Montabaur 6/45/84
Entscheidung die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung zu privatisieren, wirkt sich positiv aus
Der CDU-Sprecher führte aus, daß sich das Haushaltsvolumen durch die Privatisierung der Straßenbeleuchtung reduziere.
Im Vermögenshaushalt könnten die Mittel für die Anschaffung eines Steigerwagens in Höhe von 130.000,- DM eingespart werden und außerdem komme es bei den Ortsgemeinden ebenfalls zu Einsparungen.
Gemeinsame Kasse, positive Seite der Verbandsgemeinde
Wolfgang Müller erklärte, bei den Zinseinnahmen aus Terminfeldern zeige sich wieder eine positive Seite der Verbandsgemeinde. Die gemeinsame Kasse ermögliche eine Finanzwirtschaft, die in dieser Form bei den einzelnen Ortsgemeinden nicht möglich wäre.
Als betrüblich bezeichnete der CDU-Sprecher die weitere unerfreuliche Entwicklung beim Hallenbad. Da die Mindereinnahmen bei den Gebühren nur zum Teil durch Minderausgaben hätten gedeckt werden können, erhoffe sich die CDU-Fraktion für die Zukunft einige Ideen vom Schwimmbadeausschuß, um das Bad attraktiver zu machen.
Abschließend nahm Wolfgang Müller auf die im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes ausgewiesene Zurückstellung des Baues der Kläranlage Nentershausen/Niedererbach Stellung, die sehr ärgerlich sei.
Es werde langsam unerträglich, wie in diesem Fall die Genehmigungsbehörde die Maßnahme blockiere, die seit mehr als 10 Jahren überfällig sei. Es habe wenig Sinn über Umweltschutz speziell über Bachpatenschaften zu reden, wenn Gewässer in solcher Weise verschmutzt würden..
Zusammenfassend stellte der Fraktionsvorsitzende fest, daß die CDU-Fraktion dem Haushalt in der vorgelegten Form zustimme.
Für die SPD-Fraktion hob deren Fraktionsvorsitzender Reiner Schlemmer die positive Korrektur des Haushaltes 1984 hervor.
Im wesentlichen seien die Verbesserungen dadurch erzielt worden, daß die Einnahmen bei den Zuweisungen und der Verbandsgemeindeumlage wesentlich höher seien, als dies der Haushaltsansatz vorsah.
Besonders betonte der SPD-Sprecher, daß die Mehreinnahmen bei der Verbandsgemeindeumlage nicht aus einer Erhöhung des Umlagesatzes, sondern aus der höheren Steuerkraft der Gemeinden resultiere.
Bei den Minderausgaben seien insbesondere die Einsparungen bei den Personalausgaben hervorzuheben. Diese seien im wesentlichen auf die Entscheidung auf eine eigene Betreuung der Straßenbeleuchtungsanlage in den Ortsgemeinden zu verzichten, zurückzuführen.
Zuführung zum Vermögenshaushalt erhöht
Reiner Schlemmer strich heraus, daß die Zuführung zum Vermögenshaushalt um fast 500.000,- DM erhöht werden könne.
Diese Zuführung vermindere die Fremdfinanzierung und dadurch könne den Ortsgemeinden durch die geringe Zinsbelastung die Umlagenerhöhung so gering wie möglich gehalten werden.
Zur Verminderung der Kosten beim Kauf der Hauptschule wies der SPD-Sprecher darauf hin, daß es sich hierbei nicht um ein Geschenk des Kreises handele, da der Verbandsgemeinde dadurch zuvor auch ganz erhebliche Kosten entstanden seien.
Günter Windeck -Fraktionsvorsitzender der FWG - bezeichnete einen Schuldenabbau bei einem Schuldenstand der Verbandsgemeinde mit den beiden Eigenbetrieben von 30,5 Mio DM zum Ende des*Jahres 1984 und'einer Zinsbelastung von 1,9 Mio DM in diesem Jahr als unumgänglich, da die Schulden von den Bürgern der Verbandsgemeinde gezahlt werden müßten.
Jedes Prozent Verbandsgemeindeumlage mehr belaste die Orts- ■ gemeinden empfindlich u. bedeute eine Einschränkung der Selbstverwaltungsaufgaben. Vorrangiges Ziel des Verbandsgemeinderates müsse daher nach Auffassung der FWG der Schuldenabbau und damit eine Herabsenkung der Verbands
gemeindeumlage sein.
