MACHT DIE STRASSEN BUNT
Da in diesem Jalir einer der schönsten und größten Fassenachtszüge durch unsere Stadt rollen soll, wäre es besonders begrüßenswert, wenn alle an der Zugstrecke liegenden Häuser bunt geschmückt wären.
Dies erreicht man ganz einfach, wenn man an den Fahnenstangen, anstelle der Fähnchen, einen Bündel bunter Bänder befestigt.
Von seiten der K.G. Heiterkeit ist geplant, an denselben Stellen, an denen die Weihnachtssterne hingen, große Reifen mit bunten Bändern als zusätzliche Dekoration anzubringen.
Zur Herstellung dieser Reifen hat sich freundlicherweise ein Gruppe Frauen zur Verfügung gestellt, die ihren Turnabend dazu benützen, unentgeltlich zum Gelingen unserer Fassenacht beizutragen. Der Motorsportclub Montabaur hat sich bereiterklärt, große Teile des Westerwaldes abzufahren und dort Plakate zu kleben. Besonders muß noch darauf hingewiesen werden, daß es wegen der vielen Schadensfällen, die durch das Werfen der Bonbons entstehen, immer schwieriger wird, für den Zug eine Versicherung abzuschließen.
Wir bitten darum alle Geschäfte, ihre Neonleuchten und Transparente so zu sichern, daß kein Schaden entstehen kann.
Unser Amtsblatt soll als Historische Ausgabe am Freitag vor Fassenacht nochmals in alle Haushalte getragen werden. Es wäre wünschenswert, wenn die Bemühungen der K.G. Heiterkeit, sowie des Verlages von den Geschäftsleuten durch Anzeigen unterstützt würden.
Zu diesem Zweck wird Sie in Kürze ein Werber des Verlages aufsuchen, der ein Empfehlungsschreiben der K.G. Heiterkeit mit sich führt. Wenn sie sich vorstellen, welch eine ungeheure Arbeit mit der Organisation und der Finanzierung eines Fassenachtszuges verbunden ist, wird es ihnen bestimmt leicht fallen, die Bitten die wir heute an sie herangetragen haben, zu erfüllen. Denn nur wenn wir alle an einem Strick ziehen, ist auch für die Zukunft die Montabaurer Fassenacht gesichert.
In diesem Sinne und mit ”Helau”
Euer Zugmarschall F.J. Löwenguth.
Willst Du Mitglied der K.G. Heiterkeit werden, dann rufe nur 3682 an.
NEUES VON DER NÄRRISCHEN FRONT "Heiterkeit" erneut im Angriff Griesgram völlig "down"
Der närrische Trommelwirbel der ersten Kappensitzung ist noch nicht ganz verhallt, da trumpft der Elferrat "Heiterkeit" abermals mit einem gandiosen Paukenschlag auf, der auch den letzten Miesepeter aus seinem Schmollwinkel vertreibt: das närrische Treffen am vergangenen Wochenende stellte das "Stehvermögen" der Narren unter Präsident Ulli Schlosser erneut unter Beweis.
Trotz Grippewelle ein ausverkauftes Haus und eine Stimmung wie selten, sagt das närrische Barometer.
Schon das echt karnevalistische Rededuell zwischen dem strahlenden Prinzen Reinhold I., Medicus vom goldenen Zahn und dem Elferratspräsidenten zu Beginn des Kappenabends deuteten an, daß sich die Gecken von Montabaur etwas besonderes vorgenommen hatten.
Während sich die Tollität für ein in der ersten Sitzung vom Elferrat erhaltenes Geschenk mit einer Zahnpastatube in der Größe einerGrasfläche revanchierte, erhielt er diesmal einen Sitzungs-Dauerlutscher, damit, wie der Präsident meinte, die Tollität die Anspielungen auf deren Person nicht in den falschen Hals bekäme.
Und dann ging es Schlag auf Schlag. Exprinz Wolfram I. von Recht und Gnaden hatte das Amt des Protokolla- rius übernommen, das er mit der ihm eigenen Würde
(und Würze) wohlgelungen "ausfüllte" .
Ernst Käuper, seit einigen Jahren unentbehrlicher Bühnen- und Büttenhase, zog sich als Zahnpatient durch dentalen Kakao und verulkte natürlich auch den prinzlichen Zahndoktor.
Mit den kreisstädtischen Würstchesbuden legten sich singenderweise Jupp Germanri und Siegfried Homann an, die zum Vergnügen des närrischen Auditoriums bewiesen, daß eine solche "Zehrstelle" die beste Versorgung darstellt. Jupp Germann war es auch diesmal wieder, der den reizenden Tanz der Pagenmädchen Ingeborg Engel, Jutta Heinz, Monika Kunoth und Rita Manns, angeführt von Funkenmariechen Christa Theis, einstudiert hatte, der im zweiten Teil des Abends dargeboten wurde und viel Beifall fand.
Mit Ferdi Roos entsandte der Präsident einen Redner von der "Blauen Partei" in die Bütt, und es läßt sich unschwer erraten, was den Wähler erwartet, wenn diese Partei "Zum Zuge" kommen sollte.
Das an zahlreichen Büttenabenden bewährte Heiterkeitstrio mit Herrn. Altenhofen, Theo Wolf und Hubert Thull plauderte wohlgestimmt aus dem städtischen "Nähkästchen" und ihr Spott machte nicht einmal vor der Tollität halt. Als OASE-Inspizient leuchtete Hermann Altenhofen im zweiten Teil hinter die Kulissen einer "Weltbühne".
Seinem ausgezeichneten Vortrag folgte die "Neuerwerbung" Monika Schlosser, die als "Sandmännchen", wie es vom Fernsehen her bekannt ist, allerliebste Bonmots unter das närrische Volk streute, das vor Vergnügen schier aus dem Häuschen geriet.
Als vom TUS eingekaufter Fußballer kreuzte F.J.
Löwenguth auf, nahm kein Blatt vor seinen Narrenmund und kalauerte, daß es eine Art war.
Gerd Roßbach, ebenfalls ein heiterkeitliches Schwungrad von hohem närrischen Feingehalt, plauderte als Postbeamter, das Postgeheimnis mißachtend, allerlei Lokales sinnentstellend aus - und das war hanebüchen.
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Wenn Christa Theis als freches Schulmädchen in die Bütt steigt, kann man eine gewürzte Rede erwarten.
So war es auch diesmal, und alle waren begeistert.
Siegfried Homann setzte in köstlicher Kostümierung den Schlußstrich unter die Sitzung und dem närrischen Geschehen die Krone auf. Was dieser Ur-Narr wieder einmal von sich gab, war in der Tat an Komik und Retho- rik nicht zu überbieten. Auch der "Mendelssohn" hatte sein Doppelquartett zur Sitzung entsandt und huldigte dem Prinzen mit drei hervorragenden Liedvorträgen, bei denen Edgar Labonte mit einem Tenorsolo begeisterte.
Das närrische "happening" spielte sich vor einem herrlichen Bühnenbild ab, das Wilfried Christe mit seinen treuen Helfern gezaubert hatte. Die Kapelle "Die Finken" unter Josef Stahl sorgte für den musikalischen Rahmen.
Ist es bei solch hervorragenden karnevalistischen Kräften ein Wunder, daß auch die dritte Kappensitzung bereits aus verkauft ist? -J S -

