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des Rathauses für Informationen und gelegentlich für repräsentative Anlässe geöffnet sein.

Bürgemeister Dr. Possel-Dölken schloß seine Rede mit dem ausdrücklichen Wunsch, daß dieses Rathaus künftig nicht nur ein Haus der Räte, der Beratungen und der kommunalpolitischen Entscheidungen sein möge, sondern vor allem auch ein Haus der Ratgeber für die Bürger. Jeder Bürger, der einen Rat sucht, solle dieses Haus vertrauensvoll mit dem Gefühl betreten können, ihm könne hier geholfen werden, und er solle dieses Haus anschließend wieder mit dem Gefühl verlassen können, es sei ihm geholfen worden. Denn das Vertrauen gebe jedem Gespräch oft mehr Stoff als der Geist.

Pie Grüße und Glückwünsche des Landes Rheinland-Pfalz und der Landesregierung zur Einweihung des neuen Rathauses übermit­telte STAATSMINISTER KURT BOOKMAN N. Der Innenminister führte aus, das Wissen um das frühere Aussehendes Altstadt­kerns rufe wohlwollende Zustimmung zu dem neugeschaffenen Zustand hervor. Der Innenminister dankte allen, die mit Rat und Tat zum Gelingen dieses Bauwerkes beigetragen haben. Er wisse um den langen Weg von der Idee bis zu ihrer Verwirklichung und stelle mit Freude fest, daß die Stadt mit diesem Gebäude über ein imposantes Zeichen verfüge und eine gelungene Verbindung zwischen Tradition und Gegenwart hergestellt habe. Das Gebäude füge sich ausgezeichnet in die Vorgaben des Stadtbildes ein.

Innenminister Böckmann würdigte im besonderen die Verdienste des verstorbenen Bürgermeisters Wilhelm Mangels um das Ent­stehen dieses Bauwerkes. Für ihn gelte in vollem Umfang die Aussage, daß der Bau von Städten immer eine der größten Leistungen des Menschen war. Der Bau sei 'stets von vielfältigen Entscheidungen abhängig und nie ein grandioser Zufall, sondern immer das Ergebnis der Tatkrfaft und des Willens der Menschen. Rathäuser waren stets - so Innenminister Böckmann - Ausdruck des Stolzes freier Gemeinden. Wenn Bürgermeister Dr. Possel-Dölken dem Land für den Zuschuß gedankt habe, so wolle er diesen Dank weitergeben an den Steuerzahler, der es dazu in die Lage versetzt habe, zu diesem Bauwerk einen Beitrag zu leisten. Er meine, dieses Geld sei durchaus gut angelegt. Das Rathaus sei Mittelpunkt einer freien und lebendigen Verbandsgemeinde. In diesem Zentrum werde nicht nur diskutiert, gearbeitet und entschieden, sondern es solle auch ein Zentrum für Bürgerbeteiligung und Bürgernähe sein. Man müsse sich immer wieder klarmachen, daß in der Form, wie die Verwaltung dem Bürger begegnet, in der Form, wie Kom­munalpolitikgemacht" werde, die Bevölkerung den Staat erfahre. Die Zustimmung oder Ablehnung des Bürgers gegenüber dem Staat werde zutiefst in der Gemeinde geprägt. Es sei die ständige Aufgabe aller Verantwortlichen, auf der Ebene des Landes ebenso wie auf der kommunalen Ebene, die Nähe zum Bürger zu suchen. Bürgernähe sei keine Frage der räumlichen Entfernung, keine geographische Dimension. Das Kriterium der Bürgernähe sei, wie die Behörde, repräsentiert durch ihren Leiter und ihre Mitarbei­ter, dem Bürger entgegentreten und den persönlichen Kontakt und die Gespräche zu ihm gestalten. Es gelte immer wieder, dem Bürger auch auf die Chance der Mitarbeit in überschaubarem Bereich aufmerksam zu machen. Innenminister Böckmann appellierte . an alle Bürger, an der Gestaltung ihres örtlichen Gemeinwesens aktiv mitzuwirken. Die kommunale Selbstverwaltung könne nur so gut sein, wie die Bürger in den Gemeinden Bereitschaft zeigten zur Mitarbeit, aber auch dazu, die Entscheidungen ihrer Vertreter zu akzeptieren..

Wichtiger als die äußere Gestaltung eines Gebäudes sei der Geist, der in diesem Gebäude wohne. Der Innenminister wünschte Stadt und Verbandsgemeinde Montabaur eine gute und friedvolle Entwicklung, daß im neuen Rathaus nur Menschen arbeiten, die zum Wohl der Stadt und der Verbandsgemeinde und ihrer Bevölkerung ihre Pflicht erfüllen. Er wolle dazu ermuntern, auch im neuen Haus diese Arbeit in der bewährten Tradition fortzuführen.

