Montabaur
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Nr. 84/92
Wenn ein Los auf Anhieb keinen Liebhaber findet, kann man mit manchen Auktionatoren einen Kuhhandei machen: Man bietet eine Summe zwischen 10% und 50% unter dem Rufpreis und kriegt, mit ein wenig Glück, den Zuschlag unter Vorbehalt des Einlieferer-Einverständnisses.
Es gibt viele Geschichten über heimliche Zeichen zwischen Bietern und Auktionatoren. Viele davon stimmen sogar. Egal, ob sich die Kunden bei Kaufinteresse an die Nase fassen, mit der Brille spielen, an der Krawatte zupfen oder die Augen reiben, der Zweck heiligt die Mittel: Dem Widerpart das Interesse zu verschleiern und nur dem Auktionator durch die vorher besprochene Handbewegung Signal zu geben. Für gewöhnlich bietet man jedoch einfach mit gut sichtbar gehobener Hand.
Sitzt man besser vom oder hinten im Saal? Fachleute empfehlen hinten, weil man da die Konkurrenz besser im Blick hat. Damit nicht irgendjemand aus Spaß den Saal betritt und Picas- sos »Akrobat und junger Harlekin« ersteigert und klammheimlich ohne Bild und ohne zu zahlen abhaut, geben viele Auktionshäuser Bieter-Nummern aus. Man trägt sich beiderVorbesichtigung vor Auktionsbeginn mit Namen und Adresse in eine Liste ein, kriegt eine Nummer und hält diese dann sichtbar hoch, wenn man ein Los will.
Sichergehen kann bei Auktionen nur, wer wirklich anwesend ist. So spannend das Tblefon-Bieten sein mag, wer kann wirklich nachprüfen, ob er nicht durch geschicktes persönliches Taktieren »Konkurrenten« hätte früher »ausbremsen« können. Bezahlt wird sofort, vor Ort. Wenn man daheim den Platz für den frisch erworbenen, neugotischen Spiegelschrank noch nicht freigeschaufelt hat, verlangen die meisten Häuser für die Einlagerung bis zur Abholung Geld.
Das Geheimnis der Liebe
Was steckt dahinter? Wo kommt sie her?
Zur Zeit verwirrt ein Gefühl jung und alt: Liebe Nur wer ein Herz aus Stein hat, fühlt’s jetzt nicht kräftig pochen.
Liebe ist... vielleicht nur ein Wort. Doch das, was die Liebe in uns hervorruft, ist mehr als jedes andere Gefühl beim Menschen anstellen kann.
Liebe, das ist das schönste Rätsel des Menschen. Sie versetzt unseren Körper in Aufruhr, da geraten in Sekundenbruchteilen Milliarden von Hirn- und Nervenzellen in Bewegung, sobald wir uns verlieben. Das Herz schlägt schneller. Hormone treten in Aktion. Der Atem stockt, die Haut wird mit einer leichten Rötung überzogen und feucht, denn die Drüsen arbeiten rascher. Blut schießt in die Lippen, sie werden weich, warm und rot, locken unwillkürlich als Blickfang.
Liebe ist eine Revolution. Eine Revolution, über die schon mehr gesagt, geschrieben und gesungen wurde als über jede andere psychische Reaktion. Der Dichter spricht von ihr als der » Poesie der Sinne«, der Philosoph als »Erfüllung, LastundMedizin«, für die Wissenschaft ist die Liebe heute - auch - eine chemische Reaktion im Organismus.
Nehmen wir einmal an, eine Frau trifft einen Mann. Innerhalb einer knappen Sekunde kann es sich entscheiden, ob der Mann die Frau erobern wird und ob sich die Frau in den Mann verlieben wird - in diesem Augenblick nämlich gibt das Auge der Frau das Bild des Mannes an das Sehzentrum im Gehirn weiter. Blitzartig stellt das G ehim fest, inwieweit der Mann den - wie vom Computer gespeicherten - Vorstellungen, Wünschen und Sehnsüchten der Frau entspricht. Dann signalisiert das Gehirn ein Ja oder Nein.
Heute weiß man, daß besonders jetzt, in der schönen J ahreszeit, die Bereitschaft zum Ja größer ist als im Herbst und Winter. Sonnenmonate sind Wonnemonate, die Lust auf die Liebe beim Menschen ist besonders stark. Oftmals genügt allerdings der Blick allein nicht. Auch eine zufällige Berührung, ein ganz besonderer Duft, der Klang einer Stimme kann beeinflussend wirken. »Die Liebe«, wissen Psychologen, »kann dem Idealbild gelten, das sich ein Mädchen von seinem Vater gemacht hat. Danach wählt es dann die Objekte der Liebe aus.«
Hilfe für
alkoholgefährdete Führerscheinbewerber
Das Gesundheitsamt Lahnstein bietet einmal wöchentlich und zwar montags zwischen 17.30 bis 18.30 Uhr in den Räumendes
Gesundheitsamtes, Bodewigstr. 32, dielbilnahme an Gruppengesprächen an, die insbesondere Verkehrsteilnehmern die durch Alkohol den Führerschein verloren haben, helfen sollen, die zur Wiedererlangung notwendigen behördlichen Auflagen zu erfüllen.
