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Montabaur

Nr. 18/95

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Rad- und Gehweg entlang der Alleestraße in Montabaur

Die Bauarbeiten an dem Rad- und Gehweg sind im ersten Bauabschnitt zwischen Aubach und der Staudter Straße weit­gehend abgeschlossen.

Im zweiten Bauabschnitt zwischen der Staudter Straße und der Bahnhofstraße wurde zwischenzeitlich mit der Verlegung von Versorgungsleitungen begonnen. Bei der Durchführung der Arbeiten kann es kurzfristig zu Einschränkungen bzw. Behinderungen an den Grundstückszufahrten kommen. Die Verwaltung wird in Zusammenarbeit mit der bauausführen­den Firma bemüht sein, Verkehrsbeschränkungen aber auch die Lärm- und Staubbelästigung für die Anlieger auf das dringend Notwendigste zu begrenzen.

Auskünfte und Erläuterungen zur Baumaßnahme erteilt Tür die Wasserversorgung

Herr Dipl.-Ing. (FH) Herz.Telefon: 126156

und für den Straßenbau

Herr Dipl.-Ing. (FH) Wolf.Telefon: 126117

Für die zusätzliche Verkehrsbeschränkung und Lärmbelästi­gung bitten wir im Interesse der wichtigen Maßnahme um Verständnis.

Sommersaisonkarten 1995

Ab sofort können Sommersaisonkarten 1995 zur Benutzung des Hallen- und Freibades Montabaur für Familien mit min­destens drei Kindern bei der Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur erworben werden. Die Gebühr beträgt hierfür 80,- DM.

SCHWIMM' MIT!

Information:

Hallen- und Freibad Montabaur, Tel. 02602/4611 Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur, Rathaus, Zimmer 3.13, Tel. 02602/126107

IUS ARCHIVI

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

»... ein guter und fürtrefflicher Sauerbrunnen« tropft aus dem Löwenkopf am Alten Rathaus (Teil H)

1786, zwanzig Jahre nachdem der Hofbrunnenbaumeister Kim aus zehn Quellen im Sauertal zwei für fassungswürdig gefunden hatte, spricht Damian Linz, der letzte kurtrierische Verwalter des Amtes Montabaur von den »ehemaligen guten Eigenschaften des Montabaurer Sauerwassers«. D) Zu dieser Zeit ist also das Montabaurer Sauerbörnchen hinsichtlich sei­ner Heilkraft zur »Sage« geworden. Als dann ab 1802 Monta­baur nassauisch geworden war, ® bleibt der Sauerbrunnen im Abseits. 1846 war das Bachufer am Brunnen eingestürzt und mußte wieder hergestellt werden. (3)

Erst nach dem Ersten Weltkrieg gerät der Brunnen als mögli- Iche Attraktion für Touristen wieder ins Blickfeld. Montabaur nennt sich in den 20iger Jahren Luftkurort, wirbt mit »idylli­scher, waldreicher Hügellandschaft und weist - natürlich in diesem Zusammenhang positiv gemeint - auf das Fehlen von Industrie« hin.D)

