Montabaur 5/27/83
Familie wünschte Helmut Hepfer, daß sie bald in Montabaur eine neue Heimat finden. Dr. Possel-Dölken werde Bürgermeister der Bürger der Verbandsgemeinde von Montabaur sein, die als Westerwälder durchaus manchmal stur sein könnten, aber liebenswerte Menschen seien. Das Gemeinwesen in dieser Verbandsgemeinde Montabaur sei gut bestellt. Es lasse sich dort ausgezeichnet wohnen und leben. Er übernehme die Leitung einer Verbandsgemeinde, die ihre 10jährige Bewährungsprobe mit Erfolg bestanden habe und durch den früheren Bürgermeister Wilhelm Mangels geprägt worden sei. Die Verbandsgemeinde könne beachtliche Leistun gen nachweisen. Die Beschäftigten der Verbandsgemeindeverwaltung könne er ihrem neuen Chef als guteingespieltes Team empfehlen.
Helmut Hepfer dankte dem I. Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Heinz Reusch, für die in der Vergangenheit geleistete Arbeit. Die FDP-Fraktion biete dem neuen Bürgermeister aufrichtig an, sachlich und fair miteinander zu arbeiten. Das schließe jedoch nicht aus, daß man seine Amtsführung kritisch begleite. Der Bürgermeister werde daran gemessen, in welchem Umfange er mit dem Rat und seinen Fraktionen kooperiere und ihn informiere.
Für die FWG-Stadtratsfraktion hieß deren Vorsitzender Paul Heinz Schweizer Herrn Dr. Paul Josef Possel-Dölken und seine Familie in Montabaur willkommen. Mit diesem Tag sei die bürgermeisterlose Zeit beendet und Dr. Possel-Dölken übernehme das verantwortungsvolle Amt des ersten Bürgers dieser Stadt. Der FWG-Fraktion sei bewußt, daß die Aufgaben des Bürgermeisters nicht leicht seien. Niemand könne es allen recht machen.
Diese Aufgaben seien um so leichter zu lösen, je besser die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und StadtraL funktioniere.
Es sei die gemeinsame Aufgabe, im Widerstreit der Interessen die Gemeinsamkeiten zu suchen. Die gemeinsame Suche nach dem Guten sei das feste und bindende Fundament für die weitere Entwicklung der Stadt. Die FWG sei zu dieser Gemeinsamkeit bereit.
Paul Heinz Schweizer wünschte Dr. Possel-Dölken für seine Tätigkeit als Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Montabaur viel Erfolg.
Im Namen der Ortsbürgermeister beglückwünschte Ewald Hübinger, Niederelbert, den neuen Bürgermeister Dr. Possel-Dölken,
Die Ortsbürgermeister hofften, daß die Lücke, die der Tod von Wilhelm Mangels aufgerissen habe, von dem neuen Bürgermeister geschlossen werde könne. Die 24 Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Montabaur betrachteten sich nicht als „Einzelkämpfer". Vielmehr handele es sich um eine guteingespielte „ Seilschaft". Man werde die ganze Kraft einsetzen, daß bisher Erreichte zu sichern und fortzuentwickeln. Ewald Hübinger verwies darauf, daß die Verbandsgemeinde Montabaur die Aufbauphase mit Bravour gemeistert habe. Dies bilde die Grundlage für eine gedeihliche Fortentwicklung
Landrat Dr. Norbert Heinen übermittelte Dr. Paul Josef Possel-Dölken die Glückwünsche des Westerwaldkreises, seine persönlichen Glückwünsche, aber auch die Glückwünsche der Kommunalaufsicht zur Einführung in sein neues Amt als Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der Stadt Montabaur.
