Montabaur 7/39/80
diene, die Lebensqualität in den Ortsgemeinden zu verbessern.
Für die SPD-Fraktion äußerte sich Ratsmitglied Josef Engelmann. Erbezog sich auf die Beratungen im Sportausschuß und erklärte die Zustimmung seiner Fraktion sowohl zum Kinderspielplatzbedarfsplan als auch zur Erweiterung des Sportstättenbedarfsplanes. Ratsmitglied Ernst Roos (FDP) brachte für seine Fraktion die Zustimmung zum vorgelegten Planwerk zum Ausdruck. Er verwies jedoch auf einen Mißstand, den er auf vielen Spielplätzen beobachtet habe. Gemeint war die Unsitte, Hunde frei auf Kinderspielplätzen laufen zu lassen. Dies führe zu einer erheblichen Verschmutzung der Kinderspielplätze. Im Interesse der Hygiene und zum Schutz der Kinder sei es unbedingt notwendig, sich etwas einfallen zu lassen, um diesem Mißstand abzuhelfen. Bürgermeister Mangels erklärte daraufhin, die Verwaltung sei derzeit damit befaßt, eine Broschüre mit Hinweisen für die Hundehalter herauszug'eben, in der diese u.a. aufgefordert werden, Kinderspielplätze nicht als „Hundeklo" zu mißbrauchen.
Der Verbandsgemeinderat stimmte sodann einstimmig dem Kinderspielplatzbedarfsplan und der Ergänzung des Sportstättenleitplanes zu.
j Kostenbeteiligung der Verbandsgemeinde am Ausbau des Sportplatzes in Nentershausen
Der Verbandsgemeinderat beschloß mehrheitlich, daß sich die Verbandsgemeinde Montabaur an den Kosten für die Wiederherrichtung des Sportplatzes in Nentershausen mit einem Betrag von 20.000,- DM beteiligt Gleichzeitig wurde eine außerplanmäßige Ausgabe in dieser Höhe genehmigt, die durch Einsparungen bei Kanalisationsbaumaßnahmen finanziert werden soll.
[Dem Beschluß waren kontroverse Aussagen über die Berechtigung und Notwendigkeit der finanziellen Beteiligung der Ver- Ibandsgemeinde an diesen Kosten vorausgegangen. iRatsmitglied Josef Becker (CDU) betonte, seine Fraktion habe Isich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sehe aber eine Verpflichtung der Verbandsgemeinde zur finanziellen Unterstützung Idar Ortsgemeinde, da diese Kinder der Grund- und Hauptschule (diesen Sportplatz für den Sportunterricht benutzen.
(Ablehnend äußerte sich für die SPD-Fraktion Ratsmitglied (Reiner Schlemmer. Es sei „nicht in Ordnung", daß die Verbands- Igemeinde in Aufgaben der Ortsgemeinden eingreife. Die Bereitstellung der Sportstätten sei Aufgabe der Ortsgemeinde. Der ■Sportplatz stehe nicht nur der Grund- und Hauptschule zur Verfügung, sondern werde auch von ortsansässigen Vereinen zum [Training benutzt. Er befürchtete die Schaffung eines Präze- Idenzfalles, an dem sich andere Ortsgemeinden orientieren würfen. Schließlich regte der SPD-Sprecher an, die Mäterialkosten jdurch die Ortsgemeinde zu stellen und den Vereinen Eigenleistungen anheim zu stellen.
litt gleichen Sinn äußerte sich für die FDP-Fraktion Ratsmit- fclied Ernst Roos. Er befürchtete, auch andere Ortsgemeinden pürden ähnliche Anträge „aus der Schublade ziehen" ps Argument, es würden Berufungsfälle geschaffen, versuchte P er !• Beigeordnete der Verbandsgemeinde Reusch zu widerle- fcn. Er verwies darauf, daß in allen anderen Hauptschulen (Monteur, Montabaur-Horressen) schuleigene Sportstätten für den Sportunterricht zur Verfügung stehen. Lediglich im Falle Nen- prshausen sei dies nicht der Fall. Dies rechtfertige die Bezuschus- I un 9 durch die Verbandsgemeinde. Die Errichtung von l e| chtathletischen Anlagen werde in Verbindung mit der Neu- Saumaßnahme der Grundschule u. der Turnhalle erst in etwa P'5 Jahren zu erwarten sein.
