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Montabaur

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des Georgius Henricus Kirn, seines Zeichens »Hoff Brunnen Meister im Thaal«, damit ist Ehrenbreitstein gemeint, zur Kenntnis. Am 14. September 1767 war er in Montabaur. Die Quelle war wieder einmal versiegt. Bei den Schürfarbeiten legte Kim 10 Quellen frei. Außerdem legte er einen kolorierten Plan an, der den Grundriß samt Durchschnitt des sogenannten gro­ßen und kleinen oder oberen und unteren Sauerbrunnen ent­hielt. Dann hat er auch noch darüber befunden, was er von dem Geschmack der einzelnen Quellen hält. Er kommt zu dem Schluß, daß weder Qualität noch Quantität den Wert einer be­sonderen Einfassung einer einzelnen Quelle zur Gewinnung von Heilwasser rechtfertigen. Vielmehr solle es ein zum Trinken und sonstigem Gebrauch dienliches »appetitliches Gemisch« blei­ben. Und so etwas, wo doch die gelehrten Doctores und sonstige wissenschaftliche Koryphäen genau das Gegenteil behauptet haben.

Wie wird es sein, wenn nun nach vielen Jahrhunderten der Sau­erbrunnen vor dem »Roten Löwen« sprudelt? Entspricht er der Geschmacksrichtung der Bürger? Kann man gar den Gast mit einem frohen Trunk willkommen heißen? Dem Herrn Kim zum Trotz. Was damals aus seinem Munde so erschröcklich klang, hat sich, wie es die Wirklichkeit beweist, zum Vortrefflichen ge­wandelt. Wie wäre es sonst wohl zu erklären, daß bis zum Aus­bruch des letzten Krieges, schon morgens in aller Herrgottsfrü­he die Glasbläser aus Wirges stundenlang den Brunnen abfüll­ten, um in der Hitze ihrer schweren Arbeit den riesigen Durst stillen zu können.

Die jüngste Vergangenheit des Sauerbrunnens ist immerhin auch schon bald 60 Jahre alt. Damals kam das sprudelnde Ge­tränk schon einmal zu »höheren Ehren«. In der Niederschrift über die Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung am 16. August 1932 heißt es unter Punkt 2 der Tagesordnung: »Wandel- und Trinhalle in den städt. Anlagen im Gebück«

»Im Interesse des Fremdenverkehrs wird auf Vorschlag des Herrn Bürgermeisters beschlossen, den unter der Aula im ehe­maligen Seminargebäude befindlichen, von der Stadt gepachte­ten Raum, in eine Wandel- und Trinkhalle umzugestalten. Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Mittel in Höhe von 1.500,00 RM flüssig zu machen.«

Die Mittel hat man flüssig gemacht; nur der Brunnen wollte nicht so recht flüssig werden. Trotz Pumpe füllte nur ein spärli­cher Strahl die Gläser der unter Kastanien lustwandelnden Da­men und Herren. D as wäre schon eine Geschichte für sich, als bei Wasser, Weib und Gesang der »Kurpark im Gebück« entstand, wie ihn Dr. Gerhardus in seinem Lied besungen hat.

Der Herr Bürgermeister, der in den damals bettelarmen Zeiten die Geschicke der Stadt lenkte, war Heinrich Roth. Schon zwei Jahre zuvor ließ er wegen des anstehenden Stadt jubiläums den wenig attraktiven Brunnenschacht im Sauertal abdecken und an gleicher Stelle ein Brunnenhaus errichten. Man hat also in der Stadtverordneten-Versammlung am 23. Mai 1930 einstim­mig beschlossen, unter Punkt III der Tagesordnung. »Instand­setzung des Sauerbrunnens und Herrichtung von Anlagen« »Für die Instandsetzung des Sauerbrunnens mit Errichtungei- nes Brunnenhauses werden 2.000,00 RM bewilligt. Weiter wer­den für die Anbringung von Rinnen mit 2 Schächten im Gebück und die Anlage von Rasenflächen beiderseits der kath. Kirche 800,00 R.M. bewilligt. Die entstehenden Ausgaben werden durch Mehreinnahmen des Vorjahres gedeckt«.

Diesem Bürgermeister Roth, der am 8. Juli dieses Jahres hun­dert J ahre alt geworden wäre, hat die Stadt Montabaur viel zu verdanken. Als »Mitglied des Preußischen Staatsrates« und in weiteren politischen Gremien, war er ein engagierter Verfechter für die Belange der Stadt. Seine Tätigkeit in Berlin hat wesent­lich dazu beigetragen, daß die Jahrtausendfeier im Jahre 1930, trotz der bittersten Armut und der größten Arbeitslosigkeit, zu einem glanzvollen Ereignis wurde. Das Bild der Stadt hat sich gerade in dieser Zeit einer schlimmen wirtschaftlichen Notlage zu einem kleinen Schmuckstück gewandelt. Im »Luftkurort Montabaur« setzte man auf Fremdenverkehr. Die »produktive Erwerbslosenfürsorge« hat mit dazu beigetragen. Arbeitslose waren zu Arbeiten, die im öffentlichen Interesse lagen, verpflich­tet. So war das damals. Die Anlagen im Gebück und der Sauer­brunnen, das waren unter anderem werbewirksame Maßnah­men, die sich sehen lassen konnten. Den Bürgermeister Roth aber, den haben die Nazis, trotz seiner Verdienste, 1933 aus dem Dienst »entfernt«.

