Maskenzug und Festball heran, im Gegensatz zum "Volks- oder auch "Straßenkarneval". Die Kölner Reformer von 1823 beabsichtigten, die Führung des Karnevals der geistigen Elite'der Stadt anzuvertrauen und dem Fest in der symbolischen Figur des "Helden Carnevals" (später des PRINZEN C„) als König des Volksfestes einen Mittelpunkt zu geben und um diesen Mittelpunkt alle Kräfte zu sammeln. Der Vorbereitung des Festes dienten die Generalversammlungen. Der Leiter der Versammlung und damit des Gesamtfestes hatte den Titel "Sprecher". Ihn unterstützte der KLEINE oder Lijstige RAT - meistens Komitee geheißen-, während die Gemeinschaft der Karnevalsfreunde, die als eingeschriebene und zahlende Mitglieder an den Generalversammlungen teilnahmen, als GROSSER Rat bezeichnet wurden. Die Begriffe großer und kleiner Rat waren der Verfassungsgeschichte der Reichsstädte (Köln, Strasburg) entnommen.
Die Zahl der Komiteemitglieder schwankte zunächst zwischen 13 - 20; erst später setzte sich die Zahl Elf durch und lebt heute noch in Stadt und Land als "Elferrat" fort.
Die Generalversammlungen tagten von Neujahr an jeden Sonntag. Da die Versammelten überwiegend nicht aus Leuten bestand, die sich für ihr Geld von anderen amüsieren ließen, sondern selbst bei dem närrischen Spiel mitmachen wollten, so nahm in den Sitzungen des GROSSEN RATES neben witziger Rede und Gegenrede das gemeinschaftliche Lied eine wichtige Rolle ein. Die rechten Männer am rechten Platz gestalteten diese Versammlungen zu lustigen Turnieren des Geistes und einer heiter ausgerichteten Kunst, die keiner besonderen Vorbereitungen bedurften. So wird auch Goethes Gedicht, dem Kölner Carneval gewidmet, verständlich mit seiner Strophe; "Löblich wird ein tolles Streben, wenn es kurz ist und mit Sinn". Aus diesen Versammlungen hat sich die Karnevalistische Sitzung mit ihrem Elferrat und Sprecher (Präsidenten) entwickelt.
Im Laufe der Zeit wurde aus Zweckmäßigkeitsgründen nicht mehr vom Platz des einzelnen aus geredet, sondern von einem Rednerstuhl, der einen Kinder-Laufkorb (Laufställchen) darstellte. Die "Väter des Gedankens" sollten darin ihre "Musenkinder" laufen lehren (= die Rede in Umlauf bringen). Eine der späteren Formen dieses Rednerstuhles zeigte eine von einer kräftigen Waschfrau (!) getragene Bütte (mundartl. "Bütt" genannt). Das ist die Entstehung des heutigen Begriffes "Bütt", ohne daß deren Unform beibehalten wird.
Eine beliebte Figur auf dem närrischen Podium ist das "Funkenmariechen" .einer Tanzkünstlerin des Korps der Kölner Funken rut-wieß (Funken = ursprünglich Stadtsoldaten) sowie der Blauen Funken (Funken-Artillerie). Die Funkenmariechen gehen auf eine Marketenderin (Marketender = Feldwirt oder Feldkrämer) zurück. Als Zeichen ihres Gewerbes tragen sie an der Seite einen faßähnlichen Behälter mit einem Kränchen, au s dem ihre Vorbilder den Soldaten stärkenden Branntwein zapften. Nur diese beiden Gesellschaften, Rote und Blaue Funken, haben ein Funkenmariechen, alle anderen Korps ein Tanzmariechen oder einfach Mariechen. Ihre Anmut, ihre Unbefangenheit und ihr graziöses Auftreten begeistern allenthalben und ließen einen Kölner Präsidenten einmal die schmunzelnden Worte sagen (ins Hochdeutsche übersetzt): "Wenn die Mariechen immer so attraktiv waren, dann wundert es nicht, daß der Dreißigjährige Krieg so lange gedauert hat". -p n-
HO, HO, HO .
.... die Fasenacht es do.
Holz em Sack, Holz em Sack, Henne un vorne Schnuffdebak. Ho, ho, ho, die Fasenacht is' do.
Ho, Modder, die Landwehr kimmt, Dot Brud e weg, dot Brud e weg: Ho, Modder, die Landwehr kimmt, Dot Brud e weg, dot Brud e weg; Ho, ho, ho, die Fasenacht es do.
BEREITSCHAFTSDIENSTE
Ärzte- Sonntagsdienst
Sonntag, den 18. Januar 1 9 7 0:
Dr. Franz NOLL, Montabaur, Bahnhofstraße 37,
Tel. 3232
Zahnärztlicher Sonntagsdienst
Sonntag, den 18. Januar 1970:
Dr. GERHARDUS, Montabaur, Waterloostraße 6,
Tel. 3456
ZA. NEBGEN, Höhr-Grenzhausen, Parkstraße 5,
Tel. 7855
Apotheken-Dienst
von Samstag, dem 17. Januar 1970, 13. 00 Uhr, bis Samstag, den 24. Januar 1970, 13, 00 Uhr,
RAT HA US-APOTHEKE, Montabaur, Großer Markt 8,
Tel. 3426
Krankenwagen
Samstag/Sonntag, den 1 7. /1 8. 1. 1 9 70: Görg, Herschbach, Tel. /02626) 5166
Zentrale Montabaur Tel. (02602) 3777
KIRCHLICHE NACHRICHTEN
Kath. Pfarrkirche "St. Peter in Ketten"
Gottesdienstordnung vom 18. - 24. 1. 1970
Sonntag
Sa,
18.
30
Uhr
So.
7.
00
Uhr
9.
30
Uhr
11.
30
Uhr
12,
00
Uhr
13.
00
Uhr
14.
00
Uhr
15.
00
Uhr
16.
00
Uhr
17.
00
Uhr
18.
00
Uhr
Montag
6.
30
Uhr
7.
10
Uhr
Dienstag
7.
00
Uhr
8.
00
Uhr
2. So. n. Erscheinung Samstagabendmesse als Sonntagsm. J.A. Ehel. Math. u. Therese Thull-
I. Hl. Messe
Hochamt - Amt Josef Jung, v.Jahrg. 1887 bestellt - nach dem Hochamt Betstunde der Männer Letzte Vormittagsmesse Betstunde der Schwestern Betstunde der Brüder Betstunde für alle Kinder Betstunde für die Jugend Stille Anbetung Betstunde der Frauen Schlußbetstunde in Verbindung mit der Sonntagabendmesse Hl, Messe Ehel. Albert Pulte Amt nach Meinung für die Leb. u.
++ Familie Kilian -Kaiser
J. A. Alois Müller und ++ Angeh. Schulgottesdienst für das 8. Schulj.
- J.A. Johann Kühl -
-3 -

