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Montabaur

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Nr. 19/95

haben und die für eine Förderung und Weiterentwicklung der Partnerschaft Sebnitz/Montabaur aus ihrer Sicht wichtigen Verbindungen. Dabei hob Herr Mai vor allem hervor, daß der Ausbau freundschaftlicher Bindungen und Verbindungen zwi­schen Montabaur und Sebnitz für die Motivation der Sebnitzer zur Bewältigung aller anstehenden Probleme außerordentlich hilfreich sei. Denn die besondere grenznahe Lage der Partner­stadt Sebnitz im neu gebildeten Landkreis Sächsische Schweiz, die Entfernung zu den Hauptverkehrsachsen und die unmittelbare Nachbarschaft zum Nachbarland Tschechien führe zu Rahmenbedingungen, die im Vergleich zu anderen Städten in Sebnitz besondere strukturelle Auswirkungen hät­ten.

Im anschließenden gemeinsamen Gespräch der Stadträte mit den Vertretern der örtlichen Vereine wurde festgestellt, daß mehrere Vereine bereits freundschaftliche Verbindungen zu Vereinen in Sebnitz aufgebaut haben und daß mehrere Vereine auch daran interessiert sind, in solche freundschaftlichen und partnerschaftlichen Verbindungen zur Partnerstadt Sebnitz einzutreten. Daher konnte im Ergebnis festgestellt werden, daß die Städtepartnerschaft Montabaur/Sebnitz ein wichtiger Beitrag zum Zusammenwachsen in der neuen Bundesrepublik sein kann und auch sein muß und gerade auf der Ebene der persönlichen Begegnungen zwischen Vereinen und Mitbürge­rinnen und Mitbürgern diese Städtepartnerschaft ihre feste Grundlage und Basis erhalten und entwickeln muß. Konkrete Kontakte und Besuchstermine sowie gemeinsame Vorhaben wurden ausgetauscht. Dabei betonten auch die Stadtratsmit­glieder aus der Partnerstadt Sebnitz, daß in den vergangenen Jahren das Vereinsleben in Sebnitz auf eine neue Grundlage gestellt worden sei und auch die Sebnitzer Vereine und Mit­bürgerinnen und Mitbürger an freundschaftlichen Verbindun­gen zu Montabaur außerordentlich interessiert seien.

Am Nachmittag führte Bürgermeister Dr. Possel-Dölken die Gäste aus Sebnitz auf einer Rundfahrt durch die Stadt und Verbandsgemeinde Montabaur und stellte den Gästen dabei zahlreiche öffentliche Maßnahmen vor (Kindergärten, Stadion Montabaur, Dorfgemeinschaftshallen usw.) sowie die Entwick­lungsmaßnahme Bahnhof Montabaur und die Erweiterung des Business-Park Montabaur, Elgendorfer Straße. Zusammen mit dem Ersten Ortsbeigeordneten Müller wurde Niederelbert als schönstes Dorf in Rheinland-Pfalz 1994 in einem kurzen Rundgang vorgestellt. Als besonderes Beispiel der Aktivitäten auch kleinerer Gemeinden wurde das Heimathaus und Dorfcafe in der Ortsgemeinde Daubach mit Herrn Ortsbürger­meister Hahn vorgestellt und an diesem Beispiel erläutert, daß es vielfältige Wege und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Dörfern in landschaftlich reizvoller Lage gibt.

Die Stadtratsmitglieder der Stadt Sebnitz bedankten sich für die große Fülle der verschiedenartigen anregenden Eindrücke und gewannen den Eindruck, daß die Partnerschaft zwischen Montabaur und Sebnitz auf breiter Grundlage angelegt und ausgebaut werden soll. Mit einem sonnigen Frühschoppen in der Gaststätte »Villa Sonnenschein« schlossen die Gäste aus Sebnitz vor ihrer Rückfahrt ihren Besuch in der Partnerstadt Montabaur, der auch durch sonniges Frühsommerwetter Mon­tabaur und Umgebung von der landschaftlich schönsten Seite gezeigt hatte.

Es würden bei diesem Besuch zahlreiche Gegeneinladungen zu einem Besuch in Sebnitz und zu einem Besuch der landschaft­lich ebenfalls sehr reizvollen sächsischen Schweiz ausgespro­chen.

