Montabaur
Seite 4
c) Amtsrat Wolfgang Weber, Bezirksregierung Koblenz zur Problematik der Schulbushaltestelle an der Augst-Schule Amtsrat Wolfgang Weber von der Bezirksregierung Koblenz erklärte, er habe einige Male die Schulbushaltestelle an der Augst- Schule in Neuhäusel besichtigen und dabei feststellen können, daß es sich um eine sichere Haltestelle handele. Er wäre glücklich, wenn es an allen Schulen im Regierungsbezirk solche sicheren Haltestellen gäbe. Auftretende Schwierigkeiten seien fast ausschließlich auf Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zurückzuführen und sollten dadurch beseitigt werden, daß die Zufahrt von der Kreissraße aus nur noch für die Schulomnibusse zugelassen werde. Somit werde ein Begegnungsverkehr mit Personenkraftwagen ausgeschlossen. Für die Bushaltebucht sei eine Parkverbotsbeschilderung in den Zeiten von 07.00 - 09.00 Uhr und 11.00 -13.00 Uhr vorgesehen.
Alle Beteiligten einer Ortsbesichtigung im Januar 1986 hätten sich auf eine Kontrolle der Einhaltung der Verkehrsregelung vom Ende der Osterferien bis zu Beginn der Sommerferien geeinigt, um nach Ablauf der Erprobungsphase anhand der vorliegenden Ergebnisse zu weiteren Verbesserungen kommen zu können. Eine entsprechende verkehrspolizeiliche Anordnung sei in der Zwischenzeit ergangen.
Wolfgang Weber wies nochmals auf die Überflüssigkeit der angeordneten Maßnahmen für den Fall eines verkehrsgerechten Verhaltens der Eltern hin. Bei der Schulbushaltestelle an der Augst- Schule seien alle Kriterien der Richtlinien des Bundesministers für Verkehr über die Gestaltung und Anlegung solcher Haltestellen erfüllt. Selbst wenn eine Grundstücks- oder Garageneinfahrt im Bereich der Busbucht liege, entstehe hierdurch keine Gefahr für die Kinder, da man mittels Bodenmarkierungen Verschiebungen vornehmen könne. Die Größe der Aufstellfläche für die Busse könne nicht beanstandet werden.
Zu den Richtlinien des ADAC für Schulbushaltestellen erklärte Wolfgang Weber, die pauschale Aussage über die Einhaltung der ADAC-Vorschläge könne nicht getroffen werden. Dies müsse an Ort und Stelle mit den Sicherheitsingenieuren des Verbandes geklärt werden. Er sprach sich jedoch gegen die Anbringung von Schutzgittern aus, da an der Augst-Schule keine Gefahr bestehe, daß die Schulkinder in die Fahrbahn gestoßen würden.
Die Schulbushaltestelle in Kadenbach liege an einer Hauptverkehrsstraße und beinhalte von daher immer die Gefahr, daß die Schulkinder auf eine stark befahrene Straße gelangten. Der Vertreterder Bezirksregierung Koblenz führte aus, es habe selbstverständlich Alternativplanungen für die Anlegung der Haltestelle an der Augst-Schule gegeben, jedoch habe sich keine Lösung ange- boten, die eine größere Sicherheit als die bestehende gebracht hätte.
d) Oberregierungsschulrat Carl Greiff
Oberregierungsschulrat Greift von der Schulabteilung bei der Bezirksregierung Koblenz erklärte, das Schulgesetz des Landes Rheinland-Pfalz beinhalte keine Aussage zur zweigeteilten Schule, obwohl das Gesetz erst im vergangenen Jahr neu gefaßt worden sei. Der Gesetzgeber habe damit zu verstehen gegeben, daß sich diese Schulorganisation nicht als Dauerlösung vorgesehen sei.
Dem habe im vergangenen Jahr der Vermittlungsausschuß im personalvertretungsrechtlichen Verfahren mit der Aussage Rechnunggetragen, daßeine Auflösung derzweigeteilten Grundschule Simmern/Kadenbach als pädagogisch sinnvoll und organisatorisch wünschenswert sei. Der Vermittlungsausschuß habe damit erklärt, daß eine Zweiteilung für eine Schule mit Nachteilen gegenüber einer gegliederten Schule an einem Standort verbunden sei. Carl Greiff wiesauf eine Umfrage bei Schulleitern im Westerwaldkreis hin, die an einer zweigeteilten Schule beschäftigt waren oder sind. Übereinstimmend hätten alle Befragten als Vorteil die Überschaubarkeit hervorgehoben. Die Aufzählung der Nachteile sei aber weitaus umfangreicher und stehe außer Verhältnis zu den Vorteilen. So seien u.a. Nachteile bei der Vertretungsregelung und der Bewußtseinsbildung über die Einheit der Grundschule zu verzeichnen. Die Aussage »Klassenatmosphäre vor Schulatmosphäre« habe nur für den Untericht selbst Gültigkeit, müsse aber umgekehrt werden, wenn es um die Gestaltung des schulischen Gemeinschaftslebens gehe.