Nach Kriegsende erwachte erst recht spät neues Interesse an dem Geschmack des Brunnenwassers. Soldaten der Wehr­macht, die Besatzungstruppen und wer weiß sonst noch, hatten Spuren an dem Brunnenschacht hinterlassen.

Kurzum, er war demoliert und versiegt. Nur in dem Ü 1 lauf war noch rostbraunes Wasser auszumachen nahen " So um 1965 herum haben dann die Parteien ihr Ohr mund gehabt. Um ehrlich zu sein, zunächst konnte tna^J schwer für dieses »Problem« erwärmen. Dann aber ti Wahlprogramm der CDU, der Sauerbrunnen müsse wferil ßen. Bis 1973 hat es aber trotzdem gedauert, bis die V den aller Fraktionen die Unterlagen über die Quelle im Si studierten. a *

Inzwischen hatte der Geologe Dr. Schenk aus Gießen eind trogeologische Untersuchungen gesamten Gebiet des Sea Wäldchens durchgeführt. Die geoelektronische Tiefensl rang besorgte die Firma Prakla-Seismos aus Hannover.; 10.000 Mark hat sich die Stadt das kosten lassen.

Der eigentliche Durchbruch aber kar im Jahre 1985 NaJ vorliegenden Ergebnissen aus dem J ahre 1973 wurde die TL bohrung angesetzt. Die Firma Ing. Karl Merz GmbH &cl aus Koblenz-Arenberg stieß schon bei der ersten Bohrml die Wasserader. Um alle Widrigkeiten auszuschließen ] man die Bohrung bis in 120 m Tiefe. Derartiges war in Jahj derten dem Sauerbrunnen niemals widerfahren. Obwohl I Versteckspielen liebte, wer hätte ihm damals in solche Abi de folgen sollen?

Nim, die Probebohrungen und die Wasserproben hat das zl er Vitalität erwachte Wässerchen leicht überstanden. Zwl die längst verlegte Leitung von der Quelle bis zum Gi Markt sehr lang. Das aber kann den alten »Born« nicht hinl erneut aus dunklen Tiefen zum Tageslicht emporzusprudl Einiges Geld hat sich die Stadt das kosten lassen. Abei heißt ddas? Wenn der Sauerbrunnen am 10. Juni 1989, hoi lieh in alter Qualität und Frische, erstmals mitten in der 9 sein Wasser spendet, dann wird damit gleichzeitig ein nicq wesentlicher Tbil der Stadtgeschichte Wiedererstehen.

Es bliebe dann noch der Abgesang. Aus einem weibliche^ wenmaul ergießt sich alsbald der saure Strahl in historis Stätte. Im Hintergrund, unter der Rathausvorhalle, mit pra ger Mähne geschmückt, thront nach wie vor in farbiger Prj das Symboltier längst vergangener Stadtrechtsgeschichta »Rote Löwe«. Ein »Pascha«, aus Stein gemeißelt. Hoffentliq weckt er nicht die Kampfeslust moderner Suffragetten,] Standbild diesrhalb vom Thron zu stürzen.

Zur Bank und Linde gesellen sich nun auch zwei Brunneij könnte so romantisch sein, wenn diese friedlichen Symbolei Schutz der Bürger anvertraut, auf lange, lange Zeit, zur Fr] aller, unser Stadtbild zieren. Reinhard Sonnens

Montabaur 700 Jahre Stadtrechte

Signet offiziell überreicht

Für die über 1000 Jahre alte Kreisstadt im Westerwald ist | ein bedeutendes J ahr. Sie feiert die 700jährige Wiederkehi Verleihung der Stadtrechte durch König Rudolf I. von Hi bürg am 29. Mai 1291.

Für die Vorbereitung und Planung des Jubiläumsjahresl haben bereits im vergangenen Jahr verschiedene Arbeitsg pen die Arbeit auf genommen. Die Vereine der Stadt sind u Federführung des Vereinsringes ebenfalls an den Vorarbe beteiligt. Die Koordinierung erfolgt durch die Arbeitsgni »Stadtjubiläum« des Stadtrats unter Vorsitz des Bürgen sters Dr. Possel-Dölken.

Die Werbemaßnahmen und die Veranstaltungen im Jubiläu jahr 1991 sollen unter einem einheitlichen offiziellen E Emblem angekündigt und vorgestellt werden. Aus mehr Vorschlägen hat die Arbeitsgruppe »Stadtjubiläum« einSig ausgewählt, das in besonders ansprechender Form auf dasJi läumsjahr und auf die historische Tradition der Stadt Moi baur hinweisen soll.

Jetzt wurde dieses Festemblem der Öffentlichkeit vc und der Stadt Montabaur, vertreten durch den Bürgermeis Dr. Possel-Dölken übergeben. Die Ausarbeitung erfolgte du die in Montabaur ansässige Werbeagentur Abresch, Jöschi Baldus.

Als Motto wurde gewählt »Leben und Tradition«. Durch die wechselvolle Geschichte entwickelte sich Mental* über Jahrhunderte zur heutigen weltoffenen, modernen Sta in der auch die Tradition eine sehr große Bedeutung hat. M® baur ist heute eine Stadt, in der unsere Mitbürgerinnenund" bürger gerne wohnen, arbeiten und leben, und in der der au® berechtigtem Stolz auf eine lange, wechselvolle Geschicn mehr als 1000 Jahren zurückgeblickt werden kann.