Die Einführung des neuen Bürgermeisters sei ein bedeutendes Ereignis, nicht nur für die Verbandsgemeinde und die Stadt und für den Amtsinhaber. Wer die Spannung im Zusammenhang mit der Bewerberauslese miterlebt habe, der wisse, daß dieses Ereignis über die Grenzen der Verbandsgemeinde Montabaur hinaus Bedeutung erlange. Immerhin sei Montabaur die Kreisstadt und die Verbandsgemeinde Montabaur die größte Verbandsgemeinde im Land Rheinland-Pfalz. Zunächst müsse man den neuen Bürgermeister zu seinem Amt beglückwünschen, man könne aber auch durchaus auch die Verbandsgemeinde und die Stadt zu ihrer Wahl beglückwünschen. Er sei überzeugt, so Landrat Dr. Heinen - daß man eine gute Wahl getroffen habe. Der neue Bürgermeister bringe eine gute Voraussetzung mit, das Amt des gemeinsamen Bürgermeisters von Verbandsgemeinde und Stadt erfolgreich zu begleiten. Landrat Dr. Heinen machte auf die außergewöhnlichen Gestaltungsmöglichkeiten aufmerksam, die nach der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz seinen Bürgermeistern offenstehen.
Das Amt des Bürgermeisters bringe außerordentlich viel Verantwortung. Der Amtsinhaber werde ganz außergewöhnlich gefordert.
In diesem Amt könne man voll aufgehen und sich verwirklichen. Dies habe Konrad Adenauer treffend formuliert, als er bei seiner Amtseinführung als Oberbürgermeister von Köln am 17.10.1917 ausführte:
„Sich ganz auszuwirken mit den Kräften des Verstandes und der Seele, mit seiner ganzen Persönlichkeit, schöpferisch tätig sein zu können, ist der schönste Inhalt menschlichen Lebens".
Jeder, der das Amt des Bürgermeisters ernst nehme, müsse am Anfang von einem solchen Geist beseelt sein. Er sei ■ so Landrat Dr. Heinen - sicher, daß dies bei Dr. Possel-Dölken der Fall sei.
Er wünsche ihm die Kraft und Stärke, mit all den Aufgaben fertig zu werden, eine glückliche Hand und Geschick, nicht nur bei der Leitung der Verwaltung sondern auch einer sehr differenzierten Gebietskörperschaft. Er wünsche dem neuen Bürgermeister auch die Gabe, mit den „kleinen Widrigkeiten des Alltags', fertig zu werden.
Als Vertreter der Kommunalaufsicht betonte Dr. Heinen, man habe sich nie als repressive Kommunalaufsicht verstanden. Gerade weil die Kreisverwaltung auch die Verwaltungsbehörde der Selbstverwaltungskörperschaft „Kreis" sei und Montabaur die Kreisstadt sei, sei man auf Kooperation mit der Stadt und der Verbandsgemeinde angewiesen. Diese Kooperation biete er dem neuen Bürgermeister der beiden Selbstverwaltungskörperschaften an.
Anschließend übermittelten der Bürgermeister der Partnerstadt Tonnerre, Roze, und der Bürgermeister der englischen Partnerstadt Braklev, Howe, Bürgermeister Dr. Possel-Dölken ihre herzlichen Glückwünsche.
Bürgermeiste Roze (Dolmetscher war Michael Wallendorn) erklärte, es sei für ihn sehr bewegend, an diesem feierlichen Tag der Amtseinführung teilzunehmen. Die Partnerstadt Tonnerre übermittele dem neuen Bürgermeister herzliche Glückwünsche.
Man wünsche ihm viel Erfolg und eine gute Hand. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, daß sich die partnerschaftlichen Bezi3- hungen zwischen Montabaur und Tonnerre die unter Wilhelm Mangels geknüpft worden sind, weiterentwickeln Bie Partnerschaft zwischen Montabaur und Tonnerre sei eine von vielen Partnerschaften zwischen Städten aus Frankreich und Deutschland. In der Summierung dieser vielen Städtepartnerschaften liege eine außergewöhnliche Bedeutung für die Aussöhnung zwischen diesen beiden Völkern.