Man solle nicht außer Acht lassen, daß die Leitunq
teilten Schule mehr Organisationsaufwand verursach 2
bei einer Schule an einem Standort der Fall sei. Vielem i - so Carl Greiff - würden sich aber über die fehlende Zeit?! dagogische Arbeit beklagen. Zwar gelte an Grundsch i3 wie vor das Klassenlehrer-Prinzip, wonach ein Lehre j Klasse möglichst alle Fächer unterrichtet, jedoch seies ü eine alte Tradition, die Lehrer ensprechend ihren I einzelnen Fächern verstärkt zu beschäftigen, u msoein Effektivität des U nterrichts zu erre ichen. Diese Mögli C |fjj| he in der Grundschule simmern/Kadenbach nur in seh f schränktem Maße. Oberregierungsschulrat Greiff Vertreter der Schulbehörde höre es nirht gern, daß derihj bei Krankheit eines Lehrers ausfalle. Zwar gebe esfürdeT Fehltag oftmals keine andere Möglichkeit, für die nachfor Tage müsse man jedoch nach anderen Lösungen suchen! größeren Schulgemeinschaft biete sich eine Aufteilunqaiiil lelklassen an, in denen der gleiche Unterrichtsstoff bei wird. Darüber hinaus gebe es aber auch pädagogische! gungen hinsichtlich des Zusammenwirkens der einzelne! lelklassen, die für eine Unterrichtung an einem Standonl chen. 1
Viele Lehrpersonen seien der Meinung, das täglicheGesprl Kollegenkreis erleichtere die Lehrtätigkeit. Die MeinunJ in einer größeren Schule biete die Chance des Erfahrungsa sches und die Möglichkeit, die Qualität der Arbeit insgesl verbessern. 1
Carl Greiff stellte fest, die Aussage, die Schule sei der kul Mittelpunkt des Dorfes bedeute über die Kontakte zwisci tern und Lehrpersonen im schulischen Bereich hinaus,d bindungen der Schule und des dort beschäftigten Person! den Vereinen und Vereinigungen des jeweiligen Ortes bei In der Vergangenheit habe neben einer Verpflichtungzui nen am Schulstandort die Lehrerausbildung dem kulturell spruch Rechnung getragen. Die Lehrer seien zum Beisp Heimatforscher oder Organisten ausgebildet worden, oral nen hohen außerschulischen Beitrag zum kulturellen Lebe! Gemeinde (eisten zu können. Im Laufe der Jahre seien hiej reichende Änderungen eingetreten, so daß in der heutige die Schule bzw. das Lehrpersonal nicht mehr dem Anspnä Vergangenheit gerecht werden könne und auch nichtmel kulturellen Mittelpunkt des Ortes darstellten. Zwargebeel viele Lehrer, die sich am öffentlichen Leben in ihremWohrf teiligten, wobei der Wohnort aber oftmals nicht mitdemBesj gungsort übereinstimme.
Carl Greiff erläuterte, die Bezirksregierung Koblenz habe! herigen Verfahren den Elternwillen im Rahmen der gesell Vorschriften berücksichtigt. Hiernach sind bei schulorganl sehen Maßnahmen die Eltern zu unterrichten bzw. zuhöief bedeute aber nicht, daß eine Zustimmung erforderlich isl| Nach der Landesverfassung sei der Wille der Eltern zub sichtigen. Dies gelte im Hinblick auf dieLehrinhaltedesUnlJ tes, nicht aber für Schulorganisationsmaßnahmen.
Von den 23 zweigeteilten Schulen im Westerwaldkreis, diel gangenen Jahrzehnt eingerichtet wurden, seien in derZwil zeit beeits 10 Schulen wieder zusammengelegt worden.Zui fahren der Auflösung einer Schule und der Zuordnungzuj anderen Schulbezirk teilte der Vertreter der Bezirksregieni blenz mit, die Schulbehörde könne erst dann tätig werden! ein Anrag des Schulträgers vorliegt. Dies gelte fürdie Verga| heit, bedeute für die Zukunft aber auch, daß die T nunmehr erst wieder tätig werde, wenn der Verbandsgemj rat seine Entscheidung getroffen und evtl, einen erneuten| auf Auflösung gestellt habe.
e) Leiter der Grund- und Hauptschule Hundsangen,| Franz-Josef Wolf
Der Leiter der Grund-und Hauptschule Hundsangen, I
Josef Wolf, nahm nicht Bezug auf die konkrete Situation^
lieh de Grundschule Simmern/Kadenbach,. sondern ber
dem Verbandsgemeindeat über seine Erfahrungen alsS ter von geteilten und an einem Standort zusammen Schulen. Zunächst sei zu den Vorteilen festzustellen,olinfl
be es kleinere Klassen, und für die Einwohner der jeweif
schäften sei es wichtig, eine Schule im Dorf zu habend - so Franz-Josef Wolf- bereite die zweigeteilte Schulest# Probleme hinsichtlich der Stundenplangestaltung unddes| nisatorischen Ablaufes.

