Montabaur
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Nr. 50/95
Einnahmen aus Verkauf, Mieten, Pachten und.14,26 %
sonstigen Verwaltungs- und Betriebseinnahmen
Sonstige Finanzeinnahmen.10,38 %
(Konzessionsabgaben, Zinsen etc.)
Im Ausgabenbereich des Verwaltungshaushaltes sind insbesondere die Aufwendungen für die Chronik mit 40.000,- DM und die zu zahlenden Umlagen die auffälligsten und gewichtigsten Ausgaben.
Da die Ortsgemeinde Boden mit ihrer Steuerkaft sehr deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt, wird sie zur Zahlung einer Finanzausgleichsumlage herangezogen. Der gegenüber dem Vorjahr deutliche Anstieg beruht auf der erhöhten örtlichen Steuerkraft (Gewerbesteuerzuwachs) in den letzten drei Jahren, die Beurteilungsmaßstab für die Berechnung dieser Umlage ist. Infolge der Umlagenentwicklung halbiert sich der Zuführungsbetrag zum Vermögenshaushalt und beläuft sich somit auf 8.000,- DM. Dieser Zuführungsbetrag ist auch gleichzeitig die freie Finanzspitze für das Haushaltsjahr 1996. Abschließend ist zu.bemerken, daß die Ansätze für die ständig wiederkehrenden Ausgaben und Einnahmen auf den Erfahrungswerten des Vorjahres beruhen.
Vermögenshaushalt
Das vom Ortsgemeinderat beschlossene Investitionsprogramm bildet die Grundlage zur Aufstellung des Vermögenshaushaltes. Diesem Programm ist zu entnehmen, daß für die nachfolgend benannten Investitionen die entsprechenden
Haushaltsmittel bereitzustellen sind:
1. Erwerb von Spielgeräten. 5.000,- DM
2. Bau eines Rad-/Fußweges. 85.000,— DM
3. Ergänzung der Halleneinrichtung. 10.000,- DM
4. Anbau eines Lagerraumes an die
Ahrbachhalle.160.000,- DM
5. Anschaffung eines Laubsaugers.5.000,- DM
6. Ausbau von Wirtschaftswegen
einschließlich Grunderwerb. 84.000,- DM
7. Grunderwerb. 25.000,- DM
Die Finanzierung sämtlicher Ausgaben wird durch folgende Einnahmen sichergestellt:
1. Investitionsschlüsselzuweisungen. 9.000,- DM
2. Zuführung vom Verwältungshaushalt. 8.000,- DM
3. Entnahme aus der allgemeinen Rücklage.... 357.000,- DM
Ausbück 1997-1999
Der Ankauf von Grundstücken ist bislang die mittelfristig einzige Maßnahme der Ortsgemeinde. Die Finanzierung ist aufgrund der vorhandenen Rücklage gesichert.
ASV Boden
Wir laden herzlichst die Kinder und Jugendlichen des Vereins zu unserer Weihnachtsfeier 1995 ein. Wie in den Vorjahren wollen wir uns für die besinnliche Weihnachtsfeier am Sonntag, dem 17. Dezember 1995, um 15.00 Uhr, bei Spiel, Spaß und Spannung in der Ahrbachhalle Boden treffen.
_ Heiligenroth _
Seniorennachmittag der Gemeinde am 3. Adventssonntag
Am Sonntag, dem 17.12.1995, findet wieder der schon zur Tradition gehörende Seniorennachmittag der Ortsgemeinde im ZbV-Raum der Vogelsanghalle statt.
In diesem Jahr wird die musikalische Gestaltung vom Jugendorchester unseres Musikvereines unter der Leitung von Günter Behr übernommen. Auch die Kindergartenkinder werden wieder ihren Beitrag leisten, um Sie - Omas und Opas -auf die kommenden Festtage einzustimmen.
Einmal mehr möchte ich eine herzliche Einladung an all jene richten, die sich dem großen Kreis unserer Senioren zugehörig fühlen. Besuchen Sie uns im ZbV-Raum, der guten Stube unserer Gemeinde. Es wird reichlich für Sie gedeckt sein, damit Sie sich wohl fühlen bei Ihrer Gemeinde.
