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Montabaur

Nr. 20/95

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man, deren Sporen Allergien auslösen können. Sie gefährden nur Menschen mit einer Neigung zu Allergien. Tückisch sind sie besonders in Wohnungen.

Maßnahme - Ursachenbeseitigung Was ist zu tun? Regelmäßige Kontrolle der Luftfeuchte per Hygrometer; der gesundheitlich optimale Bereich ist 50 Prozent. Ausreichende Lüftung gegen hohe Luftfeuch- te, besonders auch an durch Möbel unzugänglichen Stel­len. Schaffung von vernünftigen Kondensationspunkten; wie früher, vor der Doppelverglasung, dies die Fenster­scheiben erfüllten, in Verbindung mit Lüftung gegen zu hohe Luftfeuchte. Die Luftfeuchte darf nicht über 60 Pro­zent betragen.

Maßnahme - Luftemeuerung und -reinigung

Was ist zu tun? Regelmäßiges, kräftiges, sog. Stoßlüften. Ein halb geöffnetes Fenster reicht nicht aus. Anwendung von Staubsaugern mit Feinstaubfiltem. Eventuell Luftrei- nigungsgerät(e) anschaffen.

Maßnahme - Raumausstattung

Was ist zu tun? Entfernen von Hydrokulturen, Blumen­töpfen, in denen möglicherweise Schimmelpilze wachsen. Insbesondere in Schlafräumen.

Bauliche Maßnahmen

Was ist zu tun? Kältebrücken entfernen durch Außeniso­lation. Pilzbefall auf Baumaterialien ist nur schwer dau­erhaft zu beseitigen. Es ist erforderlich, Tapeten, Putz und Fugenmörtel zu entfernen und zu erneuern. In Naßräu­men tunlichst auf Holz und holzhaltige Stoffe (Holzver­schalung, Tapeten etc.) verzichten. Ausstattung der Wän­de mit Lehm, der die Luftfeuchte im Sommer wie Winter fast konstant auf 50 Prozent halten kann.

Die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen gegen Schimmelpilze

Pilze spielen jedoch in der Nahrungskette eine ganz wichtige Rolle; Sie zersetzen totes holzartiges Material - sozusagen den »Abfall« der Natur und machen diese Substanzen für die Nahrungskette wieder verfügbar. So geht im Naturhaushalt nichts verloren. Um zu gedeihen, müssen Pilze möglichst feucht-warme Lebensbedingungen vorfinden. Jedes organi­sche Substrat ist den unterschiedlichen Schimmelpilzen zum Leben gut genug, sei es Tapetenkleister oder die Tapete, Haut­schuppen im Teppich, Ausscheidungen von Milben, die Blu­menerde des Cypemgrases, des Gummibaums oder des Ficus. Pilze pflanzen sich durch Sporen fort, die über die Luft verbrei­tet werdet. Setzen diese-sich an feuchten Orten nieder, die Nährstoffe enthalten, keimen die Sporen aus und bilden einen neuen Pilz-Organismus. Vor allem der Hausstaub bietet para­diesische Bedingungen. Er besteht vorwiegend aus mikrosko­pisch kleinen faserigen, körnigen und organischen Partikeln

und birgt die unliebsamen Haussstaubmilben. Glücklicher­weise sind auch diese mit bloßem Auge nicht zu sehen. Pilzsporenbestimmungen von Wetterdiensten zeigen, daß Schimmelpilze bevorzugt in den feuchten Jahreszeiten, also im Frühjahr und im Herbst, gedeihen. Dann findet man größe­re Sporenmengen in der Luft, die natürlich auch in die gute Stube gelangen. Schimmel liebt eine relative Luftfeuchte in Wohnräumen von mindestens 70 %, Bedingungen, die in schlecht belüfteten Räumen schon Vorkommen können. Wand- /Deckenbereiche mit Kältebrücken und schlechter Außeniso­lierung sind solche Orte. Dort kondensiert Wasser aus der feuchten Raumluft, weil die sich abkühlende Luft überschüs­sigen Wasserdampf in Form von Wasser wieder abgeben muß (Kondenswasserbildung).

Schimmelsporen können allergische Reaktionen auslösen. Je­der Mensch reagiert ein wenig anders. Aber typische Anzei­chen sind doch Asthma, Durchfall, Nesselfieber oder die Sym­ptome des Heuschnupfens wie verschwollene Augen, laufende Nase und juckende Schleimhäute. Weil die Reaktionen einan­der nie gleichen und dem Heuschnupfen (durch Pollen) ähneln, fallt Ärzten die Diagnose »Schimmelpilzallergie« nicht leicht. Sind Beschwerden bei kaltem, feuchtem Wetter vorhanden, dann spricht dies eher für Pilzsporen, da Pollen dann kaum in der Luft sind.

Pilzsporen können auch in geringsten Mengen zu allergischen Reaktionen führen. Sie sind daher von Umweltchemikalien prinzipiell zu unterscheiden, bei denen Grenzwerte für die Gesundheitsschädlichkeit bestehen. Darunter fallen z. B. Anti-Pilz-Mittel (Fungizide) wie das sog. Pentachlorphenol (PCP) oder das Insektizid Pyrethroid. Diese Stoffe befinden sich meist ungewollt in der Raumluft und stammen aus Holz­schutzmitteln bzw. imprägnierten Naturfaser-Teppichen.

Was können wir mm gegen Pilzsporen tun?

Die nebenstehende Übersicht faßt die wichtigsten Sanierungs­maßnahmen zusammen, die mitunter leicht durchführbar sind. Sie sollten dabei folgendes beachten: Der finanzielle Aufwand für die einzelne Aktion sollte im vertretbaren Rah­men bleiben, im Verhältnis zum erwarteten Erfolg stehen und in Verbindung mit anderen Aktionen gesehen werden. Außer­dem dürfen keine andersgearteten Schadstoffquellen im Zuge des Feldzuges gegen den Schimmel - etwa durch massiven Einsatz von Fungiziden - entstehen. Ferner muß eine Sanie­rungsmaßnahme nachhaltige Wirkung haben, das heißt für einen möglichst langen Zeitraum »halten«. Notlösungen brin­gen nicht viel.

Rainer Drömer

Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126.215.

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