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Montabaur 12 / 19 /80

Aus der Biirgerversammlung der Ortsgemeinde Nentershausen

Vor zahlreichen Zuhörern berichtete Ortsbürgermeister Perne über das örtliche Geschehen. Seine erste Aussage bezog sich auf die sachbezogene Arbeit des Gemeinderates und die Bereitschaft, durch gemeinsames Bemühen die Weiterentwicklung der Orts­gemeinde sicherzustellen. Die Finanz Wirtschaft der Gemeinde wurde als solide bezeichnet, was sich nicht zuletzt in den Zahlen auch der Jahresrechnung des Haushalts 1979 niedergeschlagen hat. Danach hat die Ortsgemeinde gegenüber dem Ansatz einen Überschuß von 351.000,- DM erwirtschaftet. Gegenüber den vorgesehenen 107.000,- DM , die vom Verwaltungs- an den Ver­mögenshaushalt abgeführt werden sollten, konnte ein Betrag . von 300.511,-- DM tatsächlich abgeführt werden. Somit ist die Ortsgemeinde nach der letztjährigen Finanzwirtschaft in den Stand versetzt worden, der allgemeinen Rücklage einen Betrag von 251.000,- DM zuzuführen. Auch für das Jahr 1980 ergeben sich in der Finanzierung der vorgesehenen kommunalen Maß­nahmen keine besonderen Probleme. Die Finanzwirtschaft des Jahres 1980 soll auch einen Überschuß aus der laufenden Wirt­schaftsführung erbringen, der wiederum in einer Größenordnung von über 100.000,- DM der Rücklage zugeführt werden soll. In der Finaszplanung befinde sich auch eine finanzielle Zusage der Ge­meinde zur Mitfinanzierung der Mehrzweckturnhalle.

Es könne davon ausgegangen werden, daß im Rahmen der mittel­fristigen Finanzplanung auch für die nächsten weiteren Jahre ein Überschuß der fortlaufenden Rechnung sich ergibt. Damit wird auch die Ortsgemeinde weiterhin in den Stand gesetzt, neue In­vestitionen zugunsten der Bürgerschaft in Angriff zu nehmen.

Der Bürgermeister berichtete über den Mangel an Bauland. Er könne sich der Nachfrage nicht erwehren, müsse jedoch bei der Situation am Grundstücksmarkt viele Interessenten abweisen.

Mit Blick auf die Planungszuständigkeit der Verbandsgemeinde forderte er vom Verbandsgemeinderat eine zusätzliche Bewilli­gung und Planungsausweisung von Baugelände für die Ortsge­meinde. Erneut appellierte Perne an den Verbandsgemeinderat, die Sportanlage der Ortsgemeinde als überörtliche Sportanlage zu übernehmen.

Perne berichtete weiter, daß die Änderung des Bebauungsplanes Steinbitz" in der nächsten Gemeinderatssitzung als Satzung be­schlossen werden soll. Danach würde dieser Bebauungsplan der Kreisverwaltung zur Genehmigung vorgelegt. Mit der Durchfüh­rung des UmlegungsverfahrensHasenbitz" sei in Kürze zu rech­nen. Den Schwerpunkt seiner detaillierten Aussagen machte der Ortsbürgermeister über die Erschließung des BaugebietesIm Strichen". Da offensichtlich auch der überwiegende Teil der an­wesenden Bürger sich für diesen Fragenkomplex interessiert zeig­te, machte er mit Blick auf die noch zu treffenden Entscheidun­gen des Gemeinderates darüber Andeutungen, daß die Grund­stückseigentümer mit einer Vorausleistung für Erschließungsko­sten von ca 4.000,- DM in Kürze rechnen müßten.

dem Vorbehalt erteilt worden, daß die zuständigen Fachbehör­den hierzu die Genehmigung erteilen. Über die Kanalisationsp| a . nung berichtete Mangels, daß z.Zt. aktuelle Verhandlungen mit dem Abwasserverband Limburg geführt werden, nach denen ein Anschluß des Bereiches Nentershausen/Niedererbach in den Limburger Raum vorgesehen werden soll.

Da es sich hierbei um eine die Länder- und Kreisgrenzen über schreitende Planung handele, sei eine schwierige Verhandlungsp sition gegeben. Da aber in jedem Falle auch nach der Meinung der Fachbehörden die wirtschaftlichste Lösung gesucht werden soll, bietet sich der Anschluß an das bereits vorhandene Entsor­gungssystem in Limburg an.

Bezogen auf die Schulplanung für den Bereich Nentershausen wurde berichtet,daß die Aufträge für die Erweiterung der Haupt schule vergeben sind und mit der Erteilung der schulaufsichts­behördlichen Genehmigung diese Baumaßnahme zum nächstmöj liehen Zeitpunkt begonnen würde. Die Turnhallenplanung sei je doch mit Rücksicht auf die noch ausstehende Entscheidung in der Grundschulfrage vorerst zurückgestellt worden. Für den Grundschulbereich zeichne sich eine mögliche Änderung der bis herigen Konzeption ab.

