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Montabaur

Nr. 17/95

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Schließung des Hallenbades Montabaur

Am Montag, dem 01.05.1995 bleibt das Hallenbad Montabaur aufgrund des Feiertages (Maifeiertag) geschlossen.

Wir bitten unsere Badegäste, dies zur Kenntnis zu nehmen.

Natur & Umwelt Info

Blüten und Insekten

Uns sind über 300000 verschiedene Arten von Blütenpflanzen bekannt und schätzungsweise 500000 bis 1000000 Insektenar­ten, die direkt oder indirekt von Pflanzen abhängig sind. An­dererseits gewährleisten die Insekten die Erhaltung und den Fortbestand vieler Pflanzen, weil diese auf die Tätigkeit der Insekten angewiesen sind, um Samen bilden und Früchte ansetzen zu können.

Eine große Zahl bestäubender Insekten ist zunächst nur an der sofortigen Stillung ihres Hungers und der Befriedigung ihres Nahrungssammeltriebes interessiert. Solange die Sonne scheint, sind Insekten, Bienen vor allem, »von Blüte zu Blüte« unterwegs. Während sie Nektar saugen und Blütenstaub sam­meln, verstreuen sie Blütenstaub (Pollen) auf die klebrige Narbe des Fruchtknotens, um den herum die Staubgefäße angeordnet sind. Damit lösen die Insekten den Befruchtungs­vorgang aus. Hier ist zu erwähnen, daß Bestäubung nicht gleichbedeutend mit Befruchtung ist. Das Gelingen letzterer hängt ab von der effektiven Bestäubungsperiode, der Eignung des Pollens und den Umweltbedingungen, wie z. B. der Tem­peratur.

Bei vielen Pflanzen kann die Bestäubung nur durch Insekten erfolgen. Besonders tüchtig sind dabei die Bienen, die uns außerdem Honig und Wachs liefern.

Die Honigerzeugung ist etwa mit einem Zehntel des Wertes der Obsterzeugung zu veranschlagen. Mehr als 70% der Blü­tenbestäubung besorgen die Bienen. Die Nähe eines Bienen­stockes kann den Obstertrag bis zum Achtfachen steigern.

Wie nun locken Blüten ihre Besucher an?

Um attraktiv zu wirken, sind die Blüten im Laufe der Zeit immer größer, prächtiger, farbenfreudiger und leuchtender geworden. Flecken und Streifen auf den Blütenblättem dienen den Insekten als Wegweiser zu Nektar und Blütenstaub. Sie werden damit direkt an die Nahrungsquelle geleitet, wie das z. B. bei der Gauklerblume der Fall ist. Andere Blüten haben Blütenblätter ausgebildet, die Segeln ähnlich sind. Sehr einla­dend wirkt auch der starke Geruch, den manche Blüten aus­strömen.

Ein merkwürdiges Mittel des Werbens um bestimmte Insekten ist »Mimikry«: die Vortäuschung falscher Tatsachen. An erster Stelle sind hier einige Orchideenarten zu nennen (Ophrys insectifera/Fliegenragwurz und Ophrys äpifera/Bienenrag- wurz). Einem französischen Forscher ist aufgefallen, daß die Lippe der Spiegelorchis-Blüte (Ophrys speculum) im Aussehen jener Wespenart ähnelt, die diese Orchidee häufig aufsuchte, und daß dies ausschließlich männliche Wespen taten.

Nun, mit dieser Ähnlichkeit sollen die Wespenmännchen ge­täuscht werden, die diese Blüten für weibliche Wespen halten. Durch dieses raffinierte Täuschungsmanöver der Natur kommt es zur Kreuzbefruchtung der Blüten.

Wenn auch in der Regel Auffallen Trumpf ist, so gibt es andererseits eine Reihe Pflanzen, deren Blüten äußerst un­scheinbar sind. Ob sie bestäubt werden, hängt nicht von Insök- ten ab, sondern von Wind oder Wasser. Der Wind überträgt den Pollen von Gräsern, Schilfarten, Binsen und einigen Baumarten. Die Wolken der Pollen, die der Wind jedes Früh­jahr durch die Luft weht, enthalten Millionen von Pollenkör- pem und verursachen jedes Jahr erneut das Leiden der Heu­schnupfenkranken .

