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V- C die Weiterentwicklung des Betriebes vor der Befriedigung lür««nllcher Bedürfnisse der Inhaber.
gab es noch viel Arbeitslosigkeit. Junge Menschen inen in der Auswanderung nach Amerika oft den einzigen Esweg, um Arbeit zu finden.
nhl sich heute die Verhältnisse wesentlich von früheren «-^rschelden, haben viele fleißige junge Menschen es Torgezogen, aus Sebnltz wegzugehen und sich ln den alten
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lundes ländern einen neuen Arbeitsplatz gesucht. Unsere Lfgabe als Stadtverordnete ist es, im Rahmen unserer laqlichkeiten Einfluß auf Wirtschaft und Verwlatung dahin- lehend zu nehmen, daß durch klare Standortangebote die loraussetzungen für neue Oauerarbeitsplätze geschaffen werden.
[m 19- Jahrhundert gab es Jahrzehnte des Niedergangs.
[m Gegensatz zu dieser Zelt, helfen uns heute die Menschen ius den alten Bundesländern, die verheerenden Folgen kommunistischer Mißwirtschaft zu überwinden. Daran muß immer ieder erinnert werden. Nicht die Regierung der Bundesre- jublik ist für die Arbeitslosigkeit verantwortlich, sondern jie Fehlentwicklung unter kommunistischer Herrschaft. Innerhalb von 40 Jahren wurden Betriebe völlig herunterge- »irtschaftet. Es wurde auf Verschleiß gefahren und die notwendigen Investitionen und Werterhaltungen wurden unterlassen. Nur durch Dumpingpreise - also Preise, die unter den Herstellungskosten lagen - konnten DDR Erzeugnisse noch verkauft werden. So bezahlte die Bevölkerung der DDR, so bezahlten wir alle, mit niedrigem Lebensstandard die unrentable Produktion, die nicht dem ganzen Volke dienenden Importe und die unsinnigen Ausgaben außerhalb unseres Landes. Es wird noch oft überzeugender Argumentation bedürfen, um überholte Denkweisen der Planwirtschaft zu überwinden. Die Voraussetzungen für soziale Absicherung sind eine funktionierende Wirtschaft, die sich durch beharrlichen Fleiß, Engagement und gute Organisation entwickelt.
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Aber noch ein weiterer Blick in die Vergangenheit:
Als nach 1834 Blumenmacher aus Böhmen in Sebnitz und den umliegenden sächsischen Grenzorten ansässig wurden, war nicht abzusehen, daß diese Entwicklung einmal unsere Stadt ganz entscheidend prägen würde. Die Kunstblumenindustrie hatte weitgehend Manufakturcharakter. In ihr waren um 1900 in 200 Firmen 10000 Arbeiter beschäftigt. Und sie deckte 3/4 des Weltmarktbedarfs an Kunstblumen. Der in Sebnitz umgeschlagene postalische Paketverkehr rangierte seinerzeit quantitativ unmittelbar hinter Dresden. Nicht vergessen werden darf das Andenken an Friedrich Hillmann.
Er hat sich um die Sebnitzer Kunstblumenindustrie als Stadtverordneter und als Landtagsabgeordneter verdient gemacht. Er war ein Unternehmer, der sich wirklich dem 6eminwohl verpflichtet fühlte. Ihm ist es mit zu verdanken, daß Sebnitz Anschluß an das Eisenbahnnetz erhielt und daß hier die Gewerbeausstellung 1865 erfolgreich war.
Die Kunstblumenindustrie hatte aber auch ihre Schattenseiten. Weltmarktfähigkeit, Heimarbeit und Kinderarbeit hingen unmittelbar miteinanderzasiunniea.
Der l. Weltkrieg und die Folgen der Nachkriegszeit brachten, schwere wirtschaftliche Nöte für unsere Stadt. Handel und Wandel stockten, lang anhaltende Arbeitslosigkeit bedrückte - genau wie heute - zahlreiche Familien. Jedoch
damals wie heute zweifelten die Stadtverordneten nicht an einer besseren Zukunft. Um wieviel mehr ist heute Mut ln die Zukunft berechtigt, weil uns durch Solidarität der Deutschen aus den alten Bundesländern täglich große finanzielle und ideele Hilfe zuteil wird. Unsere Kunstblumenindustrie kann die frühere Bedeutung, die sie in diesem Territorium hatte, leider nicht mehr erlangen.
