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Montabaur 3 / 27/83

Heinz Reusch wünschte Dr. Paul Jossf Possel-Dölken viel Erfolg, Gottes Segen undjenes Quäntchen Glück", das man trotz nachhaltiger Leistungen so notwendig brauche.

Bei der Einführung von Dr. Possel-Dölken zum Bürgermeister der Stadt erinnerte deren I. Beigeordneter Dr. Paul Hütte an das ein­deutige Votum für dessen Wahl zum Bürgermeister. Daraus werde deutlich, daß die große Mehrheit des Stadtrates zur vertrauens­vollen Zusammenarbeit bereit sei. Es liege an dem neuen Bürgermeister, Meister der Bürger von Montabaur, Meister des Stadtrates, der die Bürger der Stadt zu vertreten habe, zu werden.

Mit der Wahl habe man Vertrauen bekundet, und es sei nun die Aufgabe des neuen Bürgermeisters, dieses Vertrauen zu rechtferti­gen.

Der Bürgermeister müsse bereit sein, im Rat auch bei noch so kontroverser Diskussion alle Fragen auszudiskutieren, auch wenn das hin und wieder die Geduld auf die Probe stelle. Er müsse für jeden Bürger ansprechbar sein , und zwar unabhängig vom Gewicht seines Anliegens und evtl. Schwierigkeiten bei der Entscheidung.

j Als erster Bürger der Stadt habe erallgegenwärtig" zu sein. Dies sei sicher nicht leicht, insbesondere wenn es gelte, Termine an Wochenenden wahrzunehmen, die Familie ihre Rechte anmelde und der berufliche Streß überhand nehme. Die Bürger der Stadt, die Vereine und Organisationen erwarteten jedoch häufig, daß die Stadt durch ihren Bürgermeister vertreten sei.

Als Chef der Verwaltung habe er dafür zu sorgen, daß nicht um des Verwaltens willen verwaltet werde und kein Apparat von Bürokraten entstehe, sondern eine funktionstüchtige Verwaltung existiere. Die Bürger und der Stadtrat erwarteten - so Dr. Paul Hütte - daß Anregungen vom Bürgermeister akzeptiert und umgehend verwirklicht werden. Hier dürfe es zu keinen unberechtigten Verzögerungen kommen, weil sonst die Verwaltung unglaubwürdig werde. Die Verwaltung habe Kritik zu ertragen, wenn sie für den Bürger nicht erreichbar sei. Dieser Kritik werde an erster Stelle der Bürgermeister als Exponent der Verwaltung ausgesetzt sein. Von einem Bürgermeister werde erwartet, daß er der Entwicklung der Stadt stets um einen Schritt voraus sein müsse. Ein Bürgermeister habe die Aufgabe, Chefdenker und Motor zu sein. Insbesondere in einer Zeit knapper werdender Haushaltsmittel und zahlreicher erledigter und begonnener Aufgaben komme es auf den Einfallsreichtum, die Aktivitäten und die Kontaktfreudig­keit sowie auf das Geschick des Bürgermeisters an, nicht nur Maßnahmen anzukurbeln, sondern sie im Rat durchzusetzen und jauch ihre Finanzierung zu ermöglichen. Wer bereit sei, sich diesen Anforderungen zu stellen , werde die Vielfalt der Aufgaben und IGestaltungsmöglichkeiten schätzen lernen; das Amt nicht als Beruf sondern als Berufung empfinden.

