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Montabaur 3/24/82

Wir weisen darauf hin, daß die Giftköder nach dem Ende der Bekämpfungsaktion aus Sicherheitsgründen von den Grund­stücken entfernt werden müssen. Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur als Ortspolizeibehörde

Die Verwaltung informiert

Bericht über die Sitzung des Verbandsgemeinderates vom B. Juni 1982

Stellungnahme des Verbandsgemeinderates zu den beabsichtig­ten schulorganisatorischen Maßnahmen im Grundschulbereich

Bürgermeister Mangels erläuterte zunächst das Konzept der Be­zirksregierung für die Grundschulorganisation im Bereich der Verbandsgemeinde Montabaur das folgenden Inhalt hat:

1. In Montabaur-Horressen (Waldschule) soll eine Grundschule eingerichtet werden. Diese soll mit der Hauptschule Monta- bau-Horressen organisatorisch verbunden werden. Der Schul­bezirk dieser Grundschule umfaßt die Stadtteile Horressen und Eigendorf.

Schulträger ist die Verbandsgemeinde Montabaur.

2. Der Schulbezirk der Grundschule Niederelbert soll um die Ortsteile Montabaur-Horressen und Montabaur-Elgendorf reduziert werden.

3. Es soll eine Grundschule Ruppach-Goldhausen eingerichtet werden (Schulbezirk: Ortsgemeinden Ruppach-Goldhausen, Boden und Heiligenroth). Schulträger soll die Verbandsge­meinde Montabaursein.

4. Die Ortsgemeinden Ruppach-Goldhausen, Boden und Heili­genroth sollen aus dem Schulbezirk der Grundschule Girod ausgegliedert werden.

5. Der Schulbezirk der Grundschule Heilberscheid soll unver­ändert bleiben. Da das Schulgebäude in Heilberscheid nicht über die notwendige Anzahl von Normalklassenräumen verfügt, sollen - so die Bezirksregierung - entsprechend dem jeweiligen Bedarf Klassen in dem Grundschulgebäude in Gi­rod untergebracht werden.Ab dem gleichen Zeitpunkt soll die Außenstelle Nomborn aufgehoben werden.

Die nach dem Schulgesetz vorgeschriebene Anhörung der Schul­ausschüsse habe zu folgendem Ergebnis geführt: Die Schulaus­schüsse der Grundschule Niederelbert und der Grund- und Hauptschule Montabaur-Horressen haben der vorgesehenen Organisationsmaßnahme einstimmig zugestimmt. Der Schulaus­schuß der Grundschule Girod hat eine differenzierte Stellung­nahme abgegeben. Zur Bedingung für eine Zustimmung hat man insbesondere die Forderung gemacht, daß im Zuge einer Sonder­regelung die Schüler der kommenden vierten Schuljahre im Schuljahr 1982 und 1983 in ihren Klassenverbänden belassen werden, um gewachsene Klassen nicht auseinanderzureißen.

Diese Anregung sei - so Bürgermeister Mangels - sinnvoll und durchführbar. Insofern könne man ihr entsprechen.

Ein klaresNein" zur geplanten Schulorganisationsmaßnahme hat der Schulausschuß der Grundschule Heilberscheid vorgetra­gen. Zu diesem Problembereich gab Bürgermeister Mangels folgende Sachinformationen:

Die Grundschule Heilberscheid ist untergebracht in Heilber­scheid und Nomborn. Das Schulgebäude in Heilberscheid sei seinerzeit konzipiert worden für zwei Klassen. In diesem Gebäu­de gebe es zwei Räume, die seinerzeit als Stillbeschäftigungsräu­me geplant worden seien, heute aber als Klassenräume genutzt werden müßten. Ihre Größe, Heizung und Belüftung entsprächen nicht den Anforderungen von heute. Darüber gebe es aber in Eltern- und Lehrerschaft unterschiedliche Auffassungen. Eltern und Lehrer seien teilweise der Auffassung, man wolle lieber mit den beengten Verhältnissen vorlieb nehmen, als einen Transport der Schüler in Kauf zu nehmen. In Nomborn seien zwei Klassen­

