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Montabaur 4 / 27 / 83

Jugend. Die Verbandsgemeinde Montabaur habe wie kaum eine andere Verbandsgemeinde die Voraussetzungen für eine sinnvoll Jugendarbeit durch die Beteiligung am Haus der Jugend, die Einstellung eines hauptamtlichen Sozialarbeiters und - in Zusammenarbeit mit dem Westerwaldkreis- die Betreuung der Jugendlichen durch zwei ehrenamtliche Sozialarbeiter geschaffen, Künftig müßten verstärkte Bemühungen zur Schaffung von neuen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen unternommen werden.

Josef Becker beantwortet sodann pointiert die Frage, welche Kriterien für die Auswahl des Bürgermeisters entscheidend gewesen! seien. Man habe sich dabei von der Astrologie leiten lassen und von daher sei eigentlich nur einWassermann" in Frage gekomj Ihm werde schließlich nachgesagt, er sei der geborene Politiker, er hätte eine scharfe Beobachtungsgabe, sei diplomatisch, blitz-1 schnell würde er das Wesentliche erfassen, und er sei klug genug, seine Ansichten nicht vorzeitig preiszugeben. Der Wassermann denke heute so.vie die Welt in 50 Jahren.

Josef Becker unterstrich sodann, daß keinesfalls dieseBefragung der Sterne" allein Kriterium gewesen sei, Dr. Paul Josef PossalJ Dölken zum Bürgermeister zu wählen. Es sei auch unzuteffend, daß die Vertreter der Stadt ihn nur wegen des im Stadtrat häufj vertretenen NamensPaul" gewählt hätten. Ebenso sei der zweite Vorname des neuen BürgermeistersJosef" nicht das entscheJ dende Kriterium für den Verbandsgemeinderat gewesen. Eine Rolle bei der Auswahl unter den Bürgermeisterkandidaten habe ditj landsmannschaftliche Herkunft durchaus gespielt. ,

Es sei ein auf deri ersten Blick erstaunliches Phänomen, daß gerade die Westfalen im Bereich des Westerwaldes viele wichtige Pos« tionen einnehmen. Vielleicht sei dieser Umstand zu erklären durch die Gemeinsamkeiten zwischen den Westerwäldern und den Westfalen. Beiden sage man ja nach, sie seien stur, wortkarg, dickköpfig und ein bißchen verschlagen, aber auch fleißig, beständig charakterfest und sie hätten ein starkes Rechtsgefühl. 1

Auf die landsmannschaftliche Herkunft könne man sich angesichts der durch Völkerwanderungen verursachten BlutvermischunJ alleine jedoch auch nicht mehr verlassen. Deswegen sei es wichtig zu unterstreichen, daß Dr. Paul Josef Possel-Dölken vor allem« fachlichen und aus menschlichen Gesichtspunkten von den beiden Räten mit überwältigender Mehrheit (88,71 %) gewählt wordJ sei. Dies zeige das große Vertrauen, das Verbandsgemeinde und Stadtrat in ihren neuen Bürgermeistr setzten.

Josef Becker wünschte Dr. Possei - Dölken und seiner Familie, daß sie sich möglichst bald im Westerwald heimisch fühlen undei sein Amt erfolgreich ausübe.

Anschließend übermittelte der Vorsitzende der SPD-Verbandsgemeinderatsfraktion, Reiner Schlemmer, die Glückwünsche seinei Fraktion, aber auch der SPD-Stadtratsfraktion. Es sei für die beiden SPD-Fraktionen sehr bedrückend gewesen, daß der frühereJ inhaber Wilhelm Mangels so plötzlich und unerwartet mitten aus seiner Arbeit gerissen wurde. Dies habe eine merkliche Lückel* terlassen. Reiner Schlemmer dankte dem 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Heinz Reusch, daß er in dieserbürgermeisten sen Zeit," die Geschicke der Verbandsgemeinde mit großem Engagement geleitet habe.

