Akte 
Sitzung 27. September 1990
Entstehung
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seiner Ansicht nach eine Verschwendung von Wasser sei und zudem auf Kosten der Abnehmer gehe.

Bürgermeister Dr. Possei-Dölken bemerkt dazu, daß er sich bei einer solchen Angelegenheit gewünscht hätte, daß die Bürger vor Einschaltung von Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Presse die Verwaltung zumin­dest über die Bedenken hinsichtlich des Bleigehaltes des Wassers informiert hätten. Es habe zu keiner Zeit ein Gespräch mit ihm oder den Verbandsge­meindewerken stattgefunden. Auch sei man zu dem Bürgergespräch nicht eingeladen worden. Dadurch sei es z. B. nicht möglich gewesen, die Gründe für die unterschiedlichen Meßergebnisse zu analysieren.

Ratsmitglied Bächer (SPD) weist darauf, daß die SPD-Stadtratsfraktion bereits seit 1984 an die Verwaltung herangetreten sei und um einen Sach- standsbericht gebeten habe. Bis heute jedoch sei weder vom Verbandsgemeinde­rat noch vom Werksausschuß eine Stellungnahme erfolgt.

Der Vorsitzende stellt klar, daß es sich bei den Beschwerden in den letzten Jahren ausschließlich um Rost bzw. rötliche Wassertrübung gehandelt habe. Die behaupteten Bleikonzentrationen im Wasser von Reckenthal seien erst in diesem Jahr angesprochen worden. Er verweist nochmals darauf, daß es Praxis sei, Erneuerungen von Wasser- und Kanal leitungen zusammen mit einem anstehenden Straßenausbau zu verbinden, um so Kosten zu sparen.

Ratsmitglied Lorenz (BfM) verweist darauf hin, daß früher die Verbindungs­stellen der Gußrohre mit Blei vergossen worden seien. Dies sei vielleicht die Ursache für die Blei Konzentrationen im Trinkwasser.

Für Ratsmitglied Schweizer (FWG) stellt sich die Frage, wann in Reckenthal mit einem einwandfreien Trinkwasser gerechnet werden kann. Er stellt den Antrag, folgende Resolution zu verabschieden und der Verbandsgemeinde zur Kenntnis zu geben:

"Der Stadtrat von Montabaur sieht es als dringlich an, daß eine Erneuerung der Wasserleitungen im Stadtteil Reckenthal erforderlich ist und erwartet von der Verbandsgemeinde eine Durchführung im Jahr 1991."

I. Beigeordneter Dr. Hütte verweist in diesem Zusammenhang auf das von ihm für die Sitzung vorgelegte Schreiben und hält es für wünschenswert, daß entsprechende Mittel in den Haushalt 1991 der Verbandsgemeinde aufgenom­men werden. Er gibt jedoch zu bedenken, daß hinsichtlich der Wasserversor­gung die Zuständigkeit auf der Verbandsgemeindeebene liege.

Fraktionsvorsitzender Manns (CDU) vertritt ebenfalls die Auffassung, daß geordnete Wasserverhältnisse notwendig seien und Erneuerungsmaßnahmen der Wasser- und Kanal leitungen nicht immer notwendigerweise mit Straßener­neuerungen zu verbinden seien.

Ratsmitglied Kochern (FDP) verweist darauf, daß es früher Grabungen nach Silber- und Bleivorkommen im Raum Reckenthal gegeben habe. Vielleicht seien aus diesem Grund Blei Konzentrationen im Trinkwasser festgestellt worden.

Bürgermeister Dr. Possel-Dölken erwidert, daß Messungen im Hochbehälter hinsichtlich einer Blei Konzentration negativ ausgefallen seien. Die Bleianreicherungen können deshalb allenfalls auf dem Weg zum Hausanschluß gesucht werden.