Bei künftigen Baumaßnahmen seien strenge Maßstäbe der Notwendigkeit anzulegen. Die FWG-Fraktion sei bereit, auch unangenehme Entscheidungen mitzutragen.
Bürgermeister Dr. PosseTDölken erklärte, daß ein gleichzeitiger Abbau der Schuldenlast und eine Absenkung der Verbandsgemeindeumlage nicht möglich sei, da dies nur zu einer Verminderung der Investitionen der Verbandsgemeinde führen könne. Beschäftigungspolitisch hätte dies schlimme Auswirkungen.
Heinrich Dombo - FWG - führte aus, die Schulden der Vergangenheit hätten dazu geführt, daß die Verbandsgemeinde heute eine Umlage von 32 % erheben müsse. Er habe in der Vergangenheit nicht einsehen können, daß die Verbandsgemeinde immer wieder den Ortsgemeinden „in di ? Tasche" gegriffen" hätte, wenn sie mit ihren Einnahmen nicht ausgekommen sei.
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken wies die Vorwürfe der FWG zurück, die Verbandsgemeinde habe den Ortsgemeinden „in die Tasche gegriffen". Die umfangreichen Investitionen der letzten 10 Jahre in den Bereichen Schulen, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung hätten nicht ohne Kreditaufnahmen und Erhöhung der Verbandsgemeindeumlage finanziert werden können. Trotzdem erhebe die Verbandsgemeinde Montabaur die niedrigste Verbandsgemeindeumlage aller Verbandsgemeinden im Kreisgebiet.
Reiner Schlemmer (SPD) bemerkte, daß die Ortsgemeinden selbstverständlich die Schulden mittragen müßten. Es handele sich hier aber um Schulden für Investitionen im Interesse der Ortsgemeinden und ihrer Bürger. Beim Bau des Rathauses und der Schulen handele es sich um kommunale Aufgaben, denen man sich nicht entziehen könne.
Der Schuldenstand im Bereich Wasser/Abwasser könne nur durch eine drastische Erhöhung der Gebühren abgebaut werden.
FWG-Vorsitzender , Günther Windeck, erklärte, daß die FWG die Wassergebühren nicht erhöhen wolle.
In der abschließenden Abstimmung wurde der Nachtragshaushaltsplan 1984 bei 3 Enthaltungen mit breiter Mehrheit durch den Verbandsgemeinderat angenommen.
Stellungnahme zum Entwurf des regionalen Raumordnungsplanes Mittelrhein-Westerwald beraten und beschlossen
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken wies darauf hin, daß im Raumordnungsplan der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald die Funktionsbezeichnungen verschiedener Ortsgemeinden nicht richtig wiedergegeben worden seien und dies nunmehr geschehen solle.
Außerdem solle aus dem raumordnungsplan eine Rohstofffläche im Bereich der Ortsgemeinde Ruppach-Goldhausen herausgenom-j men werden, da es für diesen Bereich teilweise verbindliche Festsetzungen im Flächennutzungsplan gebe, und die Ortsgemeinde sich in einem entsprechenden Bebauungsplanverfahren befinde.
Der SP D - Fraktionsvorsitzende Reiner Schlemmer erklärte die grundsätzliche Zustimmung zum vorgelegten Entwurf, da insgesamt viele positive Aussagen gemacht seien.
Die SPD-Fraktion beantrage aber zusätzlich die Herausnahme der Aussage des Raumordnungsplanes, wonach aus Richtung Montabaur in Richtung Gießen eine Weiterführung der A 48 als qualifizierte Straßenverbindung angestrebt wird. Bei einer Weiterführung der A 48 werde soviel Kulturfläche in Anspruch genommen, daß dies in keinem Verhältnis zu dem vorhandenen Bedarf stehe. Die SPD-Fraktion sei daher für den verkehrsmäßigen Ausbau der B 255.
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken und die CDU-Fraktion erklärten, daß nach ihrer Meinung mit der qualifizierten Straßenverbindung der Ausbau der B 255 gemeint ist.
Stellungnahme zum Raumordnungsplan wurde dahinge- ergänzt, daß der Verbandsgemeinderat klarstellte,
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