Nach Ansicht der Stadt Montabaur ist es sicherzustellen, daß Unterbrechungen der verkehrlichen und sonstigen technischen Anbindung (Energie, Telekommunikation, etc.) der angrenzenden Wohn- und Gewerbegebiete sowie der mittelbar betroffenen Versorgungseinrichtungen (Altenheime, Krankenhäuser etc.) vermieden werden.
5. Trassenbedingte Eingriffe auf Wohnbebauung und Stadtbild
5.1 Nahezu auf der gesamten Strecke des PFA 71 ergeben sich massive Veränderungen des Reliefs im unmittelbaren Wohnumfeld der Stadtteile Eigendorf, Eschelbach und des Stadtgebietes von Montabaur. Ursache hierfür sind insbesondere
- der Einschnitt bei Eigendorf zwischen Bau-km 90,3 bis 91,45
- der Einschnitt bei Eschelbach zwischen Bau-km 91,45 bis 92,5 sowie
- die Dammschüttung mit einer Masse von ca. 1 Mio. m 3 für den Bereich des ICE- Bahnhofes Montabaur
Eine besonders nachteilige Reliefveränderung wird sich durch die Sichtbeeinträchtigung zwischen Autobahn und Schloß Montabaur ergeben. Die Sichtbeziehungen des von der Autobahn weithin sichtbaren Schlosses Montabaur mit seinem unverwechselbaren Charakter und mitsamt seiner als Kulturlandschaft geprägten Umgebung werden durch die Anlagen der Neubaustrecke (so z. B., durch die vorgesehenen Hochbauten, wie Stellwerk sowie Stützmauern) ganz empfindlich gestört.
Die Reliefveränderung ist nicht kompensierbar. Damit sich jedoch deren nachteilige Auswirkungen sowie die massive Bauform der ICE-Bauwerke und Schienenanlagen annähernd in die direkte Nachbarschaft zu den Ortslagen Eigendorf, Eschelbach und Montabaur Stadt einfügen, sind in verstärktem Masse landschaftsgerechte Gestaltungsmaßnahmen erforderlich. So ist es u. a. unverzichtbar, daß die Dienstgebäude der DB AG eine regionaltypische Architektur, eine entsprechende Farbgebung und eine standortgemäße Eingrünung erhalten sowie gegenüber dem erhaltenswerten Stadtbild mit Schloßanlage nicht störend in Erscheinung treten.
5.2 Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes durch die Aubachbrücke
Im Bereich von Bau-km 91,486 an der L 313 vor der Ortslage Eschelbach wird der Aubach mitsamt der zuvor verlegten L 313 von einer 67 m langen Eisenbahnüberführung überspannt. Das Brückenbauwerk setzt sich aus Fertigbauelementen zusammen.
Durch ein solches, rein an technischen Erfordernissen ausgerichtetes raumübergreifendes Bauwerk kommt es zu einer überaus negativen Überprägung des Orts- und Landschaftsbildes.
Dieser Eingriff wird verstärkt durch die Anlage einer 55 m langen und 2,00 bis 3,50 m hohen Betonstützmauer in Massivbauweise zwischen der L 313 und dem Aubach, wodurch ein besonderer landespflegerischer Eingriff zu erwarten ist.

