Am 16.7. fand im Distrikt Butterborn eine erneute Besichtigung durch den Bürgermeister, Stadtinspektor Kunst und Oberförster Reifenberger statt, da erneut ca 50 Zukunftsbuchen in 15/16 neu geschält worden waren. Der Bürgermeister betonte immer wieder, daß er aus.der ^üdschadensangelegenheit keine Sensation machen will und auch niemand schikaniert werden soll, sondern daß die Stadt nur das tut, was ihr Recht und ihre Pflicht gegenüber den Bürgern von heute und unseren Nachkommen ist, Wildverhütungsmaßnahmen vom Jagdpächter .zu fordern und den Wald zu erhalten.
Im Gemeindewald von Niederelbert hat man die gefährdeten Bäume mit dem Schutzmittel Spangol gestrichen. Neue Schäden an den mit diesem Schutzmittel gestrichenen Bäumen sind hier nicht mehr zu. verzeichnen. Andererseits hat man mit diesem Präparat noch keine weiteren Erfahrungen , und weiß man hicht, ob es nachhaltig auf di; Dauer von 6 Jahren wirkt und den Bäumen im Wachstum schadet. Oberförster Reifenberger hat eine Aufstellung vorgelegt über die dringend schutzbedürftigan Flächen. Um die in der Aufstellung aufgeführten Flächen zu schützen, bedarf es eines Kostenaufwandes von 15.000,— DM.
Im.Anhang zu § 12 des Jagdpachtvertrages heißt es:
"Alle Aufwendungen für Mittel zur Verhütung von Wildschäden hatt, Pächter allein zu tragen."
Es muß mit dem Pächter zunächst verhandelt werden, daß er diese aufzubringen hat. So unangenehm diese Verhandlungen sind, so müsg sie doch zu einem Abschluß gebracht werden. Sollte der Pächter ^ Zahlung dieses Betrages nicht bereit sein, so müßte die im Vertrg festgelegte Kommission einberufen und tätig werden. Beigeordneter Pehl bringt znm Ausdruck, daß der Stadtrat allen Grund habe, dem Bürgermeister für die Liebe und Sorge um den Wall zu danken. Er vertritt den Standpunkt, daß, wenn heute auf der Montabaurer Höhe ca. 130 Stück Rotwild stehen, die soviel 'Schaden anrichten, es zu verantworten sei, daß dieses Rotwild abgeschoss^ wird.-Herr Fehl weist ebenfalls auf die Pflichten hin, die wir unseren Nachkommen gegenüber haben.
An der weiteren Aussprache über diesen Punkt beteiligen sich alh Fraktionen rege. Man ist allgemein der Ansicht, daß für die Schäl; Schadensverhütung alles getan werden muß und wenn erforderlich, der Rotwildbestand restlos abgeschossen wird.
Der Bürgermeister führt noch ergänzend aus, daß der Wald vor ca. 100 Jahren forstwirtschaftlich noch nicht die Bedeutung hatte, t er heute hat. Der Stadtrat nimmt weiter davon Kenntnis, daß sich die Verwaltung an d^n Oberforstmeister Beck in Anorbach gewandt hat, der im vergangenen Jahr den gesamten Rotwildpark im Fürstl. Leining'schen Forst auflöste.
Der Stadtrat billigt die erforderlichen Schutzmaßnahmen, die bis zum 1 . 5*55 durchgeführt sein sollen.
Der Bürgermeister gibt dem Stadtrat noch davon Kenntnis, daß der von den Franzosen bisher beschlagnahmte Jagdbezirk mit 584.ha in Jagdbezirk I ab 1 . 7.54 freigegeben ist. Die Jagd in diesem.Bezirk übernimmt lt. Jagdpachtvertrag der Pächter Curt Mast und wird lieh von dem Bürgermeister in Montabaur verwaltet.
Der Stadtrat ist einstimmig mit den vorgeschlagenen Maßnahmen zum Schutze der gefährdeten Flächen einverstanden.
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