Dr. Possel-Dölken, Bürgermeister

Bachpatentreffen am 4. Mai 1995 im alten Rathaus

Auch dieses Jahr trafen sich die Bachpaten der Verbandsge­meinde Montabaur wieder zum jährlich stattfindenden Infor­mationsgespräch. 19 Teilnehmer tauschten ihre Erfahrungen aus und diskutierten mit dem Ersten Beigeordneten Herrn Heinz Reusch und der Umweltbeauftragten Frau Constanze Wunderlich neue Ansätze bei der Durchführung ihrer Aufga­ben.

Die bereits 1988 ins Leben gerufene Initiative hat das Ziel, die zahlreichen Bäche im Verbandsgemeindegebiet in einem na- tumahen Zustand zu erhalten. Hierfür werden mit den Bach­paten/innen Verträge geschlossen, die deren Aufgaben festle­gen: Dem/der Bachpaten/in obliegt als offiziellem Beauftrag- ten/er der Verbandsgemeihde die regelmäßige Beobachtung des ihm/ihr zugewiesenen Gewässers über einen längeren Zeitraum; er/sie berichtet den Gewässerzustand an die Ver­bandsgemeinde - das gilt vor allem bei akuten Gewässerbe­einträchtigungen - und ist an Pflege- und Schutzmaßnahmen beteiligt. Im Gegenzug sorgt die Verbandsgemeinde dafür, daß die Aspiranten/innen in die Aufgaben der Gewässerunterhal­tung eingewiesen werden und an Schulungen zum Thema teilnehmen können.

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Besonders erfreulich war für die Vertreter der Verbandsge­meinde die ausgesprochen hohe Teilnahme an dem Erfah­rungsaustausch. Mit 19 von insgesamt rund 22 Bachpaten/in­nen waren diese fast vollständig versammelt. Die auch sonst j überdurchschnittlich engagierten ehrenamtlichen Helfer/in- | nen eint ein starkes Interesse an den Belangen des Natur­schutzes. So wird auch die private Ausgabe für eine Wasser­prüfausrüstung durchaus nicht gescheut, wenn es notwendig ist. Für diesen Bereich stellte Herr Thomas Bernstein von den Verbandsgemeindewerken den Teilnehmern/innen einige Möglichkeiten vor. Von einfachen pH-Indikatorstäbchen für Sauerstoff- und Ammoniumtests bis zu einem Profi-Testkoffer stehen vielfältige Meßinstrumente zur Verfügung.

Heinz Reusch bedankte sich bei den Bachpaten für die gute Zusammenarbeit und l übergab im Namen der Verbandsgemeinde verschiedene Meßinstrumente zur Unterstützung der zukünftigen Arbeit im Rahmen der Bachpatenschaften. j

Vorrangiges Thema des Treffens war der Wunsch der Teilneh­mer/innen nach einem Wochenendseminar speziell zu den Themen »bachbegleitende Fauna und Flora«, hier insbesonde­re die Pflege der Gehölze, sowie »Fischhindernisse«, die als I besondere Problematik in der Gewässerbetreuung gewertet wurden.

Verschiedene Bachpaten/innen berichteten in diesem Zusam­menhang von ihren Problemen im Umgang mit Anliegern, bei denen offensichtlich große Informationsdefizite bestehen, was die bachgerechte Uferbepflanzung anbelangt. So pflanze man­cher Eigentümer schlicht aus Unwissenheit falsche Bäume oder Sträucher auf seinem an den Bach angrenzenden Grund­stück oder holze wichtige Bestände ab. Als aktuelles Negativ­beispiel wurde Welschneudorf angeführt und die Frage erör­tert, welche Möglichkeiten Bachpaten/innen haben, solche Ge­fährdungen für Landschaft und Gewässer rechtzeitig zu er­kennen und dadurch verhindern zu können.

Als Beispiele für ungünstige Bepflanzung in Ufernähe gelten Fichten, die sich hinderlich auf Lebensprozesse des Baches auswirken. Zudem bieten diese Bäume keinen Halt für das Bachufer, da ihre Wurzeln leicht zu unterspülen sind. Werden dagegen vorhandene Erlen oder Weiden in Ufemähe gefällt, so fehlt Kleinstlebewesen, beispielsweise dem Bachflohkrebs, die sich von den herabfallenden Blättern ernähren, die Le-