Da Insekten eine wertvolle Arbeit leisten, fällt uns Menschen die Aufgabe zu, sie zu schützen und für ausreichende Nah­rungsquellen zu sorgen. Leider werden in Hausgärten immer häufiger Laubbäume durch Koniferen ersetzt, weil diese kein Laub abwerfen und dadurch weniger Arbeit machen. Blüten­tragende Laubbäume sind aber für die meisten Insekten le­bensnotwendig. Bienenweidepflanzen und Pflanzen, die we­gen des Nektars gerne von Insekten beflogen werden, sollten in unseren Gärten mehr als bisher berücksichtigt werden.

Geeignete Insektenweidepflanzen sind u.a.:

Einjahrsblumen: Alyssum, Iberis, Linaria, Scabiosa, Clari- ka, Centaurea, Nigelia, Rudbeckia, Salvia;

Stauden: Aconitum, Aster, Althaea, Alyssum, Arabis, Cory- dalis, Echinops, Eryngium, Gaillardia, Helenium, Helianthus, Heracleum, Lythrum, Monarda, Nepeta, Papver, Rudbeckia, Salvia, Scabiosa, Sedum, Solidago, Statice, Thymus, Verba- scum;

Gehölze: Berberis, Calluna, Chaenomeles, Crataegus, Da­phne, Erica, Genista, Ligustrum, Lonicera, Mahonia, Malus, Polygonum, Prunus, Robinia, Salix, Syringa.

Hinsichtlich ihrer Bedeutung im Naturhaushalt sind viele Insekten nicht nur als Bestäuber, sondern auch als Schäd­lingsbekämpfer von unschätzbarem Wert. Zu ihnen gehören u.a. Schlupfwespen und Wespen, die Fleischfresser sind und daher als Schädlingsvertilger den Menschen in seinem Kampf gegen schädliche Insekten unterstützen.

Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126.215.

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

»,.. ein guter und fürtrefflicher Sauerbrunnen« tropft aus dem Löwenkopf am Alten Rathaus (Teil I)

»Derwegen er auch von männiglich desselben Orts (Monta­baur) zum täglichen Trank gebraucht wird«. Das ist ohne Zweifel aus heutiger Sicht übertieben; aber was da tropft, ist tatsächlich von Jacobus Theodorus Tabemamontanus, auf Neudeutsch: Jacob Theodor Tafelberg, 1584 so beurteilt wor­den.

Unser »Doctor und Medicus Ordinarius der freyen Reichsstadt Worms« beschreibt in seinem WerkNeu Wasserschatz... die guten Eigenschaften des Montabaurer Sauerbrunnens: »Er eröffnet die Verstopfungen der inneren Glieder, kommt zu Hilf den Lebersüchtigen und Milzsüchtigen, stärkt den blöden schwachen Magen, verzehrt alle böse Feuchtigkeiten und Fäulnis, mildert und ändert die hitzige Entrichtung der Le­ber..., kommt zu Hilf allen faulen Fiebern und denen auch, so von der scharfen hitzigen Gallen ihren Ursprung haben, ver­treibt das Keuchen und schwerliche Atmen (...)« etc. Obwohl hier ein Großteil der Anwendungsgebiete des hiesigen Sauer­brunnens ausgelassen worden sind, befürchte ich doch einen Ansturm auf das Heilwasser, dem die Quantität des Brunnen­flusses wohl nicht gewachsen ist.

Der Sauerbrunnen muß älter sein als der Bericht des Dr. Tabemamontanus, denn das Tal unten am Gelbach wird schon früher dassaure Dail genannt.

Die Montabaurer Bürger haben mit dem Sauerbrunnen in der Vergangenheit nicht immer Freude gehabt. So berichtet das Ratsprotokoll Luna, den 1. Oktober 1691 von einer Klage und Forderung, daß »die Juden nicht mehr an hiesigen Sauerbrun­nen gelassen..., andieweil ...einige Juden ...in dem kleinen (Sauerbrunnen) gebadet haben.

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