Danach besteht eine reelle Chance, daß auch Nentershausen Grundschulstandort wird für den Bereich der umgebenden Ge­meinden. Davon unabhängig ist aber in jedem Fall die Sicherung des Grundschulstandortes Girod zu erwarten. Mit Blick auf diese schulische Konzeption, die von der Bezirksregierung als Fachbe­hörde noch genehmigt werden muß, soll die Turnhallenbaumal!- nähme und auch die Durchführung der Außensportanlagen vor­erst zurückgestellt werden, u'm keine Fehlinvestitionen durch­zuführen. Für den Fall der positiven Entscheidung zu einem Grundschulstandort Nentershausen seien die Verhandlungen mij der Ortsgemeinde bereits eingeleitet für die Bereitstellung eines weiteren Schulgrundstücks. Bezüglich der Ausstattung der örtli­chen Wehren konnte Bürgermeister Mangels berichten, daß in der Zwischenzeit sichergestellt sei, eine gleichmäßige Ausstat­tung im technischen Bereich. Die drei Stützpznktfeuerwehren seien mit ausreichenden Großfahrzeugen ausgestattet. Für das Jahr 1980 sei die komplette Ausrüstung der Wehren mit Funk vorgesehen. Mit Rücksicht auf eine Schwerpunktverlagerung der Aufgabenstellung in den kommenden Jahren müsse im Feuer­wehrbereich davon ausgegangen werden, daß für einen Zeitraum! von 1 bis 2 Jahren weitere Investitionen unterbleiben. I

Ortsbürgermeister Perne und Bürgermeister Mangels stimmten« den Aussagen überein, daß die Zusammenarbeit zwischen Orts« meinde und der Verbandsgemeinde positiv zu beurteilen sei. I

In der anschließenden lebhaften Diskussion ergaben sich die I unterschiedlichsten Fragen, die sich im wesentlichen aber aus I der Sicht von Bauherrn auf die fehlende größere Kläranlage undl die damit verbundenen Kosten für Hausklärgruben sowie auf I die Ausbauart der Bürgersteige bezogen. Kritik wurde darüber« äußert, daß immer noch nach einer endgültigen Lösung für deal Bau einer Kläranlage oder über den Anschluß an Limburg ver-l handelt würde. Bereits in der letzten Bürgerversammlung seien I derartige Aussagen über einen Anschluß an Limburg gemacht I worden. I

Interessiert zeigten sich die Bürger über die mögliche Entschei-1 düng des Grundschulstandorts Nentershausen. Diesbezügliche I Fragen zielten auf den Standort des künftigen Schulsysteme!. I In diesem Zusammenhang ergaben sich auch Fragen über die Vei Wendung des bisherigen alten Schulgebäudes. Sofern eine Turn-| halle gebaut würde, ob dann auch die Mehrfachnutzung für die I Vereinszwecke und die geselligen Veranstaltungen möglich wa® wollten Zuhörer wissen. Dieses wurde ihnen von dem Sitzungs- leiter bestätigt. I

Weitere kritische Fragen bezogen sich auf die Ortsumgehungs-1 Straße u.deren Trassenführung sowie auf die zunehmende I

Bürgermeister Mangels berichtete über die Planungen und Maß­nahmen der Verbandsgemeinde. Er berichtete über die abschlie­ßende Entscheidung des Verbandsgemeinderates zum Flächen­nutzungsplan, mit dessen Genehmigung durch die Kreisverwaltung in Kürze gerechnet werde. Sofern sich anhand der tatsächlichen Bauflächen der Ortsgemeinde die Aussagen des Bürgermeisters Perne bestätigen würden, sehe er eine reelle Chance, daß der Verbandsgemeinderat den Flächennutzungsplan in der Art ändern würde, für die Ortsgemeinde Nentershausen weiteres Bauerwar - tungsgelände auszuweisen. Über die Wasserplanung berichtete Man­gels, daß in den letzten Jahren die Verbindungsleitung von Girod nach Nentershausen mit einem Aufwand von über 400.000,- DM gebaut worden ist. Für die Rohrnetzerweiterung im Baugebiet Im Strichen" sind rund 100.000,- DM ausgegeben worden.

Der Werksausschuß der Verbandsgemeinde habe die Auftragsver­gabe für den Bau eines Zentralbehälters in Nomborn vorgenom­men,der auch der Versorgung der Ortsgemeinde Nentershausen dienen soll.Diese Auftragsvergabe in einer Größenordnung von 1,2 Mio. DM ist jedoch unter