Montabauf 9/43/84
Mit Blick auf eine Bemerkung zu der Haushaltsstelle Zuschüsse für Schallschutzmaßnahmen an der innerstädtischen Umgehungsstraße, daß die zur Verfügung gestellten Mittel von den Anliegern nicht in ausreichendem Maß in Anspruch genommen würden, regte Paul Widner erneute Informationen im Wochenblatt an. Die Verwaltung teilte dazu mit, es würden alle Anlieger des Straßenzuges angeschrieben und auf die Zuschußmöglichkeit hingewiesen werden.
Kritisch äußerte sich SPD-Sprecher Widner zu den geplanten Investitionen zur Wiederauffindung des Sauerbrunnens. Die SPD-Fraktion halte dies für „herausgeworfenes Geld". Gleichwohl stimme man dem Nachtragshaushaltsplan 1984 in der vorgelegten Form zu.
Auch Bürgermeister und CDU-Fraktion befürworten Jnvesti- tionen
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken und Hans-Josef Manns (CDU) erklärten zur Aussage von Paul Widner (SPD), die Konsolidierungspolitik dürfe nicht übertrieben werden und diesbezügl. bestünden Meinungsunterschiede zur CDU-Fraktion, daß auch der Bürgermeister und der CDU-Sprecher in ihren Erklärungen zum Nachtrag 1984 angeregt hätten, in den kommenden Jahren verstärkt zu investieren. Sie machten übereinstimmend deutlich, daß die Stadt in den vergangenen Jahren bei den Investitionen alles andere als zurückhaltend gewesen sei. Ein Investitionsvolumen von 30 Mio. DM in den letzten Jahren belege dies eindrucksvoll. Diese Aktivitäten im Investitionsbereich seien in der Vergangenheit zum Teil heftig kritisiert worden. Die jetzt vorliegenden Zahlen bewiesen, daß diese Investitionen im Rahmen einer soliden Haushaltsführung möglich gewesen seien, ohne zu einer Überschuldung der Stadt zu führen.
FWG-Fraktion gegen teure Investitionen im Hallen- und Freibad
Paul Heinz Schweizer, Fraktionsvorsitzender der FWG,
verwies auf erhebliche Verschiebungen gegenüber dem Haushalt 1984, die im Nachtragshaushaltsplan 1984 ihren Niederschlag fänden.
Mit Blick auf den Zuschuß der Stadt an die Verbandsgemeinde zur Abgeltung des Standortvorteiles für das Hallen- und Freibad, der infolge des Besucherrückganges um 9.100,- DM auf 145,700,- DM gestiegen ist,stellte Ratsmitglied Schweizer klar, daß die Stadt diese Zahlungen leisten müsse. Er warnte jedoch unter Hinweis auf Überlegungen der Verbandsgemeinde, das Bad zu modernisieren, vor teuren Investitionen.
Das Hallen- und Freibad in Montabaur habe nur einen begrenzten Einzugsbereich. Teure Investitionen könnten das Defizit nur vergrößern.
Kritik b.m Sportplatz im Schulzentrum
Unter Hinweis auf den Vermögenshaushalt kritisierte Paul Heinz Schweizer erneut den Bau des Sportplatzes im Schul- u. Sportzentrum. Er machte darauf aufmerksam, daß die Stadt bereits 2,5 Mio. DM für die zur Verfügungstellung von Grundstücken und die Erschließung im Bereich des Schul- und Sport- ; Zentrums gezahlt habe.
Unter Hinweis auf die Erhöhung der Mittel für die Planung der Fußgängerzone von 50.000,- DM auf 70.000,- DM kritisierte der FWG-Sprecher den Vergabemodus bei der Einholung von Planungen. Er erinnerte daran, daß die FWG-Fraktion einen regelrechten Architektenwettbewerb zur Gestaltung der Fußgängerzone befürwortete. Die Erhöhung des Haushaltsansatzes um 20.000,- DM sei erfolgt, um einzelne Architektenleistungen heimischer Architekten abgelten zu können, die sich außer Kon- urrenz an dem eingeschränkten Architektenwettbewerb beteiligen. Der Stadtrat hatte in seiner letzten Sitzung beschlosten, einige Architekten mit Erfahrungen bei der Planung und | Haltung von Fußgängerzonen zu beauftragen. Entwurfspläne zu erstellen. Um auch heimischen Architekten die Möglichkeit Zu geben, an der Planung der Fußgängerzone mitzuwirken,
50 tan diese Gelegenheit erhalten, ohne Honoraranspruch Ent- w urfspläne zu erstellen. Sofern darin brauchbare Ideen vorge
schlagen werden, wolle - so der damalige Stadtratsbeschluß - die Stadt diese Pläne käuflich erwerben. Dafür wurde der Haushaltsansatz um 20.000,- DM erhöht.
Ratsmitglied Schweizer wies darauf hin, daß die Architektenkammer den heimischen Architekten untersagt hat, sich auf dieser Basis an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Die Berufsordnung für Architekten sehe nämlich vor, daß unentgeltliche Leistungen nicht erbracht werden dürfen.
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken erklärte, er halte nach wie vor die beschlossene Regelung, einige Architekten mit einschlägigen Erfahrungen mit der Erstellung von Entwurfsplänen zu beauftragen, für den richtigen Weg. Im Falle eines freien Architektenwettbewerbes wären alle Architekten das Risiko eingegangen, unentgeltliche Pläne erstellen zu müssen, denn nur die prämierten Pläne würden bei diesem Verfahren honoriert. Das Einschreiten der Architektenkammer habe die Stadt nicht zu vertreten. Vielmehr handele es sich dabei um eine interne Frage, die die betroffenen Architekten mit ihrem Berufsverband klären müßten.
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Bevor es zur Abstimmung über den Nachtragshaushaltsplan 1984 kam, erklärten die Ratsmitglieder Lorenz und Eschenauer (beide FWG), sie lehnten den Nachtragshaushaltsplan 1984 ab, weil sie mit dem Verfahren zur Vergabe eines Anschlußauftrages zur Erschließung des Gewerbegebietes „Alter Galgen" nicht einverstanden seien.Zusätzlich begründete Franz-Josef Eschenauer seine ablehnende Haltung mit dem Hinweis, daß der Rücklage ein Betrag von 1 Mio. DM entnommen werde.
Dem hielt Bürgermeister Dr. Possel-Dölken entgegen, daß diese Rücklagenentnahme zur Erschließung des Gewerbegebietes „Alter Galgen" von Anfang an vorgesehen war.
Die Rücklage sei gerade zu diesem Zweck angespart worden.
In der Abstimmung war dann eine breite Mehrheit des Stadtrates für den Nachtragshaushaltsplan 1984. Zwei Ratsmitglieder stimmten mit Nein, eine Enthaltung war zu verzeichnen.
Haushaltsüberschreftung beim Hospitalfonds Montabaur
Durch einstimmigen Beschluß stimmte der Stadtrat einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 5.000,- DM bei der Haushaltssteile „Medizinischer Bedarf" im Haushalt des Hospitalfonds für 1984 zu. Grund: Die Zahl der pflegebedürftigen Heimbewohner ist gestiegen.
Hauungs- und Kulturplan der Stadt für das Forstwirtschafts- jahr 1984/85 verabschiedet
Der Stadtrat genehmigte den Hauungs- und Kulturplan für das Forstwirtschaftsjahr 1984/85 durch einstimmigen Beschluß. Dieser sieht Gesamteinnahmen in Höhe von 548.036,- DM und Gesamtausgaben in Höhe von 529.332,- DM vor, weist also einen Überschuß in Höhe von 18.704,- DM aus.
An Holzeinschlag sieht der Hauungs- und Kulturplan vor:
140 fm Fichte, 3060 fm Buche, 2215 fm Fichte und 195 fm Kiefer.
Das 1975 aufgestellte Forsteinrichtungswerk sieht einen Einschlag von jährlich 5913 fm vor. Das vorgesehene Einschlagssoll (5610 fm) liegt also unter dem festgesetzten Hiebsatz.
Wahl der Mitglieder des Kuratorium« des Dauses Mons Tabor
Durch einstimmigen Beschluß (bei Stimmenthaltung der Betroffenen) wählte der Stadtrat folgende Personen zu Mitgliedern und stellvertretenden Mitgliedern des Kuratoriums des Hauses Mons Tabor (Soldatenheim):
a) auf Vorschlag der CDU-Fraktion
b) auf Vorschlag der SPD-Fraktion
c) auf Vorschlag der FWG-Fraktion
Mitglied
Karl-Heinz Stock Dr. Paul Hütte
Stellvertreter
Hans-Josef Manns Hildegard Diehl
Wolfgang Drenkelfort Uwe Storm
Heinz Teves
Franz-Josef
Eschenauer

