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Montabaur

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Nr. 8/96

Der Ortsname »Welsch«-neudorf wird mit der Einwanderung von wallonischen Arbeitern in Verbindung gebracht, die als Bergleute, Waldarbeiter und als Köhler hauptsächlich für die von dem Unternehmer Marioth erworbenen Emser Erzgruben arbeiteten.

Zeitzeugen dieser Epoche sind Spuren von Kohlenmeilern in der Welschneudorfer Gemarkung. An der alten Straße nach Arzbach weisen drei Kreuze an drei, hier an ihrem Kohlenmeiler verbrannte Köhler hin. Dieses Unglück, das bei der Herstellung von Holzkohle oft vorkam, wird auch durch den überlieferten Flurnamen »An den drei Kreuzen« belegt.

Die Bogenteilung unter dem Schildhaupt symbolisiert mit den drei Bogen die Köhlerei und steht mit den drei darüber schwebenden Kreuzen für die drei hier verunglückten Köhler. Gleichzeitig erinnert die Bogenteilung somit an den Zuzug der »Welschen«, die dem Ort Welschneudorf seinen Namen gaben. Weiter stehen die Bogen aber auch für die Aufschüttungen und Vertiefungen der Ringwälle, des Limes und der Wildgräben.

Die drei roten Kreuze im silbernen Schildhaupt dokumentieren:

1. Die lange kurtrierische Landesherrschaft mit seinem roten »Trierer Kreuz« im silbernen Wappen

2. Die alte ehemalige Kapelle aus dem Jahre 1517, die mitten im Dorf am heutigen »Kreuzplatz« stand und in der noch im 17. und 18. Jahrhundert Gottesdienst gehalten wurde

3. Die neue Kirche »St. Johannes Baptist«, die Anfang des 19. Jahrhunderts im alten Jagdzeughaus eingeweiht wurde und die alte Kapelle abgelöst hat

Das Attribut ihres Schutzpatrons ist u. a. der »Kreuzstab«.

Schließlich steht im Ortswappen der silberne, auf einem silbernen Buchenzweig sitzende Kuckuck im grünen Feld für den im Volksmund überlieferten Dorfhamen »Welschneudorfer Kuckucke«, auf den die Welschneudorfer stolz sind. Erinnert doch auch der Kuckuck an die Be- oder Übersiedlung in ein neues »Nest«, hier an der Stelle, wo die alten Verkehrswege Bäderstraße und Kemmenauer Straße zusammen­führen.

Der volkstümliche Ausspruch »an St. Johannes Baptist wird der Kuckuck geschlacht« verbindet die Welschneudorfer auch mit ihrem Patronat, weil dieser Zeitpunkt mit der natürlichen Erscheinung

zusammenfällt, daß hier der Kuckucksruf verstummt. Somit hat der »Kuckuck« im grünen Feld des Ortswappens seinen berechtigten Platz.

Grün - als heraldische Farbe der Freiheit, Fröhlich­keit und Hoffnung - steht aber auch für die Lebensart der Menschen in Welschneudorf und weist gleichzeitig auf die Schönheit und Lage des Naherholungsortes im Naturpark Nassau hin.

Heute ist Welschneudorf Teil der Verbandsgemeinde Montabaur im Westerwaldkreis. Das Ortswappen ist somit historisch, handwerklich und landschaftlich begründet.

Die Beschreibung der Flagge lautet:

Banner, Hängeflagge und hochrechteckige Hißflagge grün - weiß - grün quergestreift, den linken bzw. rechten Flaggensaum im Verhältnis 69:62:19 teilend. Das Wappen der Ortsgemeinde Welschneudorf so auf­gelegt, daß sich die Bogenteilung des Schildhauptes im Ortswappen am Schildrand links wie rechts als Trennlinie des breiten grünen und weißen Flaggen­streifens mit je einem Bogen bis zum jeweiligen Flaggensaum fortsetzt. Die Schildbreite verhält sich zur Flaggenbreite wie 54:80. In jeder Ecke des oberen und unteren grünen Flaggenstreifens schräg zum Winkel und mit der Blattspitze nach außen ein weißes Buchenblatt, den Blättern des Ortswappens entspre­chend.

mM

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