Die Standortbedingungen im Weltmaßstab haben sich verschoben. Ein Vergleich mit den Pleiten während der Weltwirtschaftskrise 1929 ist nicht möglich. Auch Wirtschaftsgeschichte wiederholt sich nicht einfach. Inwieweit Klein- und Mittelbetriebe in dieser Branche noch Chancen haben, wird mit unternehmerischer Risikobereitschaft und Engagement probiert werden müssen.
Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich jetzt etwas zur Nachkriegsentwicklung ln unserer Stadt sagen. Der von Hitler angezettelte 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit brachte für alle Deutschen 9roße Not. Einen Krieg dieses Ausmaßes mit seinen verheeren- den Folgen, hatte es noch nie gegeben. Oie Städte und Gemeinden gelangten nach 1945 inner mehr unter kommu- Jj’stischen Einfluß. Bis zum Jahr 1950 war unter Leitung des Bürgermeisters Karl Seewald noch eine gewisse Eigenständigkeit der Kommunal Verwaltung möglich. Unter seiner Leitung hat Sebnitz diese schwierige Nachkriegszeit mit den vielen Versorgungsproblemen überstanden und die Stadt ist ihm dafür Dank schuldig. Er hat die Voraussetzungen tür die 1951 stattgefundene 700-Jahr-Feier geschaffen. Bürgermeister war zu dieser Zeit Georg Wolff. i- 9 Ü ntHcl ? war Sebn1t z schon 1941 700 Jahre alt. Mitten Kriegszelt war aber ein solches Fest undenkbar.
*'ujähriger Verspätung wurde die 700-Jahr-Feier unserer di ad * ein großer Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt war nii.* Aktivierung von Industrie und Landwirtschaft noch ent erfolgt und die Kraft und der Elan zur Überwindung
Menschen in Ost und West gleich groß. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland waren noch nicht so gravierend, wie Jahre später. Der Führungsanspruch der 5ED hat die 700-Jahr-Feier nicht politisch färben können - es wurde ein festlicher Höhepunkt für unsere Heimatstadt zu dem jeder etwas beitrug. Die 700-Jahr-Feier brachte den Menschen von Sebnitz bleibende Erlebnisse.
Ich kann mich den Worten unseres Ortschronisten Eberhard Fleischhamner 1m neuen Grenzblatt nur anschließen wenn er sagt, daß unserer 750-Jahr-Fe1er von Herzen zu wünschen ist, daß sie festliche Höhepunkte mit nachhaltigen Erlebnissen schafft und Bürgern und Gästen in Erinnerung bleibt als bedeutendes Ereignis 1m ersten Jahr einer neuen Zeit.
Ein Blick auf die seit 1832 bestehende Stadtverordnetenversammlung ist noch nötig. Damals hatte sie 18 Mitglieder,
vergleichen mit der während der Weltwirtschaftskrise 1929.
Im Gegensatz zu damals, wird durch massive Hilfe aus den alten Bundesländern, durch das Gemeindschaftswerk Aufschwung Ost, durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, durch soziale Abfederung, alles getan, um unseren Menschen hier die Lage zu erleichtern und zu einem Neuanfang zu verhelfen.
Auch wir selbst müssen bereit sein, Opfer zu bringen um mit Tatkraft und Selbstvertrauen, mit menschlichen Qualitäten unsere einheimische Wirtschaft neu zu organisieren. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, daß viele Waren unserer heimischen Industrie es verdienen, gekauft zu werden. Wo sie aus den Regalen verschwunden sind, müssen wir danach fragen. Wenn der Motor der Marktwirtschaft auch hier in Sachsen erst einmal auf Touren gekommen ist, werden wirtschaftliche Erfolge auch in unserer Region nicht ausbleiben. Allerdings gehören dazu auch Kommunal- Verwaltungen, die mit klaren Konzeptionen Gewerbeflächen vermitteln und die Genehmigungsprozesse beschleunigen.
