Montabaur
Nr. 4/93
E
Vermögensplan
Deckungsmittel/Bedarf.je 3.908.000 DM
Der Gesamtbetrag der Kredite wird auf 1.800.000 DM festgesetzt. Der Gesamtbetrag der Umschuldungen im Wirtschaftsjahr 1993 beträgt 6.370.691,65 DM.
Betriebszweig Abwasserbeseitigung Erfolgsplan
Erträge/Aufwendungen.je 8.155.000 DM
Vermögensplan
Deckungsmittel/Bedarf.je 12.607.000 DM
Der Gesamtbetrag der Kredite wird auf 5.500.000 DM festgesetzt. (Aufschluß über Art und Umfang der Einnahmen/Ausga- ben des Verbandsgemeindehaushaltes geben zum Haushaltsplan erstellte Graphiken. Diese werden auszugsweise mit weiteren, die Haushaltssituation der Verbandsgemeinde verdeutlichenden Informationen in der nächsten Ausgabe des Wochenblattes zur Kenntnis gegeben).
Der Verabschiedung des Haushaltsplanes sowie der Wirtschaftspläne waren ausführliche Stellungnahmen in der Ratssitzung vorausgegangen. Hierüber wird nachstehend auszugsweise berichtet:
Haushaltsrede des Bürgermeisters
Seinen Ausführungen stellte Bürgermeister Dr. Possel-Dölken die Feststellung voran, daß der Haushaltsplanentwurf nach dem Prinzip einer sparsamen und auf notwendige Maßnahmen beschränkten Haushaltsführung aufgestellt sei. Er hob hervor, daß wiederum eine Finanzierungüber Kredite nicht erforderlich gewesen sei und weitere Schulden abgebaut wurden.
Zu dem Gesamtausgabevolumen des Vermögenshaushaltes mit ca. 4,8 Mio. DM bemerkte Bürgermeister Dr. Possel-Dölken, daß sich ein Großteil der Investitionen auf den Aufgabenbereich »Schule« erstrecke. Als weitere Schwerpunkte nannte er den »Brandschutz«, die Erweiterung des Rathauses sowie der Ausbau der EDV-Tfechnik. Der Vermögenshaushalt finanziere sich durch eine Rücklagenentnahme von 1,6 Mia DM, durch die Zuweisung und Zuschüsse Dritter in Höhe von 1,25 Mio. DM und durch Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt von 1,6 Mio. DM. Dieser relativ hohe Überschuß des Verwaltungshaushaltes werde durch die gute Entwicklung der Einnahmen im Verwaltungshaushalt ermöglicht.
Der Verwaltungshaushalt zeige bei der Verbandsgemeindeumlage bei einem gleichbleibenden Umlagesatz von 34 % ein Aufkommen von 13,2 Mio. DM auf. Bei den Ausgaben des Verwaltungshaushaltes handele es sich schwerpunktmäßig um Personalkosten, die Unter haltung der Schulgeb äude und um die B au - leitplanung.
Abschließend bemerkte Bürgermeister Dr. Possel-Dölken, nach Information der Landesregierung werde der Finanzausgleich ab 1995 eine andere Dimension erhalten, so daß man auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung gut beraten sei, in Zukunft weiterhin sparsam und sorgsam zu haushal- ten.
Bericht des Ersten Beigeordneten Reusch Erster Beigeordneter Heinz Reusch bezog Stellung zu den vorgelegten Wirtschaftsplänen für die Verbandsgemeindewerke. Er hob hervor, daß von dem Gesamtvolumen beider Wirtschaftspläne in Höhe von 29,6 Mio. DM insgesamt 16,5 Mio. DM auf den Vermögenshaushalt entfallen und somit für Investitionen vorgesehen sind. Im Zuge der nachlassenden Konjunktur soll dies ein Zeichen für die Bauwirtschaft sein, daß auch 1993 erheblich investiert wird. Diese Investitionen seien jedoch nicht nur für die Bauwirtschaft vorgesehen, sondern dienten auch dem Umwelt- und Gewässerschutz.
Für den Wirtschaftsplan »Wasser« stellte er als Schwerpunkt den Bau einer Aufbereitungsanlage in Ruppach, den Anschluß von zwei bereits ausgebauten Tiefbrunnen, die Fortführung der Arbeiten am Hochbehälter in Kadenbach sowie die Erneuerung von Versorgungsleitungen heraus. Hierfür würden insgesamt ca. 2,4 Mio. DM investiert.
Zum Sektor »Abwasserbeseitigung« wurde ausgesagt, daß
- die Fortführung der Arbeiten an der Kläranlage Gelbachtal (mit den dazugehörigen Sammlern)
- der Beginn der Erweiterung der Montabaurer Kläranlage und
- der Bau eines Rückhaltebeckens »In der Wässer« in Eitelborn
vorgesehen ist. Darüber hinaus werde eine neue Kläranlage zusammen mit der Verbandsgemeinde Diez im Gelbachtd geplant. Für diese Maßnahmen seien Kosten von ca 4,6 Mio. DM eingeplant.
Auch seien 3,1 Mio. DM für die jährlichen Kanalbaumaßnahmen in den Straßenzügen bzw. in den Neubaugebieten vorgesehen.
