Montabaur
Nr. 4/93
m
erhebliche negative Auswirkungen auf Flora, Fauna, Kleinklima, Bodenwasserhaushalt, Fließgewässer und Landschaftsbild hervorrufen wird. Die unvermeidbar werdenden Eingriffe in Natur und Landschaft sind jedoch entsprechend auszugleichen. Besondere Ausgleichsmaßnahmen sind - wie bereits deutlich gemacht - für den Bereich »Eichen-Diekenscheid« zwischen Heilberscheid und Nentershausen unverzichtbar.
5.2 Die Ttasse »Süd« berührt Gebiete der »Wasserschutzzone III« des Wasserschutzgebietes »Heilberscheid« mit der Folge, daß die Wassermenge und die -qualität beeinflußt werden. E s ist daher nach wie vor unabdingbar, daß die Bundesbahn dafür Sorge zu tragen hat, daß eine Ersatzwasserbeschaffung als Ausgleich notwendig ist.
6. Ergebnis:
Die ergänzten Planunterlagen bekräftigen die Entscheidung der Verbandsgemeinde Montabaur, daß in ihrem Gebiet
a) die Ihasse »Montabaur-Nord« nicht hinnehmbar ist,
b) die Trasse »Montabaur-Süd« zwar mit Eingriffen in das' Landschaftsbild verbunden ist, diese aber im Sinne einer umweltverträglichen Streckenführung begrenzbar und ausgleichbar sind und
c) im Zuge der TVasse »Montabaur-Süd« ein verkehrsgünstig anbindbarer Haltepunkt für die Region Mittelrhein/Westerwald möglich ist, der für die weitere Entwicklung dieser Region von entscheidender Bedeutung ist, im Nahbereich des Haltepunktes allerdings noch einer abzustimmenden Entwicklungs-, Straßen- und Bauleitplanung sowie einer umweltverträglichen Einbindung bedarf.
Jahresrechnung/Jahresabschlüsse 1991 gebilligt und Entlastung erteilt
Drei nacheinander anstehende Tagesordnungspunkte hatten den Rechnungsabschluß des Verbandsgemeindehaushaltes 1991 sowie der Wirtschaftspläne der Verbandsgemeindewerke für das Wirtschaftsjahr 1991 zum Inhalt. Zu Beginn der Beratungen übertrug Bürgermeister Dr. Possel-Dölken dem an Lebensjahren ältesten Ratsmitglied Hugo Kochern (FDP) den Vorsitz, da er selbst und die Beigeordneten wegen Befangenheit von der weiteren Beratung und Beschlußfassung ausgeschlossen waren.
Daraufhin ergriff der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses Walter Schmidt (CDU) das Wort und berichtete über den Verlauf sowie das Ergebnis der durchgeführten Sitzungen, in deren Verlauf sowohl die Haushaltswirtschaft der Verbandsgemeinde als auch die Wirtschaftspläne der Verbandsgemeindewerke geprüft wurden. Für das Haushaltsjahr 1991 konstatierte der Rechnungsprüfungsausschußvorsitzende eine geordnete Finanzwirtschaft und bezeichnete die mit einem Überschuß von 1.985.000 DM ermittelte freie Finanzspitze (diese gibt Aufschluß über die finanzielle Leistungsfähigkeit der Verbandsgemeinde) als beachtlich. Positiv wurde auch hervorgehoben, daß auf die Aufnahme von Krediten verzichtet und statt dessen 1991 Schulen ab gebaut werden konnten. Zu den in einem vom Rechnungsprüfungsausschuß erstellten Bericht aufgeführten Prüfungsbemerkungen erklärte Walter Schmidt, es handele sich hierbei insgesamt um keine gravierenden Beanstandungen. Die aufgegriffenen Punkte sollten jedoch im Interesse einer geordneten Verwaltung künftig abgestellt werden. Insgesamt habe man keine Tatsachen ermittelt, die einer Entlastung der Verwaltungsführung entgegenstünden. Namens des Rechnungsprüfungsausschusses wurde dem Verbandsgemeinderat die Bestätigung der Jahresrechnung sowie die Entlastungserteilung empfohlen. Dem entsprach der Verbandsgemeinderat durch einstimmigen Beschluß.
(Eckwerte der Jahresrechnung über den Haushalt 1991 der Verbandsgemeinde wurden bereits durch gesondere öffentliche Bekanntmachung im Wochenblatt zur Kenntnis gegeben.
In einem nachfolgenden Bericht nahm Ratsmitglied Walter Schmidt Stellung zu der gemäß gesetzlicher Bestimmung vorgegebenen Überprüfung der Betriebszweige Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung bei den Verbandsgemeindewerken durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Für beide Betriebszweige sei bestätigt worden, daß die Buchführung und der Jahresabschluß den gesetzlichen Vorschriften entspreche. Die Kapitalausstattungbeider Betriebszweige könne als gut bezeichnet werden. Er hob hervor, daß der Preis der Abwasserbeseitigung unter der zumutbaren Belastungsgrenze von 140 DM pro Einwohner und Jahr liege Durch einstimmigen Beschluß bestätigte der Verbandsgemeinderat die Jahresabschlüsse für die Verbandsgemeindewerke in den Betriebszweigen Wasserversorgung und Abwasserbeseiti
gung und erteilte dem Bürgermeister und den Beigeordneten die Entlastung. Zum Ende des Wirtschaftsjahres 1991 wurde für den Betriebszweig »Wasserversorgung« ein Jahresverlust von 279.640,46 DM und für den Betriebszweig »Abwasserbeseitigung« ein Jahresverlust von 209.259,69 DM ausgewiesen. Diese Verluste werden durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage ausgeglichen.
