„FREIZEIT 70”
Selbstentwickeln ist keine Wissenschaft
Für den Hobbyfotografen ist es ein Heidenspaß
Immer mehr Menschen halten heute Erlebnisse und Tagesereignisse im Bild fest. Fotografieren ist ja so einfach geworden. Es bedarf keiner umständlichen Berechnungen mehr. Vorbei ist die Zeit der Fehleinstellungen. Bei der modernen Kamera drückt man einfach auf den Auslöser, wenn man den gewünschten Bildausschnitt anvisiert hat. Ist der Film voll, dann bringt man ihn ins nächste Fotogeschäft . . . doch halt: Warum entwickeln Sie Ihre Filme eigentlich nicht selbst? Sie meinen, es fehlten Ihnen die technischen Voraussetzungen? Aber gewiß nicht! Entwickeln ist heute kinderleicht und macht mindestens ebensoviel Spaß wie das Fotografieren.
Nun werden Sie fragen, was braucht man denn, wenn man seine Filme selbst entwickeln will? Zur Grundausstattung gehört ein JOBO—Tank, den es in vielen
J- m
Als Erstausrüstung für den Fotoamateur eignet sich besonders das JOBO—FOTOLABOR mit Universaltank 161160 D für alle Filmbreiten, JOBO—Mensur 250 ccm, Trichter mit 8 cm 0, Thermometer, zwei Filmklammem, einem Päckchen Entwickler, einem Päckchen Fixiersalz, einer Flasche Netzmittel und der Broschüre „Ich entwickle selbst“.
Ausführungen gibt. Dann braucht man einen Entwickler. Er sollte in einer Plastikflasche untergebracht werden. Beim Ansetzen der Flüssigkeit ist naturgemäß Sauberkeit das oberste Gebot. Die Verarbeitung flüssiger Entwickler— und Fixierkonzentrate ist bequemer. Sie werden mit Wasser (Temperatur 20 Grad) angesetzt, kurz umgerührt und dann in normal temperierten Raum aufbewahrt. Es ist besonders günstig, wenn man die Lösungen schon am.Vor- tag ansetzt. Nun ist jeder Gebrauchsanweisung zu entnehmen, daß man mit der Zeit—Temperatur—Methode die besten Ergebnisse erzielt. Aber auch die richtige Bewegung gehört unbedingt dazu. Zu starke Bewegung verursacht ebenso wie zu hohe Temperatur oder Zeitverlängerung eine Überentwicklung.
Auf der Entwicklertabelle ist der Bewegungsrhythmus genau angegeben (30
oder 60 Sekunden). Man benötigt deshalb eine Uhr mit Sekundenzeiger, um die Bewegung kontrollieren zu können. Die JOBO—Dose wird jedesmal mit Schwung auf den Kopf und wieder zurückgestellt, wenn der Sekundenzeiger oben oder unten ist.
Die Entwicklungstemperatur sollte nicht viel von der Raumtemperatur abweichen. Zu hohe Temperaturen verursachen Flecken, Schleier oder auch Streifen auf dem Film. Man sollte sich also strikt an die Tabellen halten, die jedem Entwickler beigegeben sind. Für das anschließende Stopbad nimmt man am besten zweiprozentige Essigsäure (20 ccm Eisessig oder rund 35 ccm handelsübliche 60 prozentige Essigsäure pro Liter Wasser). Es ist besonders darauf zu achten, daß der Entwickler mit dieser
Lösung oder dem Konzentrat nicht verunreinigt wird. Spritzer sind zu vermeiden. Es gibt Entwickler, bei denen bei normaler Temperatur die Entwicklungszeit nur etwa zwei Minuten beträgt. Für diese Entwickler ist ein Stopbad unerläßlich. Bei denen mit längeren Entwicklungszeiten genügt es meistens, zweimal mit klarem Leitungswasser zu wässern.
Man benötigt für diese Zwischenwässerung mit oder ohne Essigsäurezusatz höchstens zwei Minuten.
Dann folgt das Fixierbad. Es entfernt die Silbersalze aus der Schicht und macht den Film lichtbeständig. Ausreichendes Fixieren mit Bewegung ist für die Haltbarkeit der Negative von größter Bedeutung. Deshalb sollte man dem Fixiervorgang ebenfalls große Sorgfalt widmen. Quelle vieler Fehler ist verbrauchtes Fixierbad. Man sieht der Flüssigkeit nicht an, ob sie verbraucht ist. Aus diesem Grunde ist es besser, einmal mehr einen neuen Fixierer einzusetzen.
Ist das Fixieren abgeschlossen, dann folgt das Wässern. Weil das aus der Leitung fließende Wasser gewöhnlich viel kälter ist, muß länger gewässert werden, damit die in der Filmschicht gespeicherten Silber— und Fixiersalze auch tatsächlich gelöst werden. Mit Kalimpermanganat kann man übrigens genau kontrollieren, ob der Film richtig ausgewässert ist.
Schon mit dem JOBO—Tank 16/35 Trumpf kann der Anfänger 35 mm und 16 mm Filme entwickeln. Einspulautomatik, Schnellausguß und Kippmethode sind selbstverständlich.

