Ausgabe 
27.2.1970
 
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FREIZEIT 70

Selbstentwickeln ist keine Wissenschaft

Für den Hobbyfotografen ist es ein Heidenspaß

Immer mehr Menschen halten heute Erlebnisse und Tagesereignisse im Bild fest. Fotografieren ist ja so einfach geworden. Es bedarf keiner umständlichen Berech­nungen mehr. Vorbei ist die Zeit der Fehleinstellungen. Bei der modernen Kame­ra drückt man einfach auf den Auslöser, wenn man den gewünschten Bildausschnitt anvisiert hat. Ist der Film voll, dann bringt man ihn ins nächste Fotogeschäft . . . doch halt: Warum entwickeln Sie Ihre Filme eigentlich nicht selbst? Sie meinen, es fehlten Ihnen die technischen Voraussetzungen? Aber gewiß nicht! Entwickeln ist heute kinderleicht und macht mindestens ebensoviel Spaß wie das Fotogra­fieren.

Nun werden Sie fragen, was braucht man denn, wenn man seine Filme selbst ent­wickeln will? Zur Grundausstattung ge­hört ein JOBOTank, den es in vielen

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Als Erstausrüstung für den Fotoamateur eignet sich besonders das JOBOFOTO­LABOR mit Universaltank 161160 D für alle Filmbreiten, JOBOMensur 250 ccm, Trichter mit 8 cm 0, Thermome­ter, zwei Filmklammem, einem Päck­chen Entwickler, einem Päckchen Fi­xiersalz, einer Flasche Netzmittel und der BroschüreIch entwickle selbst.

Ausführungen gibt. Dann braucht man einen Entwickler. Er sollte in einer Plastikflasche untergebracht werden. Beim Ansetzen der Flüssigkeit ist natur­gemäß Sauberkeit das oberste Gebot. Die Verarbeitung flüssiger Entwickler und Fixierkonzentrate ist bequemer. Sie werden mit Wasser (Temperatur 20 Grad) angesetzt, kurz umgerührt und dann in normal temperierten Raum aufbewahrt. Es ist besonders günstig, wenn man die Lösungen schon am.Vor- tag ansetzt. Nun ist jeder Gebrauchs­anweisung zu entnehmen, daß man mit der ZeitTemperaturMethode die besten Ergebnisse erzielt. Aber auch die richtige Bewegung gehört unbedingt dazu. Zu starke Bewegung verursacht ebenso wie zu hohe Temperatur oder Zeitverlängerung eine Überentwicklung.

Auf der Entwicklertabelle ist der Bewe­gungsrhythmus genau angegeben (30

oder 60 Sekunden). Man benötigt des­halb eine Uhr mit Sekundenzeiger, um die Bewegung kontrollieren zu können. Die JOBODose wird jedesmal mit Schwung auf den Kopf und wieder zu­rückgestellt, wenn der Sekundenzeiger oben oder unten ist.

Die Entwicklungstemperatur sollte nicht viel von der Raumtemperatur abweichen. Zu hohe Temperaturen verursachen Flecken, Schleier oder auch Streifen auf dem Film. Man sollte sich also strikt an die Tabellen halten, die jedem Ent­wickler beigegeben sind. Für das an­schließende Stopbad nimmt man am besten zweiprozentige Essigsäure (20 ccm Eisessig oder rund 35 ccm handels­übliche 60 prozentige Essigsäure pro Liter Wasser). Es ist besonders darauf zu achten, daß der Entwickler mit dieser

Lösung oder dem Konzentrat nicht ver­unreinigt wird. Spritzer sind zu vermei­den. Es gibt Entwickler, bei denen bei normaler Temperatur die Entwicklungs­zeit nur etwa zwei Minuten beträgt. Für diese Entwickler ist ein Stopbad uner­läßlich. Bei denen mit längeren Entwick­lungszeiten genügt es meistens, zweimal mit klarem Leitungswasser zu wässern.

Man benötigt für diese Zwischenwässe­rung mit oder ohne Essigsäurezusatz höchstens zwei Minuten.

Dann folgt das Fixierbad. Es entfernt die Silbersalze aus der Schicht und macht den Film lichtbeständig. Ausreichendes Fixieren mit Bewegung ist für die Halt­barkeit der Negative von größter Bedeu­tung. Deshalb sollte man dem Fixiervor­gang ebenfalls große Sorgfalt widmen. Quelle vieler Fehler ist verbrauchtes Fixierbad. Man sieht der Flüssigkeit nicht an, ob sie verbraucht ist. Aus die­sem Grunde ist es besser, einmal mehr einen neuen Fixierer einzusetzen.

Ist das Fixieren abgeschlossen, dann folgt das Wässern. Weil das aus der Leitung fließende Wasser gewöhnlich viel kälter ist, muß länger gewässert werden, damit die in der Filmschicht gespeicherten Silber und Fixiersalze auch tatsächlich gelöst werden. Mit Kalimpermanganat kann man übrigens genau kontrollieren, ob der Film richtig ausgewässert ist.

Schon mit dem JOBOTank 16/35 Trumpf kann der Anfänger 35 mm und 16 mm Filme entwickeln. Einspulautomatik, Schnellausguß und Kippmethode sind selbst­verständlich.