Antrag auf Gewährung von Zuschüssen für Regenwasserah- lagen mehrheitlich abgelehnt
Zu kontroversen Diskussionen kam es bezüglich der Gewährung von Zuschüssen für Regenwasseranlagen. Für die SPD-Frak- tion begründete ihr Vorsitzender, Paul Widner, den Antrag. Er führte aus, der durchschnittliche Wasserverbrauch in der Verbandsgemeinde Montabaur liege mit 131 Litern pro Einwohner und Tag zwar unter dem Bundesdurchschnitt von 145 Litern; dies sei jedoch nicht Grund genug, auf weitere Wassersparmaßnahmen zu verzichten. Der Bevölkerung müsse noch stärker als bisher verdeutlicht werden, wie kostbar und wichtig THnk- wasser ist. Auch die CDU-Landtagsfraktion in Mainz habe Initiativen in dieser Richtung gestartet, deren Ttenor weit über die Position der CDU-Verbandsgemeinderatsfraktion von Montabaur hinausgehe. Für die CDU-Fraktion stellte Kurt Schneider heraus, daß auch seine Fraktion für einen sparsamen Umgang mit dem THnkwasser sei. Eine Förderung von Regenwasseranlagen aus öffentlichen Mitteln sei jedoch nicht sinnvoll, da es effektivere und preiswertere Möglichkeiten der Wassereinspa- rung geben würde
Erster Beigeordneter Reusch wies darauf hin, daß vom Ver- bandsgemeindewerk in einer Anzeigenreihe im Wochenblatt der Verbandsgemeinde Montabaur über Maßnahmen zum Wassersparen bz w. zur Regenwassernutzung informiert wurde. Mit den dort aufgezeigten WaSsersparmaßnahmen könne jeder Haushalt mit geringen Mitteln einen großen Nutzen erzielen. Er stellte nochmals klar, daß man den Bau von Regenwassernutzungsanlagen nicht ablehna Vielmehr lehne man die Bezuschussung aus öffentlichen Mitteln für solche Anlagen ab, da dadurch die Haushalte, die keine Regenwasseranlage haben, aber andere Wassersparmaßnahmen einsetzen, benachteiligt würden. Als Begründung wies er darauf hin, daß es für solche Maßnahmen keinen Zuschuß gebe, obwohl eine größere Wirkung erreicht werden könne Auch der Vorsitzende der CDU-Verbandsgemeinde- ratsfraktion, Wolfgang Müller, gab zu bedenken, daß durch einen Zuschuß der Bauinteressent verleitet wird, einen wirtschaftlich falschen Weg einzuschlagen.
Ratsmitglied Widner erklärte, seiner Fraktion gehe es um den kumulativen Effekt, neben der Nutzung der von Herrn Reusch aufgezeigten Wassersparmaßnahmen mit einer Regenwassernutzungsanlage noch mehr Wasser zu sparen. Für die Gewährung eines Zuschusses sprach sich auch Ratsmitglied Eberth von der Fr aktion »Die Grünen« aus. Seiner Meinung nach müsse den Bürgern der Sinn und Zweck einer Regenwassernutzungsanlage deutlich gemacht und durch eine Förderung die Nachfrage angeregt werden. In der anschließenden Abstimmung sprach sich der Verbandsgemeinderat mit 19 Nein-Stimmen, 16 J a-Stimmen und 2 Enthaltungen mehrheitlich gegen den Antrag der SPD-Fraktion auf Gewährung eines Zuschusses für Regenwasseranlagen aus.
Verbandsgemeindehaushalt und Wirtschaftspläne 1993 einstimmig verabschiedet
35 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung, so lautete das Abstimmungsergebnis über das fast 500 Seiten umfassende Planwerk zum Haushalt der Verbandsgemeinde sowie der Pläne für die Verbandsgemeindewerke im Wirtschaftsjahr 1993. Nachstehend werden einige Eckdaten zum Haushalt der Verbandsgemeinde bzw. zu den Wirtschaftsplänen der Verbandsgemeindewerkezur Kenntnis gegeben.
Die Haushaltssatzung weist u.a. folgende Festsetzungen aus: Verwaltungshaushalt
Einnahmen/Ausgaben. je 27.714.000 DM
Vermögenshaushalt
Einnahmen/Ausgaben.je 4.828.000 DM
Der Gesamtbetrag der Kredite wird auf 50.000 DM festgesetzt. Der Gesamtbetrag der Umschuldungen beträgt 3.721.000 DM. Die Verbandsgemeindeumlage bleibt mit 34 % gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Wirtschaftspläne der Verbandsgemeindewerke Betriebszweig Wasserversorgung Erfolgsplan
Verträge/Aufwendungen
je 4.976.000 DM

