Akte 
Dringlichkeitssitzung 10. Oktober 1960
Entstehung
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Am 5. Okt. wurden im Laufe des vormittags aus Enzklösterle von der Fa. Braun & Co. KG. angerufen, daß sie am gleichen Tage gegen 13,oo Uhr hier erscheinen, das Gelände besichtigen und entsprechende Verhandlungen führen wollte.

Herr und Frau Braun sowie Frau Schröder und deren Geschäfts­führer trafen dann um 13,oo Uhr auch hier ein und wurden von dem Bürgermeister und Oberinspektor Gilles empfangen. Nach kur­zer Unterredung wurde zunächst das Gelände an der Hohe Straße be­sichtigt. Das Gelände sagte den Interessenten zu.

Nach der Besichtigung wurde noch einmal im Rathaus im Amtszimmer des Bürgermeisters verhandelt und es wurde über die Art und Weise der Geländeabgabe, über die Anzahl der zu beschäftigenden Kräfte, die mit ca. IOC - 120 bezeichnet wurden und über den Beginn der Fabrikation in Montabaur gesprochen.

Herr Braun erklärte, daß er, bzw. die Fa. Braun & Co. KG. in Enz- klösterle das Gelände erwerben würden. Die Beteiligungen innerhalb der Firma seien für die Stadt uninteressant. Er bot für das Gelän­de und zwar alle Grundstücke, auch die die dem Herrn Ernst Burg in Montabaur und Herrn Georg Baldus gehören, den Betrag von 21.000, DM. Außerdem für die Anliegerkosten den Betrag von 4.000, DM, zusammen also 25.000, DM. Zu diesem Betrage sei ihm anderweitig das Gelände angeboten und er war nicht zu bewe­gen, ein höheres Gebot zu machen, bzw. einer höheren Forderung von Seiten der Stadt nachzukommen.

Ein weiterer Punkt war noch die vorläufige Unterbringung des Be­triebes, da Herr Braun seinen Betrieb in Enzklösterle am 1.1.61 abgeben muß, weil er denselben verkauft hat, wie er uns in einem Bestätigungsschreiben nachwies. Wir hatten vorher bei der Besich­tigung schon über diesen Punkt gesprochen und da eine Besichtigung der Hallen der Fa. Schröder an der Aubachstraße zu keinem Ergebnis geführt hatte, war Herr Braun der Meinung, daß er bis zur Fertige Stellung des Neubaues sich einen Barackenbau beschaffen und er­stellen müßte.

Wir sagten vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates zu dem An­gebot zu.

Am 6.10.1960 um 17,oo Uhr fand in dem Amtszimmer des Bürgermei­sters eine Besprechung statt, an der außer dem Bürgermeister und Oberinspektor Gilles teilnahmen:

1. Beigeordneter Pehl,

2. " Scheidt,

3. Beigeordneter Joras,

Oberinspektor Witte, Kaufmann Kunkler, Kaufmann und Ing. W. Ratz. Diesem Gremium wurde die Sachlage vorgetragen und das Ergebnis dieser Besprechung war, daß eine Dringlichkeitssitzung des Stadt­rates für Montag, den 10.10.60 empfohlen wurde, damit keine Ver­zögerung entstünde. Im allgemeinen aber stimmten die Vertreter der verschiedenen Fraktionen dem Vorschlag der Verwaltung zu und trugen ihr auf, alles zu tun, damit diese Ansiedlung, wenn auch eines kleineren Industriebetriebes gelingen würde.

Der Bürgermeister gab an dem gleichen Abend der Firma Braun & Co. in Enzklösterle telefonisch von dieser Beratung Kenntnis. Zwischenzeitlich hatte die Firma die Verwaltung wissen lassen, daß es ihr nicht möglich sei, die geplante Notunterkunft durch einen Barackenbau zu schaffen.

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