Montabaur
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Nr. 42/95
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken verwies in diesem Zusammenhang auf die überaus günstig angebotenen Leistungen eines Privatunternehmens in den Stadtteilen und Ortsgemeinden und betonte, daß die Übernahme des Friedhofes in der Stadt mit Blick auf den hohen Arbeitsaufwand nicht möglich sei. Man könne nicht sagen, daß der Einsatz des städtischen Personals generell teurer sei.
Ratsmitglied Schweizer verwies für die FWG-Fraktion auf die große Diskrepanz der Gebühren in der Stadt und in den Stadtteilen. Er berichtete von Anfragen bei den Verbandsgemeinden Selters, Wirges und Hachenburg sowie bei der Stadt Koblenz, wo die Bestattungen günstiger seien als in Montabaur. Die FWG-Fraktion forderte ebenfalls die Einholung von Angeboten von Privatunternehmern bis spätestens in einem halben Jahr.
Für die BfM führte Ratsmitglied Hermes aus, daß die neuen Gebühren zu hoch seien und man zunächst der Gebührenordnung zustimmen werde, aber nach Einholen der Kostenangebote die Privatisierung anstrebe.
Zum Abschluß der Diskussion hielt Bürgermeister Dr. Possel- Dölken fest, daß Vergleichsangebote von der Verwaltung eingeholt und ein umfassender Vergleich mit Nachbar gemeinden angestellt werden sollen.
Der Stadtrat beschloß mit 24 Ja-Stimmen und 1 Nein-Stimme die vorgelegte Friedhofsgebührensatzung.
Aufstellung des Bebauungsplanes »Fritz-Bluhm-Straße«
Der Stadtrat stellte die Angelegenheit bis zur nächsten Ausschußsitzung zurück. Unter Beteiligung des Architekten solle dann die strittige Frage zur Grundflächenzahl beraten werden.
Änderung des Bebauungsplanes »Baumberg«, Eschelbach
Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes »Baumberg« im Jahre 1980 wurde die zulässige Anzahl von Wohneinheiten nicht festgelegt. Das Plangebiet im Stadtteil Eschelbach ist durch Einfamilien-/Zweifamilien-Wohnhäuser mit wenigen Wohneinheiten geprägt. Mehrfamilien-Wohnhäuser sind dort nicht vorhanden. Es sollte daher Ziel der Bauleitplanung sein, diese Struktur zukünftig zu erhalten und die Anzahl der Wohneinheiten neu festzusetzen.
CDU-, SPD- und FWG-Fraktion sprachen sich für die Einleitung des Änderungsverfahrens aus. :
Ratsmitglied Lorenz forderte für die BfM die erneute Beratung im Fachausschuß. Dieser Antrag wurde mit 2 Ja-Stimmen, 24 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung abgelehnt.
Der Stadtrat beschloß, den Bebauungsplan »Baumberg«.aus dem Jahre 1980 wie folgt zu ändern:
Aus besonderen städtebaulichen Gründen wird die maximale Anzahl der Wohneinheiten in Wohngebäuden gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 6 BauGB auf »6« begrenzt. Die Bebauungsplanänderung bezieht sich auf den gesamten Änderungsbereich des Bebauungsplanes »Baumberg«.
Anschließend faßte der Stadtrat mit 22 Ja-Stimmen, 3 Neinstimmen und 2 Enthaltungen den Zustimmungsbeschluß und stimmte der Einleitung der vorgezogenen Bürgerbeteiligung nach § 3 Abs. 1 BauGB und der Einleitung des Beteiligungsverfahrens der Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 1 BauGB zu.
Nachtragshaushaltssatzung und -plan 1995 der Stadt Montabaur für das Haushaltsjahr 1995
Durch den Nachtragshaushaltsplan der Stadt Montabaur vermindern sich die Ansätze des Verwaltungshaushaltes von 26.280.000 DM um 414.250 DM auf 25.865.750 DM und des Vermögenshaushaltes von 13.147.000 DM um 5.652.125 DM auf 7.494.875 DM. Die ausgewiesene Zuführung des Vermögenshaushaltes zum Ausgleich des Verwaltungshaushaltes verdeutlicht die derzeit schwierige Haushaltssituation. Bürgermeister Dr. Possel-Dölken erklärte, daß der Nachtragshaushaltsplan kein erfreulicher Haushalt sei. Es ein großes Haushaltsloch entstanden, welches u. a., auch auf die deutlich geringeren Gewerbesteuereinnahmen zurückzuführen sei. Der Ausgleich des Verwaltungshaushaltes erfolge durch die Zuführung des Vermögenshaushaltes, der die derzeit schwierige Haushaltssituation verdeutliche.
