Rezession ist es selbst vielen Fachkräften nicht gelungen, eine neue Beschäftigung zu finden. Unterschiedliche finanzielle Hilfen können angeboten werden. Die bisherigen Einstellungsanreize, etwa Eingliederungsbeihilfen oder Lohnkostenzuschüsse für die Beschäftigung älterer Arbeitsloser, erweitert seit kurzem ein neues Sonderprogramm der Bundesregierung. Durch die Aktion »Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose« kann ein Betrieb ein Jahr lang-je nach Fallgestaltung-einen Zuschuß bis zu 80 Prozent zum Bruttolohn erhalten.
Einen Überblick über Mittel, Wege und Programme gegen Langzeitarbeitslosigkeit gibt ein »Leitfaden für Arbeitgeber«. Die Schrift kann im Arbeitsamt Montabaur (Telefon 02602/123-169 oder 541, Telefax 02602/123201) sowie bei seinen Dienststellen in Diez, Bad Ems, Hachenburg, Höhr- Grenzhausen, Lahnstein, Westerburg und in Nastätten angefordert werden. Interessierte Arbeitgeber wenden sich an die Arbeitsvermittlung, die — bei Wunsch auch im Betrieb — berät oder Vermittlungsaufträge entgegen nimmt.
ff “Erwachsenenbildung”
Sachsens Glanz find Gloria
Edles Porzellan, Silbermanns Orgeln und Stätten großer Kunst
^-Studienreise vom 7. bis 14. Oktober 1995
Auszüge aus dem Programm
1. Tag: Besuch des Schlosses Heidecks
burg in Rudolfstadt und des Arn- stedter Schlosses.
Beide Schlösser enthalten Porzellansammlungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Übernachtung in Erfurt.
2. Tag: Besuch der Porzellan-Manufaktur in Sitzendorf und
in Lippelsdorf und der Klosterruine Paulinzella.
3. Tag: Vorbei an der mittelalterlichen Wasserburg Kapel
lendorf geht es zu den 3 Domburger Schlössern. Anschließend setzt Naumburg mit seinem historischen Stadtkern, seinem Dom, seinem Rathaus sowie den Bürgerhäusern die nächsten Programmpunkte.
Übernachtung in Dresden.
4. Tag: Eine reizvolle Attraktion ist das Puppentheater-
Museum in Radebeul. Danach erwartet Sie Meißen mit seiner berühmten Porzellan-Manufaktur.
5. Tag: Dresden - das Elb-Florenz steht im Mittelpunkt
Ihres Programmes. Ihr Rundgang beginnt mit dem Schloß, der Frauenkirche und der Zwingeranlage.
6. Tag: Besichtigung der reizvollen Loschwitzer Elb
schlösser, Schloß Albrechtsberg, Villa Stockhausen und Schloß Eckberg.
7. Tag: Besuch des Ortes Freiberg. Die Stadt war durch
ihren Silberbergbau Quelle des Reichtums der sächsischen Herzoge.
Nachdem Sie Karlsbad eines der hist. Kurbäder der alten K. u. K.-Donaumonarchie kennengelernt haben, fahren wir weiter nach Selb.
8. Tag: Besichtigung der Porzellanfabrik von Selb.
Anschließend Heinifahrt.
Die Kosten für diese Reise, Übernachtung mit Frühstück, alle Führungen und Eintritte, Fahrt in einem modernen Reisebus, betragen pro Person 1.055 DM. Einzelzimmerzuschlag: 40 DM pro Tag/Person. Sollten Sie sich für diese Reise interessieren, fordern Sie unverbindlich das ausführliche Reiseprogramm bei der VHS Geschäftsstelle an. Eine Anmeldung für diese Reise ist bis Mitte Juli möglich, da die Optionen in den verschiedenen Hotels am 16. Juli auslaufen.
VHS Geschäftsstelle, Rathaus Montabaur, Tel.: 02602/126.105 Geschäftszeiten:
Mittwochs.
.von 13.30 bis 16.00 Uhr

