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Wenn sich schon das Land nicht entschließen könne, als Träger der hohen Schulen die gesamten Kosten zu übernehmen, dann müßten die Kommunalverbände höherer Ordnung einsteigen, denn das sei ihre Funktion. Der Entwurf des Gesetzes spreche von weiteren Schulträgern und benenne Gemeinden, Gemeindeverbände und Zweckverbände. Der Kreis könne also vor Errichtung der Schule mit Gemeinden und kreisangehörigen Städten weitergehende Vereinbarungen treffen.
Witte regt an, daß die Stadt offiziell an den Kreis herantritt und das Ansinnen stellt, der Kreis möge sich an der Trägerschaft für die einzurichtende Mittelschule beteiligen. Dabei soll jedoch die Errichtung der Schule nicht von der Beteiligung des Kreises abhängig gemacht werden.
Die SPD.-Fraktion sagt grundsätzlich ja zur Errichtung der Schule, möchte aber gleichzeitig, daß sich der Kreis zu den Dingen äußert. Stadtrat Witte will sich im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür einsetzen, daß auch im Landtag eine Regelung angestrebt wird, die eine Kostenbeteiligung der Gemeinden bis 20 000 Einwohner besser berücksichtigt.
Für die FDP.Fraktion betont Stadtrat Kunkler, daß aufgrund der Erfahrungen und Urteile über die Real— und Mittelschulen in Höhr-Grenzhausen und Westerburg und wegen ihrer Wichtigkeit für die Wirtschaft gerade dieser Schultyp in jedem Falle nach Montabaur genommen werden muß. Da mit Sicherheit anzunehmen ist, daß ein großer Teil der Schüler aus dem Kreisgebiet die Schule besucht, wird wohl entsprechend dieser Besucherzahl der Kreis sich an den Kosten beteiligen. Stadtrat Kunkler glaubt, daß vielleicht das Inventar der jetzigen Aufbauschule nach deren Umzug in ein neues Gebäude von der Stadt übernommen werden kann, da die Aufbauschule doch sicher neue Schulmöbel anschafft.
Der Errichtung einer Realschule gibt Kunkler in jedem Falle den Vorzug vor anderen Maßnahmen, wie es beispielsweise die Errichtung eines neuen Schwimmbades darstellt. Im übrigen stimmt der Sprecher der FDP. -Fraktion der Errichtung einer Realschule unter Verwendung eines alten Gebäudes zu.
Zur Unterbringung der Schule erklärt der Vorsitzende, daß, so gern die Stadt selbst ein neues Schulgebäude sehen würde, die
15.iiJ 1962
13.12,, 1962'

