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Montabaur

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Nr. 39/94

Gefahren für die Gesundheit

Schimmelsporen belasten das Immunsystem und können All­ergien auslösen. Insbesondere bei bereits bestehenden Er­krankungen kann es zu Infektionen der Atemwege kommen.

Der Kontrahent

Um den Widersacher zu besiegen, muß man ihn kennen. Schimmelpilze kommen in allen Lebensbereichen vor. Manche von ihnen nutzt der Mensch gezielt für seine Zweckewie etwa zur Käse- und Bierherstellung oder in der Pharmazie. In ^Wohnungen können bis zu 100 verschiedene Arten Vorkom­men'. \Bemerkbar machen sie sich aber erst, wenn sie sich verfärben. Schimmelpilze vermehren sich durch Sporen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Nachdem diese wie Staub durch die )mft transportiert wurden, bilden sie unter günstigen Bedingungen neue Pilzgeflechte. Als Nahrung brauchen sie organische Stoffe (Erde, Staub, Holz, Kunststoff). Blumenerde kann sehr viele Schimmelpilze enthalten. Eine weitere Bedin­gung ist Feuchtigkeit, Dabei reicht Luftfeuchtigkeit allein nicht aus. Es muß Koncfenswasser vorhanden sein. An diesem Punkt setzt der Kampf gegen den Schimmel ein.

Ursachen

Schimmelpilze wachsen vor allem an feuchten Wänden. Besei­tigen Sie deshalb zuerst die Ursachen für diese Feuchtigkeit. Nur dann hat die Entfernung des Schimmels dauerhaften Erfolg. Ein Grund für feuchte Wände können Bauschäden sein. Undichte Regenrinnen, Wasser- und Abwasserleitungen, Ka­minanschlüsse oder ein fehlender Verputz an der Außenwand oder eine vergessene Sperrschicht zum Erdboden lassen Was­ser in die Wand eindringen, an der dann der Schimmel »blüht«. Auch bei Neubauten, die nicht richtig ausgetrocknet sind, kommt es öfter zu Schimmelbildung auch noch Jahre nach dem Einzug.

Bei schlecht isolierten Wänden kondensiert die Luftfeuchtig­keit an der kalten Wand und gibt so dem Schimmel Nahrung. Vielleicht die wichtigste Ursache für Schimmel liegt in einem falschen Verhalten der Hausbewohner. Früher, als die Fenster noch einfach verglast und häufig undicht waren, fand der Austausch der feuchten Luft mehr oder weniger unkontrolliert statt. Beschlagene Fenster waren das Signal mal wieder zu lüften. Neue, dichtschließende Fenster erfordern ein veränder­tes, aufmerksameres Verhalten der Hausbewohner.

Abhilfe

Beheben Sie zuerst die Ursachen der Schimmelbildung: Repa­rieren Sie undichte Regenrinnen, Kaminanschlüsse oder ein undichtes Dach. Schließen Sie Risse im Außenputz. Lassen Sie defekte Rohrleitungen erneuern. Ist eine unzureichende Wär­medämmung der Außenwände der Grund für den Schimmelbe­fall, dann sollten Sie Ihr Haus nachträglich dämmen. In den meisten Fällen ist eine Außenwanddämmung die richtige Wahl. Baustoffhandel und Handwerker bieten verschiedene Systeme an. Lassen Sie sich beraten. Eine Außenwanddäm­mung entzieht nicht nur dem Schimmel die Grundlage, son­dern steigert den Wohnwert Ihres Hauses durch wärmere Wände und senkt Ihre Heizkosten erheblich (bis zu einem Drittel, je nach Alter des Hauses). Eine Innendämmung ist bauphysikalisch sehr viel schwieriger zu handhaben und sollte nur in Ausnahmefällen und dann vom Fachmann ausgeführt werden.

Schimmelbeseitigung

Die im Handel erhältlichen Mittel versprechen eine rasche und dauerhafte Beseitigung der Schimmelplage. Ihre Wirkung beruht auf Chlorverbindungen, Schwefel-Stickstoffverbindun- gen oder organischen Zinnverbindungen. Besonders die chlor­haltigen Mittel haben zwar eine gute, rasch wirkende pilzbe­kämpfende Wirkung, ihre Inhaltsstoffe können aber für Men­schen ähnlich schädlich sein, wie die Schimmelsporen. Als umweltfreundliche Alternative bieten sich einige bewährte Hausmittel an. Essigessenz (hochprozentiger Essig), Spiritus oder medizinischer Alkohol müssen aber deutlich länger ein­wirken. Tränken Sie bei guter Belüftung und offenem Fenster einen Lappen oder eine Bürste mit dem jeweiligen Mittel und reiben die betroffene Stelle notfalls mehrmals - kräftig ab. Schützen Sie dabei Ihre Augen und Schleimhäute.