Zur Weltwirtschaftskrise findet die Stadt in Heinrich Roth einen Bürgermeister, der nicht nur die lOOOjahrfeier des Ortes Humbach/Montabaur würdig vorbereitet, sondern auch dem ökonomischen Niedergang zu begegnen sucht. In den Ratspro­tokollen wird die Notlage vieler Bürger deutlich. Es wird um Hauszins- und Wasserzinssenkung gebeten. Bitten um Befrei­ung von Mietzahlungen, um Pachtermäßigungen, Stundung des Schulgeldes gehören in jede Magistratssitzung. Die schlimmste Not wird durch das Ausstellen von Armutszeug­nissen, die Erteilung des Armutsrechtes und die Vergabe von Gutscheinen für Arme belegt. Die Not läßt eine Frau einen »Antrag auf Gewährung von einem Paar Schuhen für (den) Ehemann« stellen. Der Magistrat stellt fest, daß »die Kosten für ein Paar Schuhe im Betrag bis 10 RM ... befürwortet werden« und »30 % stadtseitig übernommen« werden. ® Trotz des finanziellen Notstandes sehen Bürgermeister und Magi­strat sowie die Stadtverordnetenversammlung Maßnahmen, die notwendig sind: Bau einer neuen Volksschule, aber auch die Ergänzung des Luftkurortes durch die Wiedererschließung des Mineralbrunnens für Kurgäste. Im Protokoll der Stadtver- ordnetenversainmlung vom 23. Mai 1930 werden für »Instand­setzung des Sauerbrunnens und die Errichtung eines Brun­nenhauses«, auch die »Anlage von Rasenflächen beiderseits der katholischen Kirche« die Mittel bewilligt. Am 18. Mai 193 i mietet die Stadt unter anderem den Aula-Bau des ehemaligen Seminargebäudes, um hier die Brunnenhalle einzurichten. Auch wird man berechtigt, »das steil abfallende Gelände (zum Sauerbrunnen) als Parkanlage auszubauen«. (© Schließlich heißt es am 16. August 1932 im Protokoll der Stadtverordne­ten, daß »im Interesse des Fremdenverkehrs« der unter der Aula des ehemaligen Seminargebäudes gepachtete Raum »in eine Wandel- und Trinkhalle« umzugestalten ist. CO Zu dieser Zeit waren Arbeitslose zu Arbeiten, die im öffentlichen Inter­esse lagen, verpflichtet. ® Die Anlagen im Gebück und der Sauerbrunnen waren die Ergebnisse. Mit dem Versiegen des Brunnens Ende des II. Weltkrieges hatten Wandel- und Trink­halle ausgedient. Das ehemalige Seminargebäude und spätere Behördenhaus verschwand in den 60iger Jahren mitsamt den Kurhallen.

Was der Dortmunder Generalanzeiger am 2. Juni 1932 be­schrieben hatte: »Montabaur mit seinem Schloß und Kur­haus«, war Geschichte (©.

Die Chronik der Wiederentdeckung des Sauerbrunnens be­richtet Reinhard Sonnenschein. In den 70iger Jahren begann es, und 1985 bohrte die Firma Ing. Karl Merz GmbH & Co aus Koblenz-Arenberg und stieß schon beim ersten Versuch auf die Wasserader, die saures Wasser führte. DO) Die vom Amateur- Filmclub Mons Tabor Montabaur spontan herausgegebene »1. Kurzeitung Bad Montabaur« konstatierte: »Sauer ist nur der, der sich über den wiedergefundenen Sauerbrunnen im Sauer­tal nicht freut!« DO)

Der Stadtschöffe Hentzin auf der sauren Pforte und die Mini­sterialen der Grafen von Isenburg - die im 14. Jahrhundert in der Judengasse wohnten, DD hätten nun nicht mehr die steile »Rütsch« ins Sauertal hinabzureiten; sie könnten ihren Zinn- becher am Alten Rathaus füllen.

Günter Henkel

Quellen:

(1) Stadtarchiv Mtbr. Abt. 9,4; Al

(2) G. Henkel, Annäherungen an die 7 OOj ährige Stadt Mon­tabaur, S. 34

(3) Stadtarchiv Mtbr. Abt. 3, Nr. 137

(4) Ebenda, Abt. 4

(5) Ebenda, Magistratsprotokolle von 1930/32

(6) Ebenda, Abt. 4

(7) Ebenda, Protokoll der Stadtverordnetenversammlung

von 1932

(8) Reinhard Sonnenschein, Amtsblatt Nr. 23, Jahrgang 1989

(9) Stadtarchiv Mtbr. Abt. 4

(10) Ebenda, Abt. 4

(11) Wie (2), S. 62.

Abfallentsorgung

Schließung der Hausmülldeponien Meudt und Rennerod sowie der Wertstoffsortieranlage in Boden am 13. Mai 1995

Von Seiten des Westerwaldkreis-Abfallwirtschaftsbetriebes wird darauf hingewiesen, daß aus betriebsorganisatorischen Gründen die Hausmülldeponien des Westerwaldkreises in Meudt und Rennerod sowie die Wertstoffsortieranlage in Bo­den am Samstag, dem 13. Mai 1995, geschlossen bleiben.