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Es sei darauf hinzuweisen, daß der Hochbehälter aus Beton sei, die Leitungen durch den Ort aus Gußrohr bestünden, der Hausanschluß für das Anwesen, in dem die Bleikonzentration gemessen worden sei, aus Kunststoff und die Hausinstallation des fraglichen Hauses aus Kupfer.
Inwieweit eine Auswechslung der Gußrohrleitungen durchgeführt werden solle, sei abhängig von dem Beginn der Straßenbauarbeiten der Ortsdurchfahrt in Reckenthal. Dies liege jedoch in der Entscheidung des Stadtrates.
Ob die Voraussetzungen für einen Nachlaß auf den Wasserpreis bestehen, werde noch geprüft und in der nächsten Sitzung des Werksausschusses entschieden.
Die Verlegung einer Ringleitung von der Montabaurer Höhe bis Nomborn, die auch über Reckenthal führen würde, sehe das Investitionsprogramm bis 1993 nicht vor.
Der Vorsitzende fügt hinzu, daß die Stadt Montabaur z. Zt. noch in Verhandlungen mit dem Westerwaldkreis bezüglich der Abstufung der Ortsdurchfahrt Reckenthal von der Kreisstraße zu einer Gemeindestraße stehe.
Von der Kreisverwaltung sei inzwischen der Vorschlag unterbreitet worden, die Abstufung der Kreisstraße zu einer Gemeindestraße nach Vereinbarung einer Abstandszahlung durchzuführen und die Ortsdurchfahrt in Reckenthal künftig von der Stadt Montabaur in eigener Zuständigkeit gestalten zu lassen. Hierüber werde der Stadtrat nach Vorbereitung in den Ausschüssen in Kürze zu entscheiden haben. Die für eine solche Entscheidung notwendigen Berechnungsgrundlagen seien z. Zt. bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Vorbereitung. Im Zusammenhang mit der Beratung und der Entscheidung über den Haushalts- und Investitionsplan für das Jahr 1991 sei daher vom Verbandsgemeinderat und Stadtrat zu entscheiden, ob und wann die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Reckenthal mit der Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen eingeplant werde.
Danach erhält Herr Kessler aus Reckenthal die Möglichkeit, seinen Standpunkt hinsichtlich seiner Vorgehensweise dem Stadtrat darzulegen.
Herr Kessler trägt vor, er habe in der Vergangenheit des öfteren mit Partei Vertretern über die Mißstände der Wasserversorgung Reckenthal gesprochen. Seit Jahren habe sich jedoch nichts getan. Er habe zusammen mit drei weiteren Bürgern Wasserproben und Messungen vornehmen lassen unter anderem mit Hilfe des Instituts Fresenius und die Meßergebnisse an das Gesundheitsamt weitergeleitet. Die Bearbeitung bzw. die Reaktionszeit des Gesundheitsamtes habe relativ lange gedauert, so daß man sich dazu entschlossen habe, Anzeige zu erstatten. Nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei sei man dann mit der Sache an die Presse gegangen. Es habe ein privates Bürgergespräch stattgefunden, in dem die Bürger von Reckenthal über die Ergebnisse der Messungen informiert worden seien. Dazu sei auch die Kriminalpolizei eingeladen worden.
Die Messungen hätten eine mehrfache Überschreitung des Grenzwertes der Bleikonzentration im Standwasser gezeigt, im Fließwasser sei der Grenzwert nicht überschritten worden.
Herr Kessler gibt jedoch zu bedenken, daß die Grenze zwischen Stand- und Fließwasser nicht genau zu definieren ist. Der Vorschlag des Gesundheitsamtes, vor der Verwendung als Trinkwasser eine gewisse Menge Wasser ablaufen zu lassen, könne er nicht ohne weiteres hinnehmen, da dies
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