Einzelbild herunterladen

Montabaur

Nr. 10/92

m

8. Unterbringung der Stadtbiicherei

Trotz mehrerer Versuche und Prüfung verschiedener Alternati­ven ist es bisher nicht gelungen, eine zufriedenstellende Lösung für die Unterbringung der Stadtbücherei zu finden. Die derzeit als Stadtbücherei genutzten Räume in der ehemaligen Kathari- nenschule'sind vielzuklein (89 qm) und von ihrer Beschaffenheit her nicht geeignet. Dennoch konnten die Ausleihzahlen in der Stadtbücherei trotz der beengten Verhältnisse deutlich gestei­gert werden. Auch für eine sinnvolle Unterbringung des Stadt­archives werden Flächen benötigt. Aus funktionalen Gründen sollen Stadtbücherei und -archiv möglichst zusammen unterge­bracht werden. Im Zuge der Planungen, an das unmittelbar an das Rathaus angrenzende Gebäude (»Rathaus-Apotheke«, Ki­no) als Büro- und Geschäftsgebäude neu aufzubauen, wurde überlegt, im 3. Obergeschoß die Stadtbücherei und im Dachge­schoß das Stadtarchiv unterzubringen. Als Alternative dazu wurde von der F WG-Fraktion vorgeschlagen, im'B ereich des Be­bauungsplanes »Altstadt II« (ehemalige Schlächterei Zühlke) eine Bücherei in einem separaten Gebäude unterzubringen.

Ein Limburger Planungsbüro wurde mit einer Untersuchung der Möglichkeiten dazu und der damit verbundenen Kosten be­auftragt. Die Studie wurde in der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vorgestellt. Das Ergebnis, zu dem die Planer gekommen sind, läßt sich wie folgt zusammenfassen: Es ist möglich, dort ein Bücherei- und Archivgebäude zu errichten. Das Raumprogramm für beide Einrichtungen läßt sich indes nur auf 3 Ebenen (Archiv = Keller, Stadtbücherei = Erdge­schoß und Obergeschoß). Weitere, von der FWG-Fraktion ange­regte Einrichtungen (Haus der Vereine, Kulturzentrum) sind oh­ne zusätzlichen Grunderwerb und Abriß benachbarter Gebäude nicht möglich. D ie Kosten für den B au des Bücherei- und Archiv­gebäudes wurden-jenach Ausstattung- auf 2,4 bis 2,7 Mia DM geschätzt. Da das Grundstück Eigentum des Sanierungsträ­gers ist, kommen ca. 240.000 DM für Grunderwerb hinzu. Dem stehen Kosten für den Erwerb entsprechender Eigentumsflä­chen von ca. 1,8 Mia DM im Haus Hager gegenüber.

Für die CDU-Fraktion erklärte Fraktionsvorsitzender Manns, daß das Problem der Stadtbücherei schon seit Jahren im Raum stehe und bisher noch keine vernünftige Lösung gefunden wer­den konnta Auch wenn sich, trotz Unterbringung auf 89 qm, die Zahl der Medieneinheiten und Ausleihungen stark vergrößert, so daß diese Unterbringungum so mehr unzumutbar geworden sei. Zu einem vernünftigen Kulturangebot gehörten nicht nur Theater und Konzerte, sondern auch eine gute und vernünftige B ücherei. Nachdem alle bisher untersuchten Standorte zumTteil aus Kostengründen nicht'geeignet erschienen, müsse man bei dem aktuellen Angebot MFB/Hager zugreifen, weil dies die ein­zige Möglichkeit sei, in naher Zukunft das Problem der Bücherei zu lösen. Nicht zuletzt hätten alle bisherigen Untersuchungen gezeigt, daß Montabaur keine, der Größe der Stadt und dem Be­darf angemessene Lösung finden werde. Zudem erfülle der Standort in Verbindung mit dem Rathaus alle Voraussetzungen bzw. Vorgaben, die man sich im Vorfeld gegeben habe, z.B. Größe ca. 500 qm, Unterbringung auf einer Ebene usw. Eine Unter­bringung auf einer Ebene wäre auf dem ehemaligen Anwesen Zühlke nicht möglich. Ein weiterer Vorteil für die Lösung Haus Hager wäre die Unterbringung in Anbindung an das Rathaus der Stadt Montabaur. Würde man sich für eine Unterbringung auf dem Gebiet Zühlke entscheiden, entstünden auch hier deut­lich höhere Folgekosten in der Personalausstattungund der Be­wirtschaftung.

Die Voraussetzungen für den Bau eines Büchereigebäudes auf dem Anwesen Zühlke seien nur durch eine Änderung des Bebau­ungsplanes zu schaffen. Das erfordere längere Zeit. Daher könne man nicht einfach einem Projekt die Bezeichnung »zukunfts­weisend« aufkleben, wenn es bereits bei der Richtungmit gravie- rendenMängeln behaftet, die selbstgesteckten Mindestvoraus­setzungen nicht erfülle und unverhältnismäßig hohe Kosten verursacha Ein Blick auf den Lageplan verdeutliche, daß außer einer Bücherei, die angesprochenen Projekte wie Haus der Ver­eine, VHS oder Haus des G astes überhaupt nicht untergebracht werden könnten. Daher stimme die CDU-Fraktion der Lösung MFB/Hager zu.

In seiner Stellungnahme für die SPD-Fraktion stellte Frak­tionsvorsitzender Bächer heraus, daß diese eine Lösung anstrte- ba die auf Dauer und in die Zukunft gerichtet angelegt sei. Da­her komme auch nur ein eigens für diese Zwecke zu errichtendes Bauwerk in Frage. Von den bisher vorgestellten Lösungen werde keine die Zustimmung der SPD-Fraktion finden.

Jedoch vertrete die SPD-Fraktion die Auffassung, daß auf dem Gelände Zühlke die künftige Bücherei und das Archiv auf D auer ihren Platz finden sollten. D a jedoch die vorgestellte Lösung für das Gelände Zühlke sicherlich unter Zeitdruck konzipiert wor­den sei, bedürfe diese einer völligen Neukonzipierung des Gelän­des mit anschließender sorgfältiger Planung der vorgesehenen Einrichtungen. Auch sei sich die SPD -Fraktion bewußt, daß die 1 se Lösung mit einer entsprechenden Zeitvorgabe zu bewältigen sei und der jetzige Zustand für die Bücherei und das Archiv kei­nen Zeitaufschub zulasse. Unter dem Aspekt dieser beiden we­sentlichen Problemstellungen stellte die SPD-Fraktion zwei Anträge:

Der Rat beschließt die Aufplanungbzw. Neuplanung des Geläm des Zühlke mit folgenden Randbedinungen:

a) Das Gelände ist für den künftigen dauerhaften Standort. der Bücherei und das Archiv bestimmt, wobei die Forde­rungen, die aus fachlicher Sicht an diese Nutzungsarten ge­stellt werden, einzuhalten sind.

b) Möglichkeiten einer Integration von weiteren Kulturein­richtungen an dieser Stelle sind zu berücksichtigen, wobei entsprechende Grünflächen einzuplanen sind.

c) Die Umsetzung der Forderungen ist noch in diesem Jahr- tausend zu verwirklichen.

Bei Zustimmungzu diesem Antrag soll als Zwischenlösung das 3. Obergeschoß und Dachgeschoß im Neubauobjekt Hager er­worben werden.

Dieser Antrag der SPD-Fraktion wurde mehrheitlich abge­lehnt.

Zur Stellungnahme der FWG-Fraktion stellte Fraktionsvorsit­zender Schweizer fest, daß der Haushalt der Stadt Montabaur in den letzten 3 bis 4 Jahren geprägt war von großen finanziellen. Auswirkungen für Neubauten, Umbauten, Erweiterungen von Kindergärten und von Errichtungen von Gemeinschaftsein-* richtungen in den Stadtteilen sowie durch Sanierungsmaßnah­men in der Stadt Montabaur, um das Stadtbild besser zu gestal­ten. Wenn jedoch von Sanierung gesprochen werde, dann fehle, hier noch dieSanierungund Aufplanungdes Gebietes »Altstadt. II«.

Eine weitere bedeutende, mit großen finanziellen Auswirkung gen verbundene Maßnahme sei nun die Schaffungneuer Räum-. Uchkeitenfür die Bücherei und das Archiv der Stadt Montabaur. Daß es sich bei dieser Standortfrage alle Fraktionen nicht leicht gemacht haben, zeige sich in den vielen Beratungen in den Aus­schüssen sowie die in der Vergangenheit durchgeführten Unter­suchungen von Lösungsmöglichkeiten (wie z.B. Unterbringung in der Aula der Joseph-Kehrein-Schule, Kino Schloßlichtspiele, ehemalige Landwirtschaftsschule oder Oberförsterei, mögli­cher Erwerb des Polizeidienstgebäudes usw.), die jedoch für die Unterbringung einer Bücherei nicht geeignet erschienen.

Die die FWG-Fraktion komme nur eine zukunftsweisende, auf. Dauer angelegte Alternative für die Unterbringung der Büche­rei in Frage. Deshalb gehöre sowohl die Bücherei als auch das* Stadtarchiv in das Plangebiet »Altstadt II«, welches dafür neu aufgeplant werden müsse. Dies habe zwar eine große finanzielle Auswirkung auf den Haushalt der Stadt Montabaur, welche je­doch dadurch geprägt sein müsse, indem man sich Zeit nehme, viele Alternativen auf zeige und aus allen Alternativen die beste Lösung herausnehme. Auch laufen die Vorstellungen der FWG- Fraktion darauf hinaus, in dem Plangebiet »Altstadt II« schrittweise ein Kulturzentrum zu schaffen. So könne man zu­nächst die Bücherei und das Archiv dort unterbringen und spä-> ter mit dem »Haus der Vereine« usw. fortfahren. Eine Unterbrin­gung der Stadtbücherei und des Archivs im Neubauobjekt Ha­ger lehne die FWG-Fraktion ab.

In der anschließenden Abstimmung entschied man sich mehr­heitlich für den Erwerb des Tfeileigentums 3. Obergeschoß und Dachgeschoß im Neubauobjekt Hager, um dort die Bücherei und das Archiv zukünftig unterzubringen.

9. Kleinkunst im Zirkuszelt 1993 - An trag der Kleinkunstbühne Mons Tabor vom 26.06.199l - Antrag der SPD-Fraktion Mit einer einwöchigen Großveranstaltung im Zirkuszelt will die Kleinkunstbühne Mons Tabor 1993 das 5 jährige Bestehen der Kleinkunstbühne in Montabaur feiern. Zur Finanzierung dieser Veranstaltung bittet die Kleinkunstbühne Mons Thbor um eine Beteiligung der Stadt in Höhe von 5.000 DM.

Mehrheitlich lehnt der Stadtrat eine Beteili g un g der Stadt in Höhe von 5.000 DM ab.

Jedoch wurde der Vorschlag von Ratsmitglied Schweizer ange­nommen, der Kleinkunstbühne Mons Tabor 1.500 DM als Aus­fallbürgschaft zur Verfügung zu stellen.