Abschließend bemerkte Erster Beigeordneter Reusch, daß alle von den Ortsgemeinden angemeldeten Maßnahmen in die Wirtschaftspläne auf genommen wurden, so daß eine kontinuierliche Entwicklung gesichert sei.
Stellungnahme der Fraktionen
Für die CDU-Fraktion stellte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Müller zum Haushaltsplan 1993 die Feststellung voran, dieser sei solide finanziert und die Steigerung gegenüber dem Vorjahr moderat.
Eine florierende Wirtschaft in der Region sei für die Bewältigung kommunaler Aufgaben wichtig, was ein Blick auf die Einnahmeseite im Verwaltungshaushalt deutlich mache Die Umlagegrundlagen zur Berechnung der Verbandsgemeindeumlage hätten sich um 4,6 Mia DM erhöht; darin enthalten seien 1,5 Mia DM mehr Gewerbesteuer und 2,1 Mio. DM mehr gemeindliche Einkommensteueranteile. Dies zeige, daß höhere Gewinnein der Wirtschaft mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Kommunen bieten. Durch die erhöhten Umlagegrundlagen sei auch die Verbandsgemeindeumlage um 1,56 Mio. DM angestiegen, ohne daß jedoch der Hebesatz von 34 % verändert wurde. In seinen weiteren Ausführungen ging er auf die infolge guter Wirtschaftslage günstige Einnahmesituation ein, die es ermöglicht, noch höhere Beträge an den Vermögenshaushalt abzuführen als im Vorjahr, obwohl die Aufgaben und damit die Ausgaben im Verwaltungshaushalt gestiegen sind. Besonders gelte dies für den Schuletat, der um 485.000,00 DM auf über 2,8 Mio. DM angestiegen sei. Begrüßt wurden namens der CDU-Fraktion auch die Arbeiten, die neben den werterhaltenden Sanierungsmaßnahmen dazu beitragen, die Schulhäuser so zu erhalten, daß die Schüler sich in ihnen wohlfühlen können.
Die Steigerung der Personalkosten von 8,2 % auf nunmehr 33,28 % sah der Vorsitzende der CDU-Fraktion als erforderlich an, um die Leistungsfähigkeit der Verwaltung und die Motivation der einzelnen Mitarbeiter zu gewährleisten bzw. zu erhalten.
Letztlich erging noch ein Hinweis auf die im Vermögenshaushalt für Schulmaßnahmen veranschlagten Mittel, die nach Auffassung der CDU-Fraktion sehr sinnvoll seien, da dieses Geld in die Bildung und Ausbildung der Kinder investiert wird.
Zum Schluß seiner Ausführungen wies Ratsmitglied Müller darauf hin, der vorliegende Plan sei der fünfte seit 1989, der ohne Neuverschuldung finanziert werde, und dies trotz steigender Ausgaben für Investitionen.
Zu den Wirtschaftsplänen der Verbandsgemeindewerke bezog Hermann-Josef Schmidt für die CDU-Fraktion Stellung. In seinen Ausführungen sprach er die Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Montabaur an, die sichergestellt sei. Auch die Qualität des Trinkwassers entspreche den geforderten Normen. Er schloß sich den Feststellungen des Ersten Beigeordneten Reusch hinsichtlich der geplanten Investitionen im Bereich des Wasserwerkes im Jahre 1993 an und erklärte, nach Abschluß dieser Maßnahmen werde sich der Investitionsbedarf für die Folgejahre um mindestens 50 % verringern.
Der Finanzbedarf für notwendige Investitionen in den nächsten vier Jahren im Betriebszweig »Abwasserbeseitigung« betrage über 40 Mio. DM. Im Jahre 1993 seien Investitionen von 12,6 Mio. DM geplant. Dies bedeute eine Steigerung von 4,2 Mio. DM im Vergleich zum Vorjahr. Die CDU-Fraktion vertrete die Meinung, daß Abwasserbeseitigung und die Reinigung der verschmutzten Gewässer einen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz darstellen. Es müsse das angestrebte Ziel sein, die Abwasserreinigungsanlagen schnellstmöglich für alle Orte und Anwesen der Verbandsgemeinde Montabaur zu erstellen.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Paul Widner, stellte zu Beginn seiner Ausführungen zum Haushaltsplan 1993 zur allgemeinen Finanzlage fest, daß die Rücklagen der Verbandsgemeinde in Anspruch genommen werden müssen, und bezweifelte, ob die Beurteilung der freien Finanzspitze so wahr wird. Kritisch betrachtete er auch die geplante Neuverschuldung auf 1994 von 1,6 Mio. DM. Er wies darauf hin, das Jahr 1994 werfe schon jetzt seine Schatten voraus, und prognostizierte einen Anstieg der Investitionsmaßnahmen.
Zum Schwerpunkt »Schule« sprach er die Ausstattung mit Computern an und hielt die Schaffung von modernen Ausbildungsstätten grundsätzlich für erforderlich. Zu den Kosten im Sozialbereich wurde die Frage aufgeworfen, ob die Ansätze für Flüchtlinge ausreichend bemessen sind.