Betroffene Bürger, die Interesse an einer Gruppenteilnahme haben, können sichüber dieTbl.-Nr. 02621/1027, direkt mit dem Sozialarbeiter Herrn Mertes oder dem Leiter des Gesundheitsamtes Lahnstein, Dr. med. Miesen, telefonisch in Verbindung setzen. Für Rückfragen und Auskünfte stehen wir selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.
Management
von Veränderungen im Unternehmen
Unternehmen auf eine unwegbare Zukunft vorzubereiten, ist Ziel einer Veranstaltung des 'Ibchnisch-Wissenschaftlichen Instituts (TWI) am 13. Oktober. Professor Dr. Wolfgang Berger stellt hierin Techniken vor, mit denen sich Unternehmen auf immer wieder neue Bedingungen flexibel, schnell und präzise einstellen können. Es werden unternehmerische Überlebensstrategien für Situationen vorgestellt, für die es keine stabilen Ttends und kaum gesichertes Wissen gibt. Darüber hinaus werden Perspektiven für dieEntwicklung von Unternehmenszielen in einer unsicheren Welt auf gezeigt. Die Thematik richtet sich an Unternehmer und FUhrungskräfte,
Informationen erteüt das TWI Koblenz, Ul. 0261/106-280 (Herr Rühl).
Europäischer Binnenmarkt 1993 - Meisterprüfung im Handwerk bleibt bestehen
Die Kreishandwerkerschaft des Westerwaldkreises wird derzeit häufig mit der Meinung konfrontiert, daß ab 1. Januar 1993 im Rahmen des europäischen Binnenmarktes die Meisterprüfung als großer Befähigungsnachweis für die selbständige Ausübung eines Handwerks nicht mehr erforderlich sei. So soll z. B. die Gründungeines Handwerksbetriebes ins Jahr 1998 verlegt werden, um die Ablegung der Meisterprüfung zu vermeiden.
Es ist sicher richtig, daß auch im Handwerk im Rahmen des kommenden EG-Binnenmarktes Veränderungen eintreten werden. So beschäftigt sich derzeit der Gesetzgeber mit einer Überarbeitung der Handwerksordnung, mit dem Ziel, diese im Hinblick auf Europa zu aktualisieren. Weder beim deutschen Gesetzgeber noch bei der EG-Kommission sind aber Bestrebungen zu erkennen, die auf eine Harmonisierungder europäischen Voraussetzungen für die selbständige Ausübung des Handwerks abzielen. Dies ist für Bürger anderer EG-Staaten in Deutschland auch nicht notwendig. Bereits seit mehr als 26 Jahren ist der Zugang zur selbständigen Ausübung eines Handwerks durch die sogen. EWG-Handwerks-Verordnung geregelt.
Hiernach dürfen EG-Staatsangehörige, die keine deutsche Meisterprüfung abgelegt haben, ein Handwerk dann selbständig ausüben, wenn Sie die in dieser Verordnung auf geführten Voraussetzungen erfüllen. Allerdings wird von dieser Regelung nur wenig Gebrauch gemacht. Nicht zuletzt aus sprachlichen Gründen entschlossen sich im Jahr 1991 nur ca. 100 Handwerker aus EG-Ländem zur Gründung eines Betriebes in Deutschland.
Im europäischen Binnenmarkt und somit auch in Deutschland gilt also auch nach 1992 immer noch die Handwerksordnung mit der grundsätzlichen Voraussetzung, daß nur bei Vorliegen der Meisterprüfung ein Handwerk selbständig ausgeübt werden kann. Zur Klarstellung sei noch erwähnt, daß sich auch für Ingenieure die Eintragungsvoraussetzungen nicht verändern.
Weitere Auskünfte erteilt die Kreishandwerkerschaft des Westerwaldkreises in Montabaur, die auch gleichzeitig Vorbereitungskurse auf die Ablegung der Meisterprüfung durchführt.
Zeitweise
Was man so im Laufe eines Lebens tut, um die Zeit totzuschlagen
Die Menschen zerbrechen sich immer häufiger den Kopf, wo ihre Zeit geblieben ist.
Der amerikanische Statistiker Marc McCutcheon hat’s erforscht: Im Durchschnitt verschläft der Mensch 24 J ahre seines Lebens, dreizehneinhalb Jahre sitzt er im Büro, zwölf Jahre vor dem Fernsehschirm. Viereinhalb Jahre lang redet er mit Partnern oder Freunden, drei Jahre liest er. Ebenso lang schlägt er sich den Bauch mit Essen voll und eindreiviertel Jahr steht er unter der Dusche oder liegt in der Badewanne.
Rechnet mannochneuneinhalb Jahre dazu, die jeder von uns mit Anstehen, Spazierengehen, Autofahren, Einkäufen und Nichtstun verplempert, bleibt noch ein Jahr des Lebens fürs Tblefonie- ren. Und magere fünf Monate für die intimen Stunden.