pteiljgung der Verba ndsgem ein de an den Kosten für ein „Haus iw Jugend" in der Stadt Montabaur
Jägermeister Mangels wies in seiner einführenden Erklärung ■jarauf hin, daß eine Vielzahl von Freizeiteinrichtungen in den Ttsgemeinden bestehe. Darüber hinaus existiere ein Bedarf nach
einer pädagogisch geleisteten Freizeiteinrichtung Ratsmitglied Josef Becker (CDU) verwies auf die zuvor geführten Diskussionen und Verhandlungen in dem gemeinsamen Ausschuß von Stadt und Verbandsgemeinde. Er vertrat die Auffassung, es sei Zeit, das Thema „vom Tisch zu schaffen". Eine Entscheidung sei nötig und fällig. Seine Fraktion sei zwar grundsätzlich der Auffassung, die Jugendarbeit solle durch die Kirchen und Vereine vor Ort in den Ortsgemeinden betrieben werden. Um dieses Ziel zu fördern, habe man beschlossen, den Ortsgemeinden Zuschüsse bis zu 25.000,- DM für die Schaffung von entsprechenden Räumen zu gewähren. Da aber nicht alle Jugendlichen von dem bisherigen Freizeitangebot in den Ortsgemeinden angesprochen würden und die Jugendlichen den Wunsch nach einer zentralen Einrichtung als Begegnungsstätte auf überörtlicher Ebene hegten, befürworte man ein zentrales „Haus der Jugend" in Montabaur. Die Besichtigung von Jugendzentren hätten gezeigt, daß ein richtig geleitetes „Haus der Jugend" eine hervorragende Begegnungsstätte sein könne. CDU-Sprecher Becker wies auch darauf hin, daß eigentlich der Kreis Träger der Jugendarbeit sei. Man erwarte daher eine Beteiligung des Kreises, wolle aber nicht abwarten, bis sich eine „größere Lösung" abzeichne.
Nicht zuletzt „um den Stadtrat zu ermutigen" befürworte seine Fraktion einen Zuschuß der Verbandsgemeinde an den Personalkosten in Höhe von 50 %, Dabei gehe man davon aus, daß die Stadt Träger der Einrichtung ist. Sollte sich ein anderer Träger finden oder der Kreis sich beteiligen, müßten neue Verhandlungen geführt werden.
Für die SPD-Fraktion erklärte deren Fraktionsvorsitzender Reiner Schlemmer, man sei uneingeschränkt für ein „Haus der Jugend". Für alle übrigen Altersgruppen bestünden Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, nur nicht für die Zwölf- bis Achtzehnjährigen.
Die einzelnen Ortsgemeinden seien nicht in der Lage, diese Aufgabe zu lösen. Vielmehr bestünde die Möglichkeit dazu nur dann, wenn ein zentrales Haus der Jugend geschaffen werde. Wegen dessen überörtlicher Bedeutung müsse sich die Verbandsgemeinde beteiligen.
Für seine Fraktion beantragte Ratsmitglied Schlemmer eine Beteiligung der Verbandsgemeinde an den Sach-, Investitionsund Personalkosten in Höhe von 40 %. Eine Beteiligung nur an den Personalkosten in Höhe von 50 % halte er für zu niedrig und sehe dadurch das Projekt in Frage gestellt.
Für die FDP-Fraktion erklärte Ratsmitglied Helmut Hepfer ebenfalls ein Ja zum „Haus der Jugend". Bisher sei seine Fraktion zwar immer von der Vorstellung ausgegangen, für die Jugendlichen ließe sich ein Raumangebot im Soldatsnheim schaffen.
Man sei aber bereit, die Förderung der Verbandsgemeinde für ein eigenes „Haus der Jugend" mitzutragen. Den CDU-Vorschlag (50 % der Personalkosten) halte er für ein faires Angebot. Ratsmitglied Hepfer machte sogleich darauf aufmerksam, daß auch in anderen Bereichen der Verbandsgemeinde (z.B. Augst) Freizeiteinrichtungen für Jugendliche geschaffen werden. Es stelle sich dann die Frage, wie sich die Verbandsgemeinde eine Förderung solcher Einrichtungen vorstelle.
Der Verbandsgemeinderat verabschiedete mehrheitlich den Antrag der CDU-Fraktion, wonach sich die Verbandsgemeinde mit 50 % an den Personalkosten für das „Haus der Jugend" beteiligt.
Bürgermeister Mangels unter „Verschiedenes", es bestünde gute Hoffnung, daß er in Kürze dem Haupt- und Finanzausschuß der Verbandsgemeinde zwei geeignete Bewerber für die Einstellung als Sozialarbeiter der Verbandsgemeinde zur Koordination der Jugendarbeit in den Ortsgemeinden vorstellen könne. Zuvor informierte er den Verbandsgemeinderat über die Art der Ausschreibung der Stelle in verschiedenen Fachzeitschriften und durch Aushang an einer Reihe von Studieninstituten für Sozialarbeiter.