Wichtig! Alle Mittel helfen nur vorübergehend, wenn Sie die Ursachen für die Schimmelbildung nicht beseitigen! Verhalten ändern

Durch Lüftung wird der Großteil der Feuchtigkeit abgeführt. Nur etwa zwei Prozent der Luftfeuchte im Haus gelangt über die Außenwand an die Umgebung. Achten Sie auf eine regel­mäßige Lufterneuerung. Lüften Sie drei bis vier Mal am Tag kräftig durch-5 bis 15 Minuten, morgens nach dem Aufstehen, wenn möglich mittags, nachmittags und abends vor dem Schla­fengehen. Vermeiden Sie eine Dauerlüftung während der Heiz­periode. Entfernen Sie Verkleidungen vor Heizkörpern und

behindern Sie die Zirkulation von warmer Luft nicht durch Vorhänge oder Möbel. Lüften Sie größere Dampfschwaden gleich nach dem Duschen oder Baden weg. In besonders schim­melgefährdeten Wohnungen sollten Sie keine Möbel direkt an Außenwänden aufstellen. Ist dies unumgänglich, halten Sie einen Abstand von fünf Zentimeter ein. Verzichten Sie auf eine zusätzliche Luftbefeuchtung und sorgen Sie auch bei Vorhän­gen und Wandverkleidungen für eine gute Hinterlüftung.

Quelle: Dr. Sabine Wenzel: Schimmel in Wohnungen, In Wohnung und Gesundheit 3/94

Informationen zur Rentenversicherung

Beratung - Auskunft

Sprechtage der Bundesversicherungsanstalt für Ange­stellte (BfA) für den Bereich des südlichen WeSterwald- kreises

Die Sprechtage der BfA finden in der Regel am ersten Montag im Monat bei der Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur statt.

Der nächste Sprechtag ist am Montag, dem 10.10.1994.

Die Sprechstunden sind.von 09.00 bis 12.30 Uhr

und.von 13.30 bis 15.00 Uhr

Sprechtage der Landesversicherungsanstalt Rheinland- Pfalz (LVA) für den Bereich der Verbandsgemeiade Montabaur

Die Sprechtage der LVA Rheinland-Pfalz finden in der Regel am ersten Dienstag im Monat bei der Verbandsgemeindever­waltung Montabaur statt.

Der nächste Sprechtag ist am Dienstag, dem 04.10.1994.

Die Sprechstunden sind.von 08.30 bis 12.00 Uhr

und.von 13.30 bis 15.30 Uhr

Für die Nachmittagssprechstunden ist für beide Sprechtage eine vorherige Terminvereinbarung notwendig.

Die Versicherten werden gebeten, ihre Rentenversicherungs­unterlagen, Nachweise über Krankheitszeiten, Zeiten der Ar­beitslosigkeit, militärischer Dienst, Zeiten der Schul-, Fach­schul- und Hochschulausbildung nach dem 16. Lebensjahr und ggf. den Flüchtlings- oder Vertriebenenausweis mitzubringen. Für die Anrechnung von Zeiten der Kindererziehung und Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung ist die Vorla­ge der Geburtsurkunden oder des Familienbuches erforder­lich. Unbeglaubigte Fotokopien genügen nicht!

Sollte ein Versicherter nicht selbst vorsprechen können, kann er sich durch einen Bevollmächtigten vertreten lassen. Aus Gründen des Datenschutzes ist in diesem Fall jedoch die Vorlage einer Vollmacht, der Personalausweis in allen Fällen, erforderlich. Das gilt auch für Ehegatten!

Die Beratungen werden bei der Verbandsgemeindeverwal­tung, 56410 Montabaur, Rathaus Altbau, I. Stock, Zimmer 11, durchgeführt.

Telefonische Terminvereinbarungen unter Tel.: 02602/126.154.

IUS ARCHIVI

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

Der Stadtbrunnen auf dem Großen Markt: Erster Teil Von einem Trog oder gar einem »Sarg« wie im 16. Jahrhun- , dert der im letzten Aufsatz genannte Röhrenbrunnen ist 1 heute nicht mehr die Rede. Die acht Felder eines Brunnenbek- kens tragen die Symbole der acht Gemeinden, die gegenwärtig i zur Stadt gehören. Das sind bekannte Namen: Eigendorf, Eschelbach, Wirzenborn, Bladernheim, Ettersdorf und Recken­thal Orte, die seit 1971/72 zur Stadt Montabaur rechnen. Schon seit dem Mittelalter war Horressen Stadtteil, hatte aber j zu nassauischer Zeit eine eigenen Gemeinde gebildet (Edikt j vom 5. VI. 1816), um aber 1971 zur Stadt zurückzukehren. Die j Kernstadt jedoch war und ist Montabaur. Wichtige Ereignisse j der Stadtgeschichte sind folglich auch im Zentrum des Brun­nens auf der achteckigen Säule angedeutet.

Der erste Teil unserer Brunnenbeschreibung nimmt aus die­sem »Fries« zur Stadtgeschichte die Daten und Symbole her­aus, die däs 1000jährige Verwaltungszentrum Montabaur zei­gen. - Mit der Urkunde von 959 n. Chr. beginnt diese Entwick-