Akte 
Sitzung 14. August 1962
Entstehung
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überschreitet bei weitem die Finanzlage der Stadt. Die CDU.- Fraktion ist grundsätzlich mit der Errichtung einverstanden, wenn das Kultusministerium den derzsLtig von dem Aufbaugymnasium genutzten Bau zur Verfügung stellt. Die Errichtung einer Real­schule ist eine überörtliche Maßnahme, an der als Kostenträger auch der Kreis beteiligt werden müßte.

Stadtrat Witte als Sprecher der SPD._Fraktion betont die Notwendigkeit der Errichtung einer Realschule, da gerade von diesen Anstalten der erforderliche Nachwuehs für die Industrie und den gehobenen Verwaltungsdienst komme. Es müsse versucht werden, eine Realschule nach Montabaur zu bekommen. Witte ist allerdings nicht der Meinung, daß für die Stadt die wesentlich­sten Kosten und Belastungen in dem Neubau, sondern in den Sach­kosten liegen, die von der Stadt laufend zu übernehmen sind.

Zu der Baukostenbeteiligung der Stadt, die 25 % beträgt, könnte ein erheblicher Betrag durch den Verkauf des städt. Gebäudes in der Gelbachstraße (Internatsgebäude des Aufbaugymnasiums) beigesteuert werden. Damit wäre auch ein neues Gebäude vorhanden, an dem in den nächsten Jahrzehnten keine Reparaturen nötig wären. Die Beteiligung der Stadt jedoch an den Sachkosten, die nach vorsichtiger Schätzung 60 000 DM betragen, bezeichnet Witte als die wesentliche Belastung.

Witte widerspricht auch der Meinung der CDU, daß die Stadt für die nächsten finanziell festgelegt sei und sich nicht

weiter engagieren könne. Die Stadt sei festgelegt in Bezug auf die Kläranlage und in Bezug auf die Erschließung von Bauland. Weitere Festlegungen seien hier nicht geschehen. Wenn hier

Dinge zur Debatte stehen, dann müßten die schulischen Dinge den Vorrang genießen.

Witte erläutert dann eine Anregung, die er bereits im Haupt und Finanzausschuß geäußert habe. An dem Entwurf der ja nicht Gesetz sei, müsse noch einiges revidiert werden in Bezug auf Schulträger und Beteiligung der Kreise. Es sei ein Unterschied, ob die Schule in einer Stadt von 30 000 - 50 000 Einwohnern errichtet werde, in der 80 - 90 % einheimische Kinder die Schule besuchen, oder in einer kleinen Gemeinde. Es sei deshalb ein Unrecht, die kleinen Gemeinden auf derartig hohen anteiligen Kosten sitzen zu lassen.

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