WELTGESCHEHEN
im Monat Januar 1970
für Sie zusam mengest eilt durch VERLAG HANS SCHMID GMBH
Deutscher Gemeindebote
Donnerstag, 1. Januar
Kongo—Brazzaville, vor der Eigenstaatlichkeit die französische Kolonie Kongo, hat sich zur Volksrepublik Kongo proklamiert. Sie führt eine rote Fahne mit Hammer und Sichel.
Beamte des Bundesgrenzschutzes retteten aus dem Todesstreifen der Zonengrenze einen Mann, der auf eine Mine getreten war und sonst verblutet wäre.
Samstag, 3. Januar
Ein israelisches Kommandounternehmen demontierte eine geheime ägyptische Radaranlage sowjetischen Ursprungs und transportierte sie unversehrt nach Israel.
Sonntag, 4. Januar
Erich Mende gerät wegen des FDP—Kurses in Konflikt mit der Parteiführung.
Montag, 5. Januar
Starke Neuschneefälle behindern den Verkehr in den Mittelgebirgen.
Der Physiker und Nobelpreisträger Max Born stirbt in Göttingen mit 87 Jahren.
Dienstag, 6. Januar
Aufsehen und Empörung erregt in Amerika die Ermordung des führenden Bergarbeiter— funktionärs Joseph Yablonski und seiner Familie.
Mittwoch, 7. Januar
Die Mehrheit der katholischen Geistlichkeit Hollands wünscht, daß Priester heiraten dürfen.
Donnerstag 8. Januar
Meterhohe Schneeverwehungen behindern in den Mittelgebirgen stark den Verkehr.
Die DDR und die Volksrepublik Kongo nehmen diplomatische Beziehungen auf.
Freitag, 9. Januar
Ein französisches Flugzeug wird von Paris nach Beirut entführt.
Gefrierender Regen bedeckt das Land mit einer Eisschicht.
Samstag, 10. Januar
Nach einem blutigen,zweieinhalbjährigen Krieg bricht der Widerstand Biafras gegen seine gewaltsame Rückführung in den nigerianischen Bundesstaat zusammen. Staatschef Ojukwu entflieht im letzten Augenblick.
Sonntag, 11. Januar
Bei der Gruppenauslosung für die Fußball
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Bulgarien und Marokko in Gruppe 4 gekommen.
Montag, 12. Januar
Biafra hat endgültig kapituliert.
Eine weltweite Hilfsaktion zu Gunsten der Bevölkerung Biafras setzt ein.
Mittwoch, 14. Januar
Bundeskanzler Brandt schlägt der DDR erneut Verhandlungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung über den Austausch von Gewaltverzichtserklärungen vor.
Donnerstag, 15. Januar
Nach wochenlangem Tauziehen erhalten nun die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst acht Prozent mehr Gehalt.
Freitag, 16. Januar
Die Auffassung der Bundesrepublik von den „beiden deutschen Staaten einer Nation" wird zum entscheidenden Streitpunkt der Deutschlandpolitik mit der oppositionellen CDU/CSU.
Ein Mann aus Meschede ist nach einer Orientreise an Pocken erkrankt.
Sonntag, 18. Januar
Der britische Verteidigungsminister Healey erhält in Aachen den Karnevalsorden „Wider den tierischen Ernst".
Montag, 19. Januar
Der DDR—Staatsratsvorsitzende Ulbricht sagt in einer internationalen Pressekonferenz Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR voraus. Er fordert jedoch als unabdingbar die völkerrechtliche Anerkennung der DDR.
Dienstag, 20. Januar
Die Kriegsopferrenten sollen um 16 Prozent, die Witwenrenten um 25,3 Prozent erhöht werden.
Mittwoch, 21. Januar
Das Diamant— und Edelsteinzentrum Idar- Oberstem plant eine Diamantbörse.
Ein Umsturzversuch im Irak scheitert. Alle Beteiligten werden hingerichtet.
Donnerstag, 22. Januar
Freitag, 23. Januar
Ost—Berlin kritisiert an dem Brief des Bundeskanzlers, daß darin keine Meinungsäußerung zu einem Vertragsentwurf mit der DDR enthalten sei.
Samstag, 24. Januar
Der nigerianischen Regierung ist es noch nicht gelungen, die Ibos ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versorgen.
In Nordirland kommt es wieder zu heftigen Zusammenstößen zwischen Katholiken und Protestanten.
PKW werden augenblicklich im Interzonenverkehr stark behindert.
Montag, 26. Januar
Das Contergan—Herstellungswerk Chemie Grünenthal hat einen Tag vor dem 200. Verhandlungstag im Contergan—Prozeß 100 Millionen Mark für mißgebildete Kinder ange- boten, wenn damit „alle weiteren Risiken für Firma und Angeklagte ausgeschlossen sind.
Dienstag, 27. Januar
Ernsthafter Pocken verdacht besteht bei vier Menschen, die mit dem aus Pakistan zurückkehrenden und an Pocken erkrankten Bernd Klein in Berührung kamen. 51 Menschen befinden sich in Quarantäne.
Staatssekretär Egon Bahr fliegt zu Gesprächen nach Moskau.
Mittwoch, 28. Januar
Weitgehende Umbesetzungen in der Staats— und Parteiführung der Tschechoslowakei wurden erneut bekanntgegeben.
Donnerstag, 29. Januar
Im Quarantäne—Krankenhaus Wimbern bei Fröndenberg stirbt eine 17jährige Schwestern- Vorschülerin an Pocken.
Freitag, 30. Januar
Da ein Pockenverdächtiger vergessen wurde, müssen nun 200 Menschen in Quarantäne.
Staatssekretär Egon Bahr führt mit dem sowjetischen Außenminister Gromyko sechs Stunden lang Gespräche über den Austausch von Gewaltverzichtserklärungen.
Bundeskanzler Brandt bietet dem Ministerratsvorsitzenden der DDR, Stoph, in einem Brief Verhandlungen ohne jegliche Diskriminierung mit der Bundesregierung an.
Israelische Luftlandetruppen besetzen die
Samstag, 31. Januar
Die Sowjetunion wird über eine noch zu bauende Erdgasleitung 20 Jahre lang Erdgas an die Bundesrepublik verkaufen, während deutsche Firmen auf Kreditbasis die Röhren

