Montabaur
Nr. 42/92
Bericht über-die -Sitzung des Stadtrates am 29.09.1992
Aktuelle Informationen des Bürgermeisters Zu Beginn der Sitzung des Stadtrates berichtete Bürgermeister Dr. Possel-D ölken über die kommunalpolitische Situation in den Partnerstädten Brackley und Sebnitz. Er informierte darüber, daß zur Amtseinführung des neuen Bürgermeisters in Brackley eine offizielle Einladung des Stadtrates für das Frühjahr 1993 vorliega In der Partnerstadt Sebnitz seien der Bürgermeister und der Beigeordnete abgewählt worden. Eine Neuwahl findet Mitte Oktober statt.
Bebauungsplan »Lindchen« für den Bereich der Flurstücke Nr. 2101/1 und 2101/8 Ecke Elgendorfer Straße/Straße »Am Grubenfeld» geändert
Ein im Bereich Elgendorfer Straße/Ruhrstraße ansässiges Unternehmen beabsichtigt, im Kreuzungsbereich Elgendorfer Straße/Straße »Am Grubenfeld» ein weiteres Betriebsgebäude zu errichten. Da das Vorhaben sowohl aus arbeismarktpoliti- schen Gründen als auch aus städtebaulichen Gesichtspunkten befürwortet wird, hat der Stadtrat einstimmig folgende Änderungen des Bebauungsplanes beschlossen:
- Die Zahl der Vollgeschosse wird auf max. 3 (bisher 2) festgelegt.
- Für den an diesem Standort vorgesehenen Baukörper wird die Firsthöhe auf max, 12 m festgesetzt; Bezugspunkt hierfür ist die derzeit vorhandene Geländeoberfläche.
Änderung des Bebauungsplanes »Sommerwiese« für das Flurstück Nr. 146/21 (Flur 2) an der Eichendorffstraße Durch einstimmigen Beschluß wurde festgelegt, den Bebauungsplan so zu ändern, daß auf dem betreffenden Grundstück im südlichen Bereich zur Eichendorf fstraße hin eine Wohnhausbebauung zugelassen wird.
Widmung der Auerhahnstraße im Stadtteil Horressen Die Auerhahnstraße, verlaufend von der Lerchenstraße bis zur Fasanenallee und der Einmündung des Feldweges Nr. 103, wurde dem öffentlichen Verkehr gewidmet.
Auftrag zur Beschaffung von Parkscheinautomaten mit Solareinheiten einschließlich Schildern und Parkscheinen vergeben Die Auftragsvergabe steht im Zusammenhang mit dem Stadtratsbeschluß vom 10.06.1992, in dem ein neues Nutzungskonzept für Parkeinrichtungen im Stadtgebiet vorgesehen wurde. Die Parkscheinautomaten werden an den Parkplätzen »Kalbswiese«, Elisabethenstraße, Grundstück »Decker« und im oberen Bereich der Bahnhofstraße mit einer Parkgebühr von 0,50 DM/Stunde installiert.
Änderung des Bebauungsplanes »Auf dem Kalk II«
Für den gesamten Planbereich des Bebauungsplanes »Auf dem Kalk II« wurde einstimmig eine einheitliche Geschoßflächenzahl von 0,6 (bisher 0,4) festgesetzt.
Erhebung einer zweiten Vorausleistung für die Erschließungseinheit »Im Hemchen«
Mit Fälligkeit zum 15.10.1992 wurde aus wirtschaftlichen Gründen die Erhebung einer zweiten Vorausleistung für die Erschließungseinheit »Im Hemchen« beschlossen. Der Vorausleistungsbetrag wurde auf insgesamt 25,00 DM/qm beitragspflichtiger Geschoßfläche festgesetzt; die bisher veranlagte Vorauszahlung wird hiervon abgezogen.
Da die Erschließungsanlagen in 1992 weitgehend fertiggestellt sein werden, die endgültige Abrechnung in diesem Jahr jedoch nicht mehr erfolgen kann, wurde aus wirtschaftlichen Gründen die Erhebung einer zweiten Vorausleistung vorgesehen..
Genehmigung von überplanmäßigen Ausgaben für das Haushaltsjahr 1991
Der Stadtrat hat einstimmig die für das Stadtjubiläum angefallenen überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 72.681,00 DM genehmigt.
Genehmigung von überplanmäßigen und außerplanmäßigen Ausgaben für das Haushaltsjahr 1991 (Hospitalfonds)
Die Ausgabenerhöhungen wurden vom Stadtrat einstimmig genehmigt.