I Dr. Hütte wies den neuen Bürgermeister darauf hin, daß in Montabaur der Mittelstand stark ausgeprägt sei, die Bürger von Monta­baur oft konservativ und nur schwer von der Notwendigkeit von Veränderungen zu überzeugen seien. Letzteres gelte insbesondere [dann, wenn diese Neuerungen mit größerem Finanzbedarf verbunden seien. Er erwarte nicht nur, daß man ihn aufkläre, sondern Idas man sich in der Diskussion mit seinen Argumenten auseinandersetze und ihn überzeuge. Diese Eigenschaften seien auch im IStadtrat stark ausgeprägt. Die oft problembeladenen und langwierigen Stadtratssitzungen stellten - so Dr. Hütte - nicht geringe I Anforderungen an die Sachkenntnis, das Verhandlungsgeschick und die Überzeugungskraft des Vorsitzenden. Erfolgserlebnisse [und Enttäuschungen stünden in stetigem Wechsel. Trotz der Vielzahl der unter der Regie des verstorbenen Bürgermeisters Wilhelm [Mangels erledigten Aufgaben gäbe es noch viele Probleme, die mittelfristig einer Lösung harrten. Als Beispiel nannte Dr. Hütte die Altstadtsanierung. Die an den fertig gestellten Konrad-Adenauer-Platz angrenzenden Sanierungsgebiete bedürften einer baldi­gen Neuordnung. Dabei sei historisch wertvolle Bausubstanz zu erhalten. Die Wohnqualität im Innenstadtbereich müsse erhöht [werden. Das älteste Viertel der Stadt, der Hintere Rebstock, bedürfe dringend einer aktiven Hilfe, um nicht dem Verfall preisge­lgeben zu sein. Die Planung der Fußgängerzone in der Innenstadt vertrage keinen Aufschub. Jedes Zögern bedeute einen Verlust [für die Geschäftsleute und damit auch einen Verlust an Steueraufkommen. Die Planung der Fußgängerzone werde Zeit beanspru­chen, da sie mit den Anwohnern, die die Hauptlast der Entschließung zu tragen hätten, umfassend zu diskutieren sei. Die Klärung [der Abwässer, die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe bei Erschließung der Gewerbegebiete, die Planung und Ausweisung neuer [Baugebiete seien Aufgaben, die den Bürgermeister voll in Anspruch nehmen werden.

|l- Beigeordneter Dr. Paul Hütte wünschte dem Bürgermeister Dr. Paul Josef Possel-Dölken bei der Ausführung seines Amtes Glück, [Erfolg und Gottes Segen. Gleichzeitig brachteer seine Hoffnung zum Ausdruck, daß er und seine Familie sich möglichst bald in [Montabaur wohl und heimisch fühle. Er wünschte, dem neuen Bürgermeister möge es gelingen, zwischen den Gruppen auszugleichen, [seine Ideen zu verwirklichen und die Kommunalpolitik erfolgreich zu vertreten. ,

[Nach der offiziellen Amtseinführung sprachen Vertreter der Fraktionen des Verbandsgemeinde- und Stadtrates sowie der Ortsbür- [germeister Bürgermeister Dr. Possei - Dölken ihre Glückwünsche aus.

[Für die CDU-Fraktionen des Verbandsgemeinde- und Stadtrates bemerkte der Vorsitzende der CDU-VG-Fraktion Josef Becker,

[der neue Bürgermeister trete sein Amt in einer Zeit an, in der sich die Kommunalpolitik im Unbruch befinde. Die Zeiten der großen und publikumswirksamen Maßnahmen und der Erfolgsberichte seien vorbei. Dies liege zum einen daran, daß viele Aufga­ben in der Vergangenheit bereits gelöst wurden, zum anderen aber auch daran, daß die öffentlichen Kassen leer seien.

Gleichwohl habe heute ein Bürgermeister noch viel zu tun. Als Zukunftsaufgaben stünden der Bau und die Erweiterung von Schulen und Turnhallen, von Kläranlagen, Feuerwehrgerätehäusern sowie die Fortführung von Maßnahmen zur besseren Wasser­versorgung an. Als neue Aufgaben seien in Zukunft Umweltfragen, die Erhaltung der Landschaft, die Rekultivierung von Tongru- Pen und die Erschließung neuer Baugebiete bei gleichzeitiger Erhaltung des hohen Wohnwertes zu lösen. In Zukunft müsse auch verstärkt ein Dialog mit den Umweltverbänden geführt werden, um gegenseitiges Verständnis zu gewinnen. Dies gelte auch für die

P'ENSTSTUNDEN der VERBANDSGEMEINDEVERWALTUNG, Rathaus, Großer Markt 10 und Konrad-Adenauer-Platz und Wasserwerk Rothaus, Großer Markt 10, g? ntq 8> Mittwoch bis Freitag 8.00 bis 12.00, Dienstag 8.00 bis 12.00, 16.00 bis 18.30 Uhr. BAUAMT (Konrad-Adenauer-Platz) Dienstag 8 bis 12.00, 16.00 bis 18.30 Uhr, A'»t*och 14.00 bis 16.00 Uhr, Donnerstag 8.00 bis 12.00 Uhr.

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