Für die CDU-Fraktion signalisierte Ratsmitglied Hehgen die Zustimmung zum Nachtragshaushaltsplan der Stadt. Mit dem Einbruch bei der Gewerbesteuer und den hohen finanziellen Belastungen durch Bund, Länder und Gemeinden sei die schlechte Haushaltssituation zu begründen. Er verwies auf die hohe Neuverschuldung von 2,6 Mio. DM und erklärte, daß Investitionen geleistet werden müssen. So habe die Stadt z. B. in die Ausweisung von Baugebieten investiert. Dieser Nachtrag mache deutlich, daß man in Zukunft jede Maßnahme auf
Sinnhaftig- und Notwendigkeit überprüfen müsse und bei allen Investitionen daran denken sollte, welche Folgekosten auf die Stadt Montabaur zukommeri’
Zu Beginn seiner Ausführungen dankte Ratsmitglied Bächer der Verwaltung für die geleistete Arbeit im zurückliegenden Zeitraum. Er erklärte, daß die schlechte Haushaltssituation auf Einbußen aufgrund der rückläufigen Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens zurückzuführen sei. Er erinnerte an Aussagen des Bürgermeisters im letzten Jahr, daß die Zuführung vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt kein Dauerzustand bleiben werde. Angesichts der zunehmenden Abhängigkeit der gemeindlichen Haushaltspolitik von der Gewinnentwicklung einiger weniger Großbetriebe forderte er eine »schnelle Reform der Gewerbesteuer«. Die eingeengten Handlungsspielräume der Stadt dürften allerdings nicht dazu führen, daß übereilt Einschnitte bei den sozialen Verpflichtungen der Stadt erfolgten. Zu den Themen »Kürzung der Weihnachtsbeihilfe« und »andere Energieversorgungen« übte er Kritik an der Verwaltung. In diesem Zusammenhang stellte er einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen »SPD«, »FWG« und »Bündnis 90/Die Grünen«, die Weihnachtszuwendungen an bedürftige Personen in der Stadt nicht zu kürzen und die alten Beträge auszuzahlen sowie gleichzeitig der dadurch entstehenden überplanmäßigen Ausgabe zuzustimmen. Sollte der gemeinsame Antrag keine Mehrheit finden, werde die SPD-Fraktion den Nachtragshaushaltsplan ablehnen. Ratsmitglied Schweizer erklärte für die FWG-Fraktion, daß man sich den Ausführungen der Vorredner weitestgehend anschließe und bei allen Maßnahmen äußerst sparsam sein und bei Investitionen Zurückhaltung üben müsse. Auch er machte die Zustimmung seiner Fraktion zum Nachtragshaushaltsplan von der Annahme des gemeinsamen Antrages abhängig.
Für die BfM erklärte Ratsmitglied Lorenz, daß man seinerzeit den Haushaltsplan abgelehnt habe und daher auch dem Nachtragshaushaltsplan nicht zustimmen werde. Beim gemeinsamen Antrag zur Weihnachtsbeihilfe werde man sich der Stimme enthalten.
Für die Fraktion »Bündnis 90/Die Grünen« erklärte Ratsmitglied Manns die grundsätzliche Zustimmung zum Nachtragshaushaltsplan. Er signalisierte die Ablehnung des Nachtragshaushaltes, sollte der gemeinsame Antrag keine Zustimmung finden.
Der gemeinsame Antrag der Fraktionen »SPD«, »FWG« und »Bündnis 90/Die Grünen«, die Weihnachtsbeihilfe nicht zu kürzen, wurde bei 13 Ja-Stimmen, 11 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen angenommen.
Anschließend stimmte der Stadtrat der Nachtragshaushaltssatzung und dem Nachtragshaushaltsplan der Stadt Montabaur für das Haushaltsjahr 1995 bei 25 Ja-Stimmen und 2 Nein-Stimmen zu und beschloß gleichzeitig das geänderte Investitonsprogramm bis 1998.
Wirtschaftsplan für den Stadtwald, Forstwirtschaftsj ahr 1996
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken nahm Bezug auf die Vorberatung des Wirtschaftsplanes für den Stadtwald durch den Haupt- und Finanzausschuß zusammen mit dem Umweltausschuß am 12.09.1995 verbunden mit einem Waldbegang. Über vier Maßnahmen, die vom Forsteinrichtungswerk vorgeschlagen wurden, wurde in den Ausschüssen kontrovers diskutiert und unterschiedlich abgestimmt. Daher mußte der Stadtrat eine Entscheidung treffen, welche Maßnahmen durchgeführt werden sollen.
Der Antrag der SPD-Fraktion, alle vier Maßnahmen durchzu- fiihren, wurde bei 10 Ja-Stimmen und 17 Nein-Stimmen abgelehnt.
Der Antrag der Fraktion »BfM«, alle Maßnahmen zu streichen, winde mit 5 Ja-Stimmen und 22 Nein-Stimmen abgelehnt. Der Antrag der CDU-Fraktion, die Maßnahmen 1 und 2 zurückzustellen (1. Fichtenvoranbau mit Tanne und Buche in Abt. 76 und Gatterung von 0,5 ha; 2. Fichtenvoranbau mit Tanne und Buche in Abtl. 45 und Gatterung von 0,1 ha), Maßnahme 3 (Gatterung von 5-ha in Abt. 43) durchzuführen und gleichzeitig den Antrag auf Aufnahme in das Ökokonto zu stellen sowie Maßnahme 4 (in Abt. 63 ein Gatter vorzusehen) durchzufuhren, wurde mit 19 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen angenommen.
Anschließend stimmte der Stadtrat bei 26 Ja-Stimmen und 1 Nein-Stimme dem Forstwirtschaftsplan 1996 mit den zuvor beschlossenen Änderungen zu. Dieser sieht Gesamteinnahmen in Höhe von 829.715,- DM und Gesamtausgaben in Höhe von 692.186,- DM vor, so daß mit einem Überschuß von 137.529,— DM zu rechnen ist. Als Holzeinschlag sind 480 frn