E
Kostenanteile für die Oberflächenentwässerung der öffentlichen Verkehrsanlagen; Änderung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über die Inanspruchnahme von Gemeindestraßen für Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen sowie die Erstattung der Kosten für die Oberflächenentwässerung von Gemeindestraßen und -wegen vom 05.05.1988 Der Stadtrat beschloß mehrheitlich die Änderung der vorgenannten öffentlich-rechtlichen Vereinbarung. Die Änderung erfolgt als Anpassung an die Rechtslage nach dem Kommunalabgabengesetz. Hiernach sind die Träger der Abwasserbeseitigung verpflichtet, den Anteil an den Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung, der auf die Straßenoberflächenentwässerung entfällt, verursachungsgerecht herauszurechnen. Das bedeutet, daß die von den privaten Haushalten zu finanzierenden Entgelte bei der Abwasserbeseitigung keine Kostenanteile für die Entwässerung der öffentlichen Verkehrsflächen, die von deren Trägern zu übernehmen sind, enthalten dürfen. Die abgabenrechtliche Gleichstellung von privaten Grundstückseigentümern und Gemeinden wird damit in dem Bereich sichergestellt.
Einrichtung von weiteren »Tempo 30-Zonen« in Montabaur; Antrag der SPD-Fraktion vom 31.03.1992 Die SPD-Fraktion hatte mit Datum vom 31.03.1992 beantragt, in den Wohngebieten der Stadt und in den Stadtteilen weitere »Tfempo 30-Zonen« einzurichten. Der Stadtrat hatte daraufhin die Verwaltung beauftragt, einige Bereiche hinsichtlich ihrer Eignung zu Tfempo 30-Zonen zu untersuchen und gleichzeitig festzustellen, welcher bauliche und finanzielle Aufwand damit verbunden ist. Die Verwaltung hat zwischenzeitlich ein Konzept für das Schulzentrum, das Wohngebiet »Sommerwiese« sowie das Baugebiet »Farenau« in Horressen vorgelegt, das in dieser Stadtratssitzung Diskussionsgrundlage war. Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Bächer (SPD) hob im Rahmen dieses Tagesordnungspunktes die Notwendigkeit zur Einrichtung weiterer verkehrsberuhigter Zonen aus Sicherheits- sowie Umweltgründen hervor. Ziel sollte sein, bis Ende 1994 in allen Wohngebieten Tfempo 30 dauerhaft einzüführen. Dies sei auch aus Gründen einer maßgeblichen Verbesserung der Wohn- qualität notwendig.
Bächer beantragte daher, alle drei von der Verwaltung untersuchten Wohngebiete als Tfempo 30-Zonen auszuweisen und eine Prioritätenliste für das weitere Vorgehen im Rahmen der Verkehrsberuhigung erstellen zu lassen.
Fraktionsvorsitzender Hans-Josef Manns (CDU) sah vor dem Hintergrund der Kostenfrage vor allem im Schulzentrum und in der Limburger Sjtraße einen Handlungsbedarf zur Verkehrsberuhigung gegeben. Er schlug ein weiteres Vorgehen nach einer Prioritätenliste vor, verbunden mit dem Auftrag, für den nächsten Haushalt pauschal einen Betrag für verkehrsberuhigende Maßnahmen vorzusehen. Konkrete Maßnahmen sollten erst nach Vorlage der Prioritätenübersicht beschlossen werden. Ggf. müßte zu dem Thema ein spezieller Sitzungstermin anberaumt werden.
Der Stadtrat beschloß nach einer ausführlichen Diskussion zu dem Thema mehrheitlich, im Schulzentrum eine Tfempo 30-Zone einzurichten. Hier sollen verschiedene verkehrsberhigende Maßnahmen durchgeführt werden (Anbringung von »Kölner Tfellern«; Ausweisung von Schräg- und Längsparkplätzen, die den Verkehrsdurchlaß beschränken; Aufstellung von Blumenkübeln). In der Limburger Straße werden ebenfalls »Kölner Tfel- ler« installiert. Außerdem wurde beschlossen, für weitere Maßnahmen der Verkehrsberuhigung eine Prioritätenliste von seiten der Verwaltung erstellen zu lassen.
In der letzten Stadtratssitzung hatte Paul Heinz Schweizer (FWG) in dem Zusammenhang beantragt, durch Anfrage beim Bundesverkehrsministerium festzustellen, ob das gesamte Gebiet der zusammenhängend bebauten Stadt als 30 km-Zone ausgewiesen werden könne. Zum Sachstand in dieser Angelegenheit teilte die Verwaltung mit, daß vom Bundesverkehrsministerium auf die Zuständigkeit des Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr des Landes Rheinfland-Pf alz verwiesen worden sei, eine abschließende Beantwortung von seiten des Verkehrsministeriums in Mainz aber noch ausstehe
Nachtragshaushaltssatzung und -plan des Hospitalfonds Montabaur für das Haushaltsjahr 1992 und Änderung des Stellenplanes
Der Stadtrat stimmte der Vorlage einstimmig zu.
Für die CDU-Fraktion bestätigte Hildegard Diel der Leitung des Alten-und Pflegeheimes eine gute Wirtschaftsführung. Als Sprecher er SPD-Frakton begrüßte Kurt Vetter vor allem den guten Ausbildungsstand des Pflegedienstes, welchem die