Zerfas, Ortsbürgermeister
Auswanderer aus Heiligenroth nach Amerika in den Jahren 1845 bis 1847
Familienvorstand Alter Ehefrau Alter Kinder Alter
Manns, Joh.-Peter - - - - -
Metzmann, Joh.-Peter - - - - -
Ressmann, Caspar 20 - - - -
Ressmann, Peter
53
Margaretha 55
Susanne
17
Clara
13
Christ
10
Meurer, Johann
46
Barbara 45
Margareta
21
Catherina
19
Maria
18
Jacob
16
Susanne
14
Joseph
12
Peter
10
Adam
6
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
dieser Tage wurde mir von meinem Kollegen aus Niederelbert, Willi Bode, ein Auszug aus einem Buch übersandt, das die Lebensgeschichte Deutscher Pioniere in Texas beschreibt. So ist auch der Titel des Buches, sein Autor ist Don H. Biggers und es erschien 1925 in Fredericksburg/Texas.
In Kapitel V des Buches beschreibt eine bemerkenswerte Frau aus Heiligenroth ihren Lebensweg. Es ist dies Clara Feiler geb. Ressmann.
Ich habe dieses Kapitel aus dem Englischen übersetzt und möchte es Ihnen, in einigen Punkten gerafft, zur Kenntnis geben.
Der Autor sieht die Frau so:
»... Frau Feiler ist nun (1925) 92 Jahre alt. Sie ist eine wahrhafte Heldip der Pionierzeit. Sie spricht nur wenig Englisch, und sie ist eine Person, die ein tiefernstes Lächeln trägt, wenn man sie trifft.
Sie spricht schnell, denkt klar und macht nur gelegentlich kleine Pausen, um sich an Sachverhalte zurückzuerinnem, die schon viele Jahre zurück liegen;
Sie hat eine Seele, die heilig wurde durch ihr Schicksal, ihr ganzes Lebenswerk ist Zeugnis einer bewundernswerten und edlen Mutterschaft.
Nur in einem Punkt zeigte sie Gefühle der Trauer. Das war, als sie den Mord an ihrem Mann schilderte. Aber auch dann gab es in keinem Augenblick einen Ton oder den Ausdruck von Bitternis.
Frau Clara Feiler selbst führt an:
»... ich wurde am 12. Dezember 1832 in Heiligenroth, Amt Montabaur, Nassau (zu Preussen gehörend) geboren. .Mein Vater war Johann-Peter Ressmann. Aus einer früheren Ehe hatte meine Mutter einen Sohn, sein Name war Johann- Adam-Rebeg (Prebeg??).
1845 verließen wir Deutschland auf einem der Auswandererschiffe und erreichten Indianola im September 1845. Damals war ich 13 Jahre alt. Zu unserer Familie gehörten meine Mutter, ein Bruder, mein Halbbruder, eine weitere Schwester und ich, die Jüngste der Familie.
Mutter starb bald, nachdem wir Indianola erreicht hatten. Vater war ein tüchtiger Mann. Er erwarb zwei Maultiergespanne und half, Einwanderer nach Fredericksburg zu befördern. Mein Bruder half ihm dabei. Meine Schwester und ich waren alleine, wenn sie auf Tour waren. Über achtzehn Monate blieben wir in Indianola.
Als wir gegen Ende 1846 nach Fredericksburg kamen, grassierte dort diese schreckliche Epidemie. Jedoch gab es nach unserer Auskunft nur noch wenige Choleratote.
Unser Haus lag im äußersten Westen der Stadt. Gleich nach der Ankunft begannen meine Schwester und ich mit beachtlichem Stolz, das Haus so schön und gemütlich zu machen, wie es die Umstände erlaubten. Es war eine große Erleichterung für uns alle, die widrigen Umstände, die uns in Indianola umgeben hatten, hinter uns zu lassen.
Nachdem wir circa ein Jahr in Fredericksburg lebten, brach Vater nach Bastrop auf, um eine Ladung Getreide zu holen. Er starb unterwegs. Wir Kinder waren nun alleine auf uns selbst gestellt, wir mußten ohne den Beistand und Schutz des Vaters auskommen.
In der damaligen Zeit waren die Indianer etwas zu aufdringlich, insbesondere seitdem Herr Meusenbach Handel mit ihnen trieb. Es schien so, als ob sie ihre ganze Freizeit in der Stadt verbringen würden. Meine erste Erinnerung an die Indianer datiert zurück in die Zeit kurz nach unserer Ankunft in Fredericksburg.
Ein großer Häuptling kam mit über 500 Kriegern, Frauen und Kindern in die Stadt geritten. Sein Haupthaar schien ihm für den Anlaß nicht lange genug, deshalb hatte er den Schweif eines Pferdes hinein geflochten. Ich habe die Indianer immer verdächtigt, daß sie uns beeindrucken wollten durch ihre Anzahl und militärische Stärke. Vielleicht war das alles auch nur ein übertriebener Ausdruck von Freundschaft. Doch manch-