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Die SPD-Fraktion wisse um die Belastung, die Heinz Reusch in dieser Zeit ausgesetzt gewesen sei. Dafür übermittelte er ihm denl liehen Dank der SPD-Fraktion

Die SPD-Fraktion sei froh, daß die Suche nach einem geeigneten Nachfolger von Wilhelm Mangels innerhalb einer relativ kurzen Zeit erfolgreich gewesen sei. Man sei froh, einen Fachmann gefunden zu haben, der die Arbeit seines Amtsvorgängers mit Sachl kenntnis und Verantwortungsbewußtsein fortzuführen verspreche. Vor getaner Arbeit solle man zwar mit Lob und Anerkennuid zurückhaltend sein. Trotzdem dürfe man sagen, daß dem neuen Bürgermeister von seiner früheren Wirkungsstätte her der Ruf eines guten und befähigten Verwaltungsmannes vorauseile.

Persönliche Gespräche begründeten die Zuversicht, daß er sich auch in seinem neuen Arbeitsgebiet und im Dienst an der Verbanj gemeinde und ihren Bürgern das Vertrauen seiner Mitarbeiter und des Rates, aber auch der Bevölkerung erwerben werde.

Die Übernahme des verantwortungsvollen Amtes des Bürgermeisters sei für die Verbandsgemeinde und die Stadt ein besonderes! eignis. Reiner Schlemmer erinnert in diesem Zusammenhang an die vielfältigen Möglichkeiten und Kompetenzen, die die rheinlaj pfälzische Gemeindeordnung dem Bürgermeister eröffne.

Zweifellos sei dies eine interessante und ehrenvolle Aufgabe. Die Arbeit eines Bürgermeisters habe jedoch nicht nur angenehme Seiten und es sei zu erwarten, daß Dr. Possel-Dölken in dem Strauß seiner Aufgaben auch manche Dornen entdecken werde. Dij dürfe dies nicht zur Entmutigung führen.

Die vielfältigen in einer Verbandsgemeinde wahrzunehmenden Aufgaben stellten Verbandsgemeiinderat, Verwaltung und auch! Bürgermeister immer wieder vor neue schwierige Aufgaben. Die SPD-Fraktion sei stets bemüht gewesen, diesen Aufgaben gerec zu werden. Dies gelte auch für die Zukunft. Trotz unterschiedlicher Auffassungen in Einzelfragen habe man letztlich doch gerne« sam das Wohl der Verbandsgemeinde und ihrer Bürger im Auge gehabt und dabei habe die SPD-Fraktion niemals abseits gestand Auch in Zukunft werde; die SPD-Fraktion zu dieser gemeinsamen Arbeit bereit sein, wenn es gelte, das HausVerbandsgemeinl weiterzubauen. Dazu sei in der Vergangenheit ein gutes Fundament geschaffen worden.

Man benötige keine prophetischen Gaben, um zu wissen, daß in Zukunft eine Vielfalt von Aufgaben zu erledigen seien. Dies weil erschwert durch eine immer kürzer werdendeFinanzdecke". Es werde an der Arbeit des Rates, aber auch an der Verwaltung üfj ob die vor uns liegenden Jahre gute Jahre würden. Die Ziele seien jedoch nur erreichbar, wenn die Zusammenarbeit im Rat und I zwischen Rat und Verwaltung gut funktioniere. Diese Zusammenarbeit zu gewährleisten und Brücken zu schlagen zwischen! verschiedenen Gruppen werde eine wichtige Aufgabe des neuen Bürgermeisters sein.

Reiner Schlemmer wünschte Dr. Paul Josef Possel-Dölken zu Beginn seiner Arbeit Erfolg und Erfüllung in seinem neuen Amt. Ej dürfe sicher sein, daß bei den SPD-Fraktionen des Stadt- und Verbandsgemeinderates der Wille zur gemeinsamen Arbeit vorhanl sei. Man werde bemüht sein, die zwangsläufig mit Schwierigkeiten verbundene Einarbeitongsphase zu erleichtern. I

Glückwünsche der FDP-Fraktion des Verbandsgemeinderates und des FDP-Stadtratsmitgliedes Erich Marx übermittelte der Vor-I sitzende der FDP-Verbandsgemeinderatsfraktion Helmut Hepfer. Mit seinen Glückwünschen verband er die Hoffnung, Dr. PossE| Dölken möge sein neues Amt mit Umsicht, Toleranz und einer glücklichen Hand ausüben. Dem neuen Bürgermeister und seiner