räume und ein Sportraum eingerichtet. Die Bezirksregierung als Organisationsbehörde und die Verbandsgemeindeverwal­tung seien der Auffassung, daß mindestens zwei Räume im Schulgebäude Heilberscheid nicht den Anforderungen eines mo­dernen Unterrichtes genügten. Man habe über die sich daraus ergebenden organisatorischen Konsequenzen mit den Ortsbür­germeistern und Verbandsgemeinderatsmitgliedern aus dem dortigen Bereich, dem Schulelternbeirat und den Schulleitern diskutiert. Ursprünglich sei noch eine Konzeption vorgelegt worden, die eine Trennung des Schulverbandes Heilberscheid vorsah. Die Ortsgemeinde Nomborn sollte ausgegliedert und Girod zugeteilt werden. Gegen diese Überlegungen im Vorstadium der Organisationsmaßnahmen sei entschiedener Widerspruch aus der Lehrerschaft, der Elternschaft, den Orts­gemeinden und den Kirchen vorgetragen worden. Man habe sich dagegen gewandt,gewachsene Strukturen" zu trennen (Nom­born und Heilberscheid haben einen gemeinsamen Kindergarten und sind in der Kirchengemeinde zusammengeschlossen).Diese Anregungen habe man berücksichtigt. Um aber eine ordnungs­gemäße Unterbringung der Schüler aus Heilberscheid und Nom­born zu gewährleisten, sei man dann zu der Überlegung gekom­men, den Schulverband nicht zu trennen, aber vier durch den Neubau der Hauptschule in Nentershausen in Girod frei­gewordene Räume für die Grundschule Heilberscheid zu nutzen.

In Vorgesprächen mit dem Schulelternbeirat, der Schulleitung und den Ortsb(irgermeistem sei zum Ausdruck gebracht worden, daß die daraus resultierende Konsequenz des Schülertransportes nicht zu begrüßen sei. Andererseits habe der Eindruck bestan­den, daß man das Angebot, vier Räume in Girod nutzen zu können, nicht ablehne. Man habe vereinbart, ein Gespräch mit den betroffenen Eltern zu führen. Dieses habe einige Zeit auf sich warten lassen, weil die Bezirksregierung zunächst ein geschlossenes Konzept erarbeiten mußte. Diese Zeitspanne habe wohl zu einer erheblichen Unruhe in der Elternschaft geführt. Diese Unruhe habe sich dann bei dem sehr emotional geführten Gespräch in Heilberscheid entladen. Die Eltern hätten dabei gefordert, dafür Sorge zu tragen, daß keine Änderung im Standort eiritrete. Aus der Sicht der Elternschaft seien die Räume in Heilberscheid ausreichend. Zumindest für eine Übergangszeit könnten diese weiterhin genutzt werden.

Die räumlich beengten Verhältnisse seien nach Auffassung der Eltern eher in Kauf zu nehmen als der Schülertransport.

Die Argumente der Bezirksregierung und des Schulträgers, in den größeren Räumen in Girod sei ein besserer Unterricht möglich, seien von der Elternschaft nicht akzeptiert worden.

Das Gespräch habe zu keiner Einigung geführt. Anschließend habe der Schulausschuß getagt und die Schulorganisationsmaß­nahme einstimmig abgelehnt. Nach dem ablehnenden Beschluß des Schulausschusses habe ein wertoes Gespräch zwischen Elternbeirat, Schulrat und Verwaltung stattgefunden, in dem den Elternvertretern der Kompromißvorschlag unterbreitet worden sei, die Räume in Heilberscheid solange zu nutzen, bis höhere Schülerzahlen eine anderweitige Unterbringung unumgäng­lich machten. Das gelte für eine Zeit von ca. 3 Jahren. Die Be­zirksregierung habe erklärt, sie halte dies nicht für eine gute Lö­sung. Wenn jetzt eine Möglichkeit zur besseren Unterbringung bestehe, solle man diese auch jetzt nutzen.

Abschließend machte der Bürgermeister darauf aufmerksam, daß die optimale Zielsetzung sicher ein Neubau einer Grund­schule in Nentershausen sei. Dies sei auch langfristig geplant. Andererseits müsse man berücksichtigen, daß bei den derzeiti­gen finanziellen Verhältnissen die Realisierung dieses Projektes auf absehbare Zeit nicht möglich erscheine.

Stellungnahme der Fraktionen

RATSMITGLIED JOSEF BECKER (CDU) machte zu Beginn seiner Ausführungen deutlich, daß die Grundschulkonzeption auf dem Organisationsplan für die Hauptschulen aufbaue. Er er­innerte daran, daß man ursprünglich einmal den Plan hatte, in der Verbandsgemeinde Montabaur zentral eine Hauptschule einzu­richten. In der Zwischenzeit habe sich die Erkenntnis durchge­setzt, daß große Schulsysteme nichtder Weisheit letzter Schluß"