Auf diesem Gebiet ist noch viel zu tun.
Wenn wir täglich die vielseitige Hilfe und die Unterstützung durch Partnerschaften mit westdeutschen Städten und Institutionen bedenken, kann dankbare Zuversicht in unsere Herzen einkehren.
Ich denke dabei auch an unsere Partnerstadt Montabaur mit Bürgermeister Dr. Possel-Dölken als Stadtoberhaupt.
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heute sind es 29, vergleicht man dazu die Entwicklung
des Verwaltungsapparates ist das eine sehr geringe Steigerung.
Seit 1865 gibt es das Amt des Stadtverordnetenvorstehers.
Das Prinzip der Gewaltenteilung findet so auf der kommunalen Ebene sichtbaren Ausdruck. Anfangs tagten die Stadtverordneten im Malz- u. Rathaus mitten auf dem Marktplatz.
Nachdem es am 15. Sept. 1854 beim großen Stadtbrand ein Raub der Flamnen wurde, hatten sie jahrelang kein festes Domizil und zogen später 1n das neue Rathaus in der Rosenstraße, nachdem sie vorher schon einmal im jetzigen Rathaus untergebracht waren. Dieses Rathaus, das wir uns 1989 erst wieder in vielen Demonstrationen für unsere Stadtverwaltung erstreiten mußten ist endlich ein würdiges Domizil im Vergleich zur früheren Verwaltung 1n der Schandauer Straße. Ausgangspunkt für die friedliche Revolution 1989 war die von den alten Machthabern hier im Saal Stadt Dresden am 26.10.89 durchgeführte Einwohnerversanmlung. über 1000 andere Bürger und auch ich, werden diese Versammlung nie vergessen, sie war ein einmaliges Erlebnis. Es kam zu dramatischen Szenen als Sebnitzer Bürger wie Eckehard Lehmann, Peter Hesse - heute zwei unserer Stadtverordneten
- und andere Sebnitzer Bürger den alten Machthabern klar und deutlich sagten, daß ihre Zelt vorbei sei. Es gehörte
- und dies wird oft vergessen - damals viel persönlicher Mut dazu, nach 40 Jahren des ängstlichen Schweigens so offen die Mißstände der SED Politik anzuprangem. Im Saal Stadt Dresden stellte sich zu dieser Versammlung das Neue Forum in Sebnitz erstmals als organisierte Widerstandsgruppe vor. Im Anschluß an diese Versammlung wartete die junge Gemeinde mit brennenden Kerzen auf dem Marktplatz, zu ihnen gestellten sich ca. 150 Versasmlungstellnehmer und damit begann ganz spontan die erste friedliche Demonstration 1n Sebnitz. Mit Unterstützung der Kirche und
dem Neuen Forum, organisierten Eckehard Lehmann und Volker Lustig für den 2.11..89 die erste Demonstration an der schon über 3000 Menschen teilnahmen. Unter Leitung des Neuen Forums, waren bei den Montags- u. Donnerstagsdemonstrationen Tausende Menschen auf der Straße, um für die Einheit unseres Vaterlandes und für freie Wahlen einzutreten. Die Menschen kamen aus der ganzen Umgebung, selbst aus dem Nachbarkreis Bischofswerda, nach Sebnitz. Diese Form der Willenskundgebung gab es 1n den Nachbarstädten nicht.
Die erste freie Wahl am 18. März 1990 wurde duch die Demonstrationen als Wahlplattform vorbereitet und zeigte mit Ihrem Ergebnis eine deutliche Abkehr zu sozialistischen Richtungen.
Die Einheit Deutschland wurde erkämpft. Es ist das historische: Verdienst Bundeskanzler Helmut Kohls, daß die günstige weltpolitische Lage für die Wiedervereinigung Deutschlands genutzt wurde. Wir wissen alle, daß diese Gunst der Stunde nur kurze Zeit bestand, deshalb können dl« durch die gebotene Eile entstandenen Schatten, diese Verdienste auch nicht verdunkeln. Die jetztlge Arbeitslosigkeit Ist nicht zu
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