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Montabaur

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Nr. 4/95

Gibt es Risiken?

Die Risiken aus gentechnisch bearbeiteter Nahrung sind schwierig abzuschätzen. Das ist ein Grund dafür, daß sich Kritiker und Befürworter der Gentechnik so unversöhnlich gegenüberstehen. Die einen sehen die Vorteile, die anderen nur die Nachteile. Veränderung am Erbmaterial durchzufüh­ren ist heute recht einfach, aber welche Konsequenz dies außer den gewünschten Folgen nach sich zieht, weiß man nicht genau. Eine direkte Giftigkeit kann sicherhch ausgeschlossen werden, aber alle längerfristigen Effekte werden erst mit der Zeit deutlich werden. Durch die gentechnische Bearbeitung der Lebensmittel könnten zum Beispiel wichtige, aber bislang unerkannte Nahrungsbestandteile verschwinden. Die Wir­kung von Ballaststoffen war lange Zeit nicht bekannt. Sie galten als unnötiger »Ballast«. Jetzt weiß man, daß sie für eine gute Verdauung notwendig sind. Ähnliches könnte mit ande­ren Nahrungsbestandteilen passieren. Über die direkte Beein­flussung der Qualität der Lebensmittel hinaus hat die Gen­technik auch Einfluß auf die Erzeugung. Getreide, das gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent ist, verleitet dazu, viel von diesen Substanzen beim Getreideanbau zu verwenden. Das kann unserem Trinkwasser, in dem diese Mittel dann irgendwann auftauchen, nicht egal sein. Darüber hinaus weiß man nicht genau, was mit dem Erbmaterial geschieht, das einmal in eine Nutzpflanze eingefügt wurde. Gerade Pflanzen kreuzen sich leicht mit nahen Verwandten und geben diesen Verwandten einen Teil ihres neuen Erbmaterials mit. Das ökologische Gleichgewicht könnte durch solche herumvaga­bundierende Erbbestandteile gestört werden.

Es geht auch ohne

Neben diesen Risiken sprechen auch praktische Gründe gegen gentechnisch bearbeitete Nahrungsmittel. Das Essen wird durch die neuen Methoden nicht besser, es ist nur billiger herzustellen, zu transportieren oder zu verarbeiten. Hohe Quahtät der Nahrungsmittel kann durch eine naturschonende Landwirtschaft sichergestellt werden. Nach anerkannten bio­logischen Richtlinien hergestellte Lebensmittel dürfen nicht mit gentechnisch veränderten Lebewesen erzeugt sein. Leider haben so hergestellte Produkte auch ihren Preis. Der Anteil des Einkommens, der für Essen ausgegeben wird, sinkt seit Jahren. Vielleicht sollten wir wieder mehr für gutes Essen ausgeben. Als Verbraucher können wir mit unserem Einkauf entscheiden, was angeboten wird. Wenn wir nur solche Dinge kaufen, die mit naturverträglichen Methoden hergestellt wur­den und bei denen auf riskante Verfahren wie die Gentechnik verzichtet wurde, dann werden Handel und Erzeuger reagie­ren und auch solche Lebensrnittel anbieten. Die wohl­schmeckende, rote Tomate bekommen wir auch vom Gärtner nebenan aber nicht im Dezember.

Informationen zur Entwicklung der Gentechnik enthält zum Beispiel der »Genethische Informationsdienst« (GID) hrsg. vom Gen-ethischen Netzwerk e. V., Schöneweider Straße 3, 12055 Berlin, Tel.: 030/6857073, Fax: 6841183.

Die Umweltberaterin der Verbandsgemeinde Montabaur, Con­stanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126.196.

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

Weiter geht es mit den alten Straßen:

Die Sauertalstraße, deren steiler Anstieg auch heute noch so manchem Fußgänger die Schweißperlen auf die Stirn treibt, wird bereits 1350 in einer Urkunde erwähnt, die den Siegler und Schöffen Hentzen »uff der suren portzen« nennt 0). Der Name leitet sich von den Mineralquellen ab, die aus den Schieferfelsen am Steilhang sprudelten und von der die größte schon im Mittelalter gefaßt wurde, um die Stadt über einige -Jahrhunderte mit kühlem und gutschmeckendem Trinkwas­ser zu versorgen. (0 Wie bekannt und an dieser Stelle schon erwähnt, können wir seit einigen Jahren wieder Sauerbrun­nenwasser aus dem Löwenkopf am Rathaus trinken.

Die Steigung vom Sauertal bis in die Stadt war früher erheb­lich steiler als heute. Sie wurde von der oberen und unteren

IUS ARCHIVI

Sauertalpforte gesichert. Der Fernverkehr von Koblenz führte durch die Schöffenpforte auf den Steinweg zur Sauerpforte ins Tal hinab durch die Hermolter nach Limburg und umgekehrt ( 2 ).

Erst Mitte der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wur­de die Allee- bzw. Bahnhofstraße gebaut, die den Anstieg umgeht und zunächst »Neue Chaussee« hieß. Gespanne die die sog. »Rütsch« hochsteigen mußten, benötigten Pferde zum Vorspannen, die noch bis Mitte des vorigen Jahrhunderts Johann Gerlach in den Stallungen der Gastwirtschaft »Zum weißen Roß« zu Diensten stehen hatte

Außerdem stand im Sauertal die kleinere der beiden kurfürst­lichen Mühlen. Die größere, mit drei Läufen stand in All­mannshausen. Nur auf diesen beiden Mühlen konnten die Bewohner des Bannes Montabaur ihr Getreide mahlen lassen. Für die Bürger und Bäcker der Stadt stand eine große Mehl­kiste unter dem Rathaus, die stets gefüllt sein mußte. Dazu waren die Müller bei Strafe verpflichtet. Diese wurden bis ins 15. Jh. von der Hofkammer gestellt, außerdem die Eseltreiber und die Esel, die die vollen Mehlsäcke in die Stadt bringen mußten, um diese in die Kiste auszuleeren. Die Mühle, die später in den Besitz der Stadt kam, ist schon lange abgerissen, der ehemahge Fußweg (bis 1800 als Eselspfad in den städti­schen Akten) existiert durch den Bau des Feuerwehrgeräte- hauses heute ebenfalls nicht mehr (0.

Die Vorstadt Allmannshausen, Standort der zweiten Mühle sowie von ein paar Bauerngehöften, kann ebenfalls auf eine lange Geschichte zurückblicken, so wird 1387 in einer Urkun­de von »Armenhusen« gesprochen. Die Mühle steht heute noch, sie ist in Privatbesitz und wurde vor einigen Jahrzehnten zu einem Wohnhaus umgebaut. Auch Allmannshausen hatte ei­nen Eselspfad, der von der heutigen Alleestraße in steilem Anstieg zum »Stadttor am hinteren Rebstock« und weiter zum Markt führte. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden auf beiden Wegen Treppenstufen eingebaut, damit diese für die Bürger gangbarer wurden (0.

Die Bewohner der Vorstädte Armenhusen und Saurenthal sowie der ausgegangen Vorstadt Pfaffenacker (etwa vor dem Peterstor) waren Beisassen. Im Kriege flüchteten sie hinter den Mauerring der Stadt (0.

Beatrix Künzer

^ H. Fries: Histor. Notizen Abt. 9.4, Nr. 28 ® H. Gensicke: Die Stadt Montabaur im Spätmittelalter Nass. Annalen 73 Band, 1962

® G. Henkel: Mauern, Türme, Tore: Über der »Rütsch« in Annäherungen an die 700jährige Stadt Montabaur

Öffnungszeiten:

Montag, Mittwoch, Freitag.10.00 bis 12.00 Uhr

Dienstag, Donnerstag.:.15.30 bis 17.30 Uhr

Wichtige Information des Westerwaldkreis-Abfall Wirtschaftsbetriebes

Einsammlung von Problemabfallen aus Haushalten (haushaltsübliche Mengen) in der Verbandsgemeinde Montabaur Seitens des Westerwaldkreis-Abfallwirtschaftsbetriehes (WAB) wird darauf hingewiesen, daß die Einsammlung von Problemabfällen aus Haushalten in der Verbandsgemeinde Montabaur am 04.02.1995 stattfindet.

An diesem Tag haben die Bürger der Verbandsgemeinde Mon­tabaur in der Zeit von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr die Möglichkeit, an einer eigens dafür eingerichteten Sammelstelle umweltge­fährdende Problemabfälle abzuliefern und zwar in, Montabaur, Eichwiese.

Unter Aufsicht einer chemischen Fachkraft werden dort um­weltschädliche Problemabfälle aus Haushalten kostenlos an­genommen; hierzu zählen insbesondere Lackrückstände, Farbreste, Holz- und Pflanzenschutzmittel, Säuren, Gifte, Me­dikamente, Batterien jeder Art und Leuchtstoffröhren. Außer­dem können Sie beim Umweltmobil auch ausgehärtete Pflan­zenfette (Fritierfett) abgeben, die anschließend einer Wieder­verwertung zugeführt werden. (Die Annahme gilt jeweils nur für haushaltsübliche Mengen!).

Altöl darf auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ab sofort bei den mobilen Sammlungen leider nicht mehr angenommen werden. Sie können dieses aller­dings, nach wie vor, auf unserer stationären Problem­abfallannahmestelle im Betriebshof in Moschheim, täg­lich von 08.30 bis 12.00 Uhr bzw. zusätzlich donnerstags von 14.00 bis 18.00 Uhr in haushaltsüblichen Mengen gegen Gebühr anliefern. Bitte berücksichtigen Sie in diesem Zusammenhang, daß die Verkaufsstellen von Motoröl zur kostenlosen Entgegennahme der entspre-