Der Planer des neuen Rathauses, PROF. DEILMANN, MÜNSTER, schilderte das Entstehen des Bauwerkes und brachte seine Hoff­nung zum Ausdruck, daß das Geschaffene für Bürger und Verwaltung die bestmögliche Lösung darstelle. Im folgenden machte Prof. Deilmann auf die Problematik eines Baues in der alten Stadt aufmerksam. Während füher Baumaßnahmen Schritt für Schritt über Jahre hinweg realisiert worden seien, gehe es heute Zug um Zug, und von daher seien Neubaumaßnahmen schwierig und risiko­reich. Dabei könne es aber keinesfalls nur um das Immitieren früherer Baustile gehen, sondern auch die heutige Generation müsse ihren Baustil finden und realisieren, um dadurch späteren Generationen Dokumente des Lebensstils dieser Zeit zu hinterlassen.

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kDer Planer, Prof. Deilmann, überreichte sodann Bürgermeister Dr. Possei -Dölken einen symbolischen Schlüssel, den Mitarbeiter 'seines Planungsbürosgebastelt" haben und der die Verbindung des Alten und des Neuen symbolisieren soll.

.Anschließend nahmen Dekan Niederberger und Pfarrvikar Boulsein die Einsegnung des Hauses vor. Dekan Niederberger erläuterte, 'das Segnen und das Bitten um Segen sei Bekenntnis, daß es eine einzige Quelle des Segens, nämlich Gott, gibt, daß er seine I guten Gaben in die Hände der Menschen legt und sie durch Menschen weitergeben will. Es sei aber auch das Eingeständnis, daß die Menschen auf den Segen Gottes angewiesen seien.

j Für den Westerwaldkreis übermittelte LANDRAT DR. NORBERT HEINEN Grüße und Glückwünsche. Der Landrat erinnerte an die Eröffnung des Hauses Mons Tabor vor 2 Jahren. Damals habe er den Wunsfch geäußert, dieses Haus möge ein Kristallisationspunkt [für mehr Einigkeit in der Stadt Montabaur werden, weil er damals empfunden habe, daß es in der Stadt Montabaur stärkere [Spannungen als übliph gegeben habe.

Heute, an dem Tag, an dem der Rathaus-Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben werde, könne man feststellen, daß dieser Wunsch weitgehend in Erfüllung gegangen sei. Es sei heute viel mehr Übereinstimmung und Gemeinsamkeit in den Reihen der Bürger kder Stadt Montabaur festzustellen. Aber die Erfahrung, die zu dieser Gemeinsamkeit geführt habe, der Schmerz, den man auf diesem [Weg empfunden habe, sei außerordentlich groß. Er sage dies an dieser Stelle, weil der Rathaus-Erweiterungsbau neben dem Haus J Mons Tabor vielleicht das Projekt sei, an dem der verstorbene Bürgermeister Wilhelm Mangels am intensivsten gearbeitet habe und [dessen Verwirklichung ihm am meisten am Herzen gelegen habe. Heute sei festzustellen, daß der Rathaus-Erweiterungsbau ein ganz [vorzügliches Bauwerk sei, das sich ausgezeichnet in die Altstadt von Montabaur einpasse und zugleich modern und zweckmäßig sei, l ein Bauwerk, das nicht nur von den Mitarbeitern der Verwaltung und den Politikern angenommen werde, sondern - und daß sei [noch viel wichtiger - auch von der Bevölkerung dieser Stadt und der Verbandsgemeinde. Die Räte und alle, die an den Entscheidun- |Jj® n ZUm Zustandekommen dieses Bauwer kes mitgewirkt haben, könnten mit Recht solz auf das Geschaffene sein.

| an habe ein Zentrum geschaffen nicht nur für die politischen Entscheidungen, sondern auch eine innere Zentrale für diese Stadt, refit nur ein ansehnliches Gebäude sondern ein Haus , in das sich der Bürger ratsuchend, aber auch einen Rat erteilend,begeben I °nne. Im historischen Kontext sei nun ein großartiger Vierklang der wichtigsten Gebäude für das Gemeinschaftsleben der Stadt | d ^ er näheren Umgebung zu konstatieren: Von der Kirche über das Schloß und die Stadthalle bis hin zum neuen Rathaus. Dies l!? 1 e ' ne außerordentlich frohstimmende Erkenntnis. Es sei aber zugleich auch eine Mahnung für alle, die Verantwortung tragen, da- I or zu sorgen, daß es wenigstens so bleibe, vielleicht aber auch noch besser werde. Dies sei sein Wunsch als Landrat des Westerwald- I r eises, aber auch als